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Kooperation Commerzbank will mit Weltsparen den Minuszinsen trotzen

Hohe Zinsen sind längst Geschichte, Firmen müssen auf ihre Einlagen häufig Negativzinsen zahlen – Weltsparen und Commerzbank bieten nun gemeinsam Alternativen an.
Update: 16.04.2019 - 17:55 Uhr Kommentieren
Eine einträgliche Rendite auf Tages- und Festgeldkonten bieten nur wenige Banken. Quelle: dpa
Zinsen

Eine einträgliche Rendite auf Tages- und Festgeldkonten bieten nur wenige Banken.

(Foto: dpa)

FrankfurtWenn es um die Spareinlagen ihrer Kunden geht, lehnen viele Banken längst dankend ab. Denn für Geld, das sie selbst bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, müssen sie schon seit fünf Jahren Strafzinsen zahlen.

Eine schnelle Änderung der Niedrigzinsphase ist auch nach den jüngsten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi nicht absehbar. Einen Ausweg für Zinsjäger bieten Zinsplattformen. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, sollen ab sofort auch Firmenkunden der Commerzbank von einem solchen Angebot profitieren können.

Dafür startet das zweitgrößte deutsche Geldhaus an diesem Dienstag eine Kooperation mit dem Finanz-Start-up Raisin, das in Deutschland unter der Marke Weltsparen bekannt ist. Die Zusammenarbeit wirft ein Schlaglicht auf die Not vieler Unternehmenskunden, die für hohe Einlagen inzwischen häufig zur Kasse gebeten werden. Zugleich zeigt sie, dass Fintechs langsam auch im Firmenkundengeschäft zu beliebten Partnern von Banken werden.

Weltsparen ist Anfang 2013 in Deutschland gestartet. Kunden können über die Plattform Tages- und Festgeldkonten bei Banken eröffnen, die höhere Zinsen bieten als durchschnittliche deutsche Hausbanken. Anfangs stammten die Partnerbanken überwiegend aus dem europäischen Ausland, inzwischen sind auch Institute mit Sitz in Deutschland dabei. Während das Angebot zunächst auf Privatkunden und Selbstständige zielte, vermittelt Weltsparen seit Herbst 2017 auch spezielle Festgeldkonten an Firmenkunden.

Im Rahmen der neuen Kooperation bindet die Commerzbank das Angebot von Weltsparen in einen geschlossenen Bereich ihres Firmenkundenportals ein. Zur Wahl stehen dort zunächst Festgeldkonten von drei Banken: Grenke Bank, NIBC Bank Deutschland und GEFA Bank.

„Bei der Auswahl haben wir großen Wert auf die Laufzeit der Angebote, die Konditionen, das Rating sowie den Bekanntheitsgrad der Partnerbanken gelegt“, sagt Dominik Steinkühler, Leiter Strategisches Produktmanagement & Digitalisierung Firmenkunden bei der Commerzbank. Das Angebot der Grenke Bank ist ausschließlich über das Commerzbank-Portal verfügbar.

Haben sich Firmenkunden für ein Produkt entschieden, werden sie auf die Weltsparen-Website weitergeleitet. Vorteil für die Commerzbank: Sie stellt ihren Kunden Fremdangebote bereit und verliert dabei dennoch nicht den Kontakt zu ihren Kunden. Unternehmen können auf diese Weise bis zu fünf Millionen Euro anlegen.

Zunächst ist die Offerte auf GmbHs beschränkt, soll aber sukzessive auf Unternehmen mit anderer Rechtsform ausgeweitet werden. Die Zinsen sollen je nach Anlagebetrag und Laufzeit zwischen 0,01 und 0,75 Prozent pro Jahr liegen.

Das neue Angebot könnte für Firmenkunden durchaus attraktiv sein, denn die Commerzbank selbst erhebt auf Einlagen zum Teil Negativzinsen. Diese Gebühren haben einige Banken schon 2014 als Reaktion auf den Strafzins eingeführt, den sie selbst auf Einlagen bei der Europäische Zentralbank (EZB) zahlen müssen.

Für Weltsparen ist die Kooperation mit der Commerzbank die erste im Firmenkundensegment, sagt Daniel Berndt, der bei dem Fintech den Kundenservice verantwortet. Für die Vermittlung von Einlagekonten für Privatleute und Selbständige hat Weltsparen jedoch schon früher Partnerschaften geschlossen: etwa mit der Smartphonebank N26 und der spanischen Digitalbank Nomo Banking.

Seit 2013 hat Weltsparen nach eigenen Angaben Einlagen in Höhe von mehr als zwölf Milliarden Euro von mehr als 170.000 Kunden an rund 70 Partnerbanken vermittelt. Noch machen die Einlagen von Firmenkunden offenbar nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. „Das Firmenkundengeschäft ist noch recht jung und wächst stetig“, sagt Berndt. „Wir peilen an, den Anteil bis Ende 2020 zweistellig auszubauen.“

Eine Kooperation mit einer Zinsplattform hat seit einiger Zeit auch schon die Deutsche Bank: Seit Dezember 2017 können Privatkunden und Selbständige Festgeldkonten über den „Zinsmarkt“ eröffnen. Hinter diesem Angebot steckt das Fintech Deposit Solutions, der größte Wettbewerber von Weltsparen.

Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bank sind über den Zinsmarkt inzwischen 25 verschiedene Festgeldangebote mit Laufzeiten von einem Monat bis sieben Jahre verfügbar. Bis dato seien darüber Kundengelder in Höhe von 1,3 Milliarden Euro an andere Banken vermittelt worden.

Eine Erweiterung des Marktplatzangebotes für Unternehmenskunden sei angedacht. Deposit Solutions ist allerdings noch nicht in dieses Segment vorgedrungen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark auf Privatkundeneinlagen fokussiert, haben jedoch auch das Corporate-Deposit-Geschäft immer im Blick gehabt. Tatsächlich sind wir schon seit 2011 auch in diesem Segment aktiv“, sagt ein Sprecher des Fintechs mit Verweis auf ein Tochterangebot des Unternehmens.

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