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Kooperation im Ruhrgebiet Sparkassen attackieren Großbanken im Auslandsgeschäft

In einem Pilotprojekt bündeln fünf Häuser ihr Programm für Mittelständler.

cd ESSEN. Die Sparkassen wollen das Auslandsgeschäft mit mittelständischen Kunden auf Vordermann bringen. Dies soll auch durch regionale Vertriebskooperationen erreicht werden. Ein Pilotprojekt starten Anfang Juni fünf Ruhrgebiets-Sparkassen: Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen und Sprockhövel. Das gaben gestern Vertreter der Institute in Essen bekannt. Sie haben ihr komplettes Auslandsgeschäft in die S-International Rhein-Ruhr GmbH ausgelagert. Ab 2006 soll diese weiteren Instituten offen stehen.

Die Sparkassen sind mit ihrem bisherigen Auslandsgeschäft unzufrieden. So ergaben Untersuchungen, dass von 100 ihrer mittelständischen Kunden nur 38 ihr Auslandsgeschäft über eine Sparkasse abwickeln, 32 nur in geringem Umfang und 30 Kunden überhaupt nicht. Zudem sind traditionelle Geschäftsfelder der Sparkassen im Auslandsgeschäft weggebrochen: das Sortengeschäft durch die Euro-Einführung und der Auslandszahlungsverkehr durch die EU-Preisverordnung. Gleichzeitig expandieren immer mehr mittelständische Unternehmen ins Ausland und fragen Dienstleistungen bei ihren Banken nach.

„Das Auslandsgeschäft ist im Mittelstand angekommen. Das gilt selbstverständlich auch für die Sparkassen“, sagte Christoph Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Künftig wollen die Sparkassen mittelständischen Kunden bis zu einem Umsatz von 100 Mill. Euro eine komplette Produktpalette zur Verfügung stellen, unter anderem Devisenkurs- und Zinssicherungsprodukte bis hin zu Fremdwährungsfinanzierungen- und anlagen.

„Das Projekt hat für die gesamte Sparkassen-Gruppe Bedeutung,“ sagte Schulz. Schließlich sei das Auslandsgeschäft für Sparkassen ein Markt mit „viel Musik“. Weitere regionale Vertriebsnetze für das Auslandsgeschäft sollen folgen.

Mit diesem Projekt sehen sich die Sparkassen auch als Vorreiter bei der Bündelung von Aktivitäten im Vertrieb. „Wir sind die ersten, die institutsübergreifend Beratungs- und Betreuungskompetenz im Front-Office bündeln“, sagte Schulz. Derzeit bündeln viele Häuser ihre Abwicklungstätigkeiten wie den Zahlungsverkehr.

Marktanteile abnehmen wollen die Sparkassen vor allem den großen Geschäftsbanken und Regionalbanken. „Wenn wir schon die Hauptlast im Mittelstandsgeschäft tragen, dann wollen wir auch die Früchte auf lukrativen Geschäftsfeldern wie dem Auslandsgeschäft ernten“, gab sich Schulz kämpferisch. Die Sparkassen haben hier zu Lande einen Marktanteil im Kreditgeschäft mit Mittelständlern von 42 Prozent.

Die S-International Rhein-Ruhr wird in das Auslandsnetzwerk der Landesbanken ebenso eingebunden wie in das Netzwerk der deutschen Großsparkassen, dem so genannten Country-Desk, der deutsche Sparkassen mit internationalen Banken verbindet, sagte deren Geschäftsführer Christoph Holzem.

Das Projekt sei nicht als Konkurrenzveranstaltung zur WestLB gedacht, deren neues Geschäftsmodell ein stärkeres Mittelstandsengagement vorsieht, sagte Michael Beck, Vorstandsmitglied der Sparkasse Essen.

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