Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kreditech 110 Millionen Euro für deutsches Fintech aus Südafrika

Eine Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers erwirbt einen „bedeutenden Minderheitsanteil“ an Kreditech, Spezialist für datenbasierte Kreditvergabe. Es ist die größte Beteiligung dieser Art in Deutschland.
Kommentieren
Eine Frau füllt schriftlich einen Kreditantrag aus. Diese Zeiten gehören möglicherweise der Vergangenheit an. Denn derzeit beteiligen sich große Konzerne an jungen Finanztechnologie-Unternehmen, die datenbasierte Kredite über das Internet vergeben. Quelle: dpa
Kreditvertrag

Eine Frau füllt schriftlich einen Kreditantrag aus. Diese Zeiten gehören möglicherweise der Vergangenheit an. Denn derzeit beteiligen sich große Konzerne an jungen Finanztechnologie-Unternehmen, die datenbasierte Kredite über das Internet vergeben.

(Foto: dpa)

BerlinDer Hamburger Spezialist für die datenbasierte Kreditvergabe, Kreditech, erhält eine 110 Millionen Euro schwere Investition von Payment Service Provider PayU, der Finanzsparte des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers. Das ist die bislang größte Beteiligung, die ein Investor bei einem deutschen Fintech einging.

Fintech, Abkürzung für Finanztechnologie, ist ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen. Fintech ist ein Kofferwort und setzt sich aus den Wörtern financial services und technology zusammen.

Welchen Anteil sich PayU damit an Kreditech sichert, verriet das Unternehmen allerdings nicht. Es soll sich um einen „bedeutenden Minderheitsanteil“ handeln. Mit dem Einstieg von PayU verabschiedeten sich offensichtlich einige Alt-Gesellschafter, darunter der Mitgründer Sebastian Diemer. Vor der Beteiligung engagierten sich beide Unternehmen in einem Pilotprogramm in Polen, in dem Konsumenten Kredite in Höhe von zehn Millionen Euro vermittelt wurden.

Im Kern besteht das Geschäftsmodell von Kreditech darin, Klein- und Ratenkredite über das Internet zu vergeben. Dabei stehen meist Kunden im Fokus, die bei Banken schlechte Karten hätten. „Financial freedom for the underbanked“, finanzielle Freiheit für die Menschen ohne Bankzugang, lautet daher auch der Slogan des Unternehmens. Mittels eines ausgeklügelten Scoring-Systems und der Analyse von Daten, die auch in sozialen Netzwerken zu finden sind, nimmt Kreditech für sich in Anspruch, die Bonität der Kunden und damit ihre Rückzahlfähigkeit realistisch einschätzen zu können. Da gleichwohl mit überdurchschnittlich hohen Ausfallraten zu rechnen ist, sind die Zinsen in der Regel auch zweistellig.

Investments, Namen und Kooperationen 2017
ING startet Fintech-Fonds
1 von 200

Die niederländische Bank ING hat am 25. Oktober bekannt gegeben, dass sie den 300-Millionen-Euro schweren Fonds ING Ventures gestartet hat, um damit in Fintechs zu investieren. Mit Fintechs zu kooperieren und in sie zu investieren gehöre zum Kern ihrer Innovationsstrategie. Weltweit hat die Bank nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren bereits 115 strategische Partnerschaften und Investments getätigt.

(Foto: dpa)
Deutsche Bank startet Digi-Venture-Fonds
2 von 200

Die Deutsche Bank beteiligt sich mit knapp 25 Prozent am Fintech Dwins. Es ist das erste Investment des neuen Digi-Venture-Fonds der Privatkundensparte. Der Fonds soll in strategisch interessante Finanztechnologie-Unternehmen investieren und ist aktuell mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgestattet. Ab Dezember sollen Deutsche Bank-Kunden den von Dwins entwickelten Finanzplaner „Finanzguru“ exklusiv nutzen können...

N26 will in die USA expandieren
3 von 200

Die Smartphone-Bank N26 will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Finanztechnologie-Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. „Die USA sind ein spannender Markt für N26, der uns große Möglichkeiten eröffnet“, sagte Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf, der die Pläne am 23. Oktober in Las Vegas vorstellte...

(Foto: PR)
Bux sammelt 10,6 Millionen Euro ein
4 von 200

Die niederländische Börsen-App Bux hat 10,6 Millionen Euro von einem Investorengremium um den deutschen Fonds Holtzbrinck Ventures eingesammelt. Bux widmet sich einem sehr deutschen Problem: der weit verbreiteten Angst vor Aktien. Gründer Nick Bortot (Foto) will vor allem jungen Leuten die Börse spielerisch näherbringen. Das Amsterdamer Start-up soll bereits 1,2 Millionen Nutzer haben, ein Drittel davon in Deutschland und Österreich...

JP Morgan übernimmt WePay
5 von 200

JP Morgan hat den Zahlungsdienstleister WePay übernommen. Wie am 18. Oktober bekannt wird, will die größte US-Bank damit wohl rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren...

(Foto: dpa)
Compeon erhält zwölf Millionen Euro
6 von 200

Der auf Firmenkunden spezialisierte Kreditvermittler Compeon sammelt zwölf Millionen Euro ein. Wie die Vermittlungsplattform für Unternehmensfinanzierungen am 12. Oktober meldet, stammt das Geld von seinen Altinvestoren. Angeführt wurde die zweite Finanzierungsrunde von Tengelmann Ventures. Beteiligt sind daneben auch btov Partners und Dieter von Holtzbrinck Ventures – letztere gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt. Compeon bezeichnet sich selbst als Marktführer unter den digitalen Plattformen für gewerbliche Finanzierungen und kooperiert mit mehr als 220 Banken, Fördermittelanbietern und Spezialfinanzierern. Gegründet wurde das Fintech von Nico Peters, Frank Wüller und Kai Böringschulte (Foto: von links). Die Plattform ging Mitte 2013 an den Markt.

(Foto: PR)
Element bekommt Bafin-Lizenz
7 von 200

Das von dem Berliner Company-Builder Finleap gegründete Start-up „Element“ hat für sein Versicherungsgeschäft eine Lizenz von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin erhalten. Wie das Fintech am 11. Oktober meldet, gilt die Erlaubnis für Schaden- und Unfallversicherungen, was Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen sowie das Reisegeschäft einschließt. Als möglichen Partner nennt Element neben anderen Start-ups aus der Versicherungsbranche – sogenannten InsurTechs – auch etablierte Marken und Händler sowie klassische Versicherungen und Vermittler. Geschäftsführer Sascha Herwig (links im Bild, mit Wolff Graulich und Henning Groß) war zuletzt Bereichsleiter bei der Nürnberger Versicherung.

(Foto: PR)

Obwohl Verbraucherschützer wegen der „Datenschnüffelei“ nicht gut auf Kreditech zu sprechen sind, tat das dem Interesse der Investoren keinen Abbruch. Das 2012 gegründete Unternehmen hat bislang rund 180 Millionen Euro an Eigenkapital eingesammelt. Zum illustren Investorenkreis zählen beispielsweise J.C. Flowers, der deutschstämmige Paypal-Gründer Peter Thiel, die Weltbank und das japanische Unternehmen Rakuten.

Parallel mit der Beteiligung haben sich Kredittech und PayU auf eine globale Partnerschaft verständigt. PayU ist in Osteuropa, Indien und Lateinamerika engagiert und zählt nach eigenen Angaben 300.000 Geschäftskunden. Mit dem neuen Investor sieht sich Kredittech in der Lage, sein „Lending-as-a-service“-Modell mit dem Scoring-Algorithmus diesen Geschäftskunden anzubieten. „Wir sehen darin enormes Technologie-Potenzial, um Finanzdienstleistungen in Ländern anzubieten, die bislang unterversorgt waren“, so der Vorstandschef von PayU, Laurent le Moal.

Startseite

0 Kommentare zu "Kreditech: 110 Millionen Euro für deutsches Fintech aus Südafrika"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote