Kostenanstieg „Die Lage der Krankenkassen verschlechtert sich zusehends“

Die gesetzlichen Krankenkassen stehen vor einer Herausforderung: Die Kosten steigen jedes Jahr üm fünf Prozent, die Einnahmen sind deutlich geringer. Die Techniker Krankenkasse warnt vor einer zerfallenden Finanzlage.
1 Kommentar
Die Techniker Krankenkasse warnt: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht immer weiter auseinander.

Die Techniker Krankenkasse warnt: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht immer weiter auseinander.

BerlinDie Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wird sich nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) in den nächsten Jahren kontinuierlich verschlechtern. Wie der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas der Deutschen Presse-Agentur sagte, gibt es dafür im Wesentlichen zwei Gründe: Den kleineren Teil des Kostenanstieges mache die demografische Entwicklung aus, also die älter werdende Gesellschaft in Deutschland.

Für den größeren Teil sei die allgemeine Kostensteigerung verantwortlich. „Das ist eigentlich der Teil, an den die Politik rangehen muss.“ Denn die Kosten stiegen zurzeit um etwa fünf Prozent pro Jahr. Der Anstieg der Einnahmen falle dagegen deutlich kleiner aus. „Und dadurch geht die Schere immer weiter auseinander.“

So viel verdient der Chef Ihrer Krankenkasse
Frank Michalak_AOK Nordost
1 von 14

Die Kassenchefs machen Kasse: Die Vorstandsvergütungen bei den gesetzlichen Krankenkassen sind im vergangenen Jahr teils deutlich gestiegen. Das geht aus den jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen hervor. Die Kassen sind zur Offenlegung gesetzlich verpflichtet.

AOK Nordost - Frank Michalak

Die AOK Nordost ist eine Krankenkasse auf Schrumpfkurs. Auch im Jahr 2013 ging die Zahl der Versicherten leicht um 1,34 Prozent auf 1,743 Millionen zurück, wie der Dienst für Gesellschaftspolitik (DFG) berechnet hat. Vorstandschef Frank Michalak (hier in der Bildmitte mit Handballer Sven-Sören Christophersen, l., und dem Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja) verdiente dennoch mit 224.000 Euro rund 8000 Euro mehr als im Vorjahr.

KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit
2 von 14

Kaufmännische Krankenkasse (KKH) - Ingo Kailuweit

Die Kaufmännische Krankenkasse (ehemals KKG-Allianz) ist mit 1,772 Millionen Versicherten die elftgrößte in Deutschland. Vorstandschef Ingo Kailuweit hat im vergangenen Jahr eine Grundvergütung von 204.000 Euro erhalten. Dazu kommen bis zu 13,6 Prozent variable Bestandteile, abhängig von der Zielerreichung, und ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf. Im Vergleich zum Vorjahr blieben seine Bezüge damit gleich.

juergenpeter_aokniedersachsen
3 von 14

AOK Niedersachsen - Jürgen Peter

Die AOK Niedersachsen hat mit 2,385 Millionen die Zahl der Versicherten annähernd stabil gehalten. Die Bezüge des Vorstandschefs sind im Jahr 2013 dagegen gewachsen. Jürgen Peter verdiente 15.000 Euro mehr und kommt auf insgesamt gut 211.000 Euro.

Rolf_Steinbronn
4 von 14

AOK Plus - Rolf Steinbronn

Mit 2,697 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die Nummer neun unter den gesetzlichen Krankenkassen. Vorstandschef Rolf Steinbronn, der zum Jahresende in den Ruhestand ging, gehört trotzdem zu den Topverdienern der Branche. Im vergangenen Jahr nahm Steinbronn Bezüge in Höhe von gut 246.000 Euro mit nach Hause.

Litsch_AokNordwest
5 von 14

AOK Nord-West - Martin Litsch

Der Chef der AOK Nord-West hält seine Vergütung stabil, obwohl die Zahl der Versicherten leicht zurückgeht. Martin Litsch hat 2013 mit 197.000 Euro ziemlich genau so viel verdient wie im Vorjahr. Bei der AOK Nord-West sind 2,715 Millionen Menschen versichert.

Waeltermann_2012
6 von 14

AOK Rheinland-Hamburg - Günter Wältermann

Rund 3000 Euro mehr erhielt Günter Wältermann als Chef der AOK Rheinland-Hamburg. 2012 hatte sein Vorgänger im ersten halben Jahr 107.000 Euro verdient, Wältermann in der zweiten Jahreshälfte 70.000 Euro – im Gesamtjahr 2013 waren es jetzt 180.000 Euro. Bei der Versichertenzahl stagnierte die AOK Rheinland-Hamburg im vergangenen Jahr. 2,857 Millionen Menschen waren dort versichert.

Gerd_Ludwig
7 von 14

IKK Classic - Gerd Ludwig

Gerd Ludwig ist in der Gehaltsrangliste der gesetzlichen Krankenkassen auf dem Weg nach oben: Im vergangenen Jahr hat der Chef der IKK Classic erneut mehr verdient und kam auf eine Vergütung von rund 216.000 Euro. In den Vorjahren hatte er seine Bezüge bereits deutlich gesteigert. Die Erhöhungen hingen mit der Fusion der IKK Classic und der Vereinigten IKK im August 2011 und der entsprechend größeren Versichertenzahl zusammen. In 2013 dagegen konnte die IKK Classic nicht zulegen, die Zahl ging um 0,6 Prozent auf 3,526 Millionen zurück.

Die Politik in Bund und Ländern werde auf absehbare Zeit nicht bereit sein, das Problem grundsätzlich anzugehen. „Erst wenn es ganz eng wird, wird sich was tun. Und das ist in den nächsten zwei, drei Jahren nicht zu erwarten“, sagte Baas. Dabei verschlechtere sich die Finanzlage der rund 130 gesetzlichen Krankenkassen jetzt schon zusehends. Kaschiert werde dies derzeit noch durch Rücklagen bei den Kassen und im Gesundheitsfonds.

  • dpa
Startseite

1 Kommentar zu "Kostenanstieg: „Die Lage der Krankenkassen verschlechtert sich zusehends“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Für den größeren Teil sei die allgemeine Kostensteigerung verantwortlich."

    Sollte man sich da nicht besser mit der Politik abstimmen?

    Lässt denn nicht ausgerechnet jetzt die Politik verkünden, dass der Preisanstieg aktuell besonders niedrig ist und die EZB Angst vor Deflation, dem Rückgang der Preise, hat?

    Zugegeben, gefühlt stimme ich dem Beitrag zu, dass mein Warenkorb real immer kleiner wird. Aber was sagt schon mein und ihr Warenkorb. Wichtig ist was die Politiker verkünden.

    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Politiker uns Bürger für stroh-doof halten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%