Koos Timmermans ING-Finanzchef tritt nach Geldwäsche-Ermittlungen zurück

Der Vorstand Koos Timmermans verlässt die niederländische Großbank. Sie wurde wegen zu laxer Kontrollen zu einer hohen Strafe verdonnert.
Update: 11.09.2018 - 17:30 Uhr Kommentieren
ING: Koos Timmermans tritt nach Geldwäsche-Ermittlungen zurück Quelle: Presse ING
Koos Timmermans

Der ING-Finanzchef tritt zurück.

FrankfurtDer Geldwäscheskandal bei der niederländischen Großbank ING hat Konsequenzen für die Chefetage: Finanzvorstand Koos Timmermans verlässt das Geldhaus, wie die ING am Dienstag mitteilte. Sein Rücktritt folgt auf eine hohe Strafzahlung, zu der die Bank Anfang vergangener Woche verdonnert wurde. Die ING muss im Zuge eines Vergleichs 775 Millionen Euro zahlen, weil ihre Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche jahrelang mangelhaft waren.

Während des Zeitraums, in dem die niederländischen Behörden die Regelverstöße festgestellt haben, hatte Timmermans hohe Positionen in der Bank inne. „Wir bedauern die entdeckten Fehler sehr und nehmen die Sache sehr ernst“, sagte Aufsichtsratschef Hans Wijers. Es sei angemessen, dass auf Ebene des Managements Verantwortung übernommen werde.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge gehört der Vergleich zu den bislang kostspieligsten Zahlungen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität in den Niederlanden. „Das trifft erneut das Vertrauen in die Finanzbranche“, monierte Finanzminister Wopke Hoekstra.

In den vergangenen Tagen war der Druck aus der Politik weiter gestiegen. Unter anderem wurde infrage gestellt, ob der Staat weiterhin mit der ING als erster Adresse Geschäfte machen solle. Auch ING-Chef Ralph Hamers geriet in die Kritik. Zudem ist der Aktienkurs seit Bekanntwerden der Strafzahlung deutlich gefallen.

Die Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist denn auch deutlich: „Das Ergebnis ist, dass Kunden jahrelang kriminelle Aktivitäten nahezu ungestört über Konten von ING Niederlande abwickeln konnten.“ Die Bank habe mögliche Signale für Geldwäsche nicht erkannt. Dabei geht es um die Jahre 2010 bis 2016. Konkret nennen die Ermittler vier Fälle, bei denen über ING-Konten kriminelle Geschäfte abgewickelt worden seien, unter anderem Schmiergeldzahlungen.

Timmermans arbeitet seit mehr als 20 Jahren für die ING. Der 58-Jährige wurde zwar erst 2017 Finanzchef, war aber zuvor unter anderem oberster Risikokontrolleur der Bank. Man habe mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen. Bis er oder sie gefunden ist, behalte Timmermans indes seine Position, teilte die ING weiter mit.

Der Skandal kratzt am Image der ING, die Strafzahlung kann das Geldhaus indes gut stemmen. Zwar war die Bank in der Finanzkrise in Schieflage geraten und musste mit Staatsgeld gerettet werden, sie steht aber heute stabil da. 2017 verdiente die ING fast fünf Milliarden Euro. Wohl aber war sie dieses Jahr bereits unter Druck geraten. Nach massiven Protesten der Öffentlichkeit verzichtete die ING auf eine geplante Gehaltserhöhung von 50 Prozent für Hamers.

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