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Kreditvergabe Immobilienboom treibt Baufinanzierungsgeschäft der Volksbanken

Nicht nur Sparkassen, auch Volks- und Raiffeisenbanken vergeben dieses Jahr deutlich mehr Kredite. Manchen Instituten wird der Markt zu heiß.
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Viele Institute kämpfen mit erhöhter Kreditvergabe gegen die Folgen der anhaltenden Niedrigzinsen. Quelle: dpa
Genossenschaftsverband der Volks- und Raiffeisenbanken

Viele Institute kämpfen mit erhöhter Kreditvergabe gegen die Folgen der anhaltenden Niedrigzinsen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Immobilienboom und die gute Konjunktur sorgen für starkes Kreditwachstum bei den Sparkassen und auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Die Volks- und Raiffeisenbanken, die dem Genossenschaftsverband angehören, haben im ersten Halbjahr 2018 ihren Kreditbestand um drei Prozent auf rund 286 Milliarden Euro ausgeweitet. Der Verband vertritt gut 400 der insgesamt gut 900 genossenschaftlichen Geldhäuser.

Dabei wächst das Kreditgeschäft mit privaten Kunden ebenso wie mit Firmenkunden. Bei Baufinanzierungen legte der Bestand um 4,3 Prozent zu, binnen zwölf Monaten kletterte das Volumen sogar um mehr als acht Prozent.

Die deutschen Sparkassen hatten kürzlich ebenfalls über ein deutliches Kreditwachstum berichtet. Der Kreditbestand erhöhte sich im ersten Halbjahr um rund zwei Prozent auf gut 808 Milliarden Euro. Die 385 Sparkassen sagten insgesamt neue Darlehen über fast 78 Milliarden Euro zu und damit vier Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Sowohl im Geschäft mit Unternehmen als auch mit privaten Kunden gab es ein deutliches Plus im Neugeschäft. Auch bei den Sparkassen schlug sich der Immobilienboom nieder. Das Neugeschäft im privaten Wohnungsbau kletterte um 3,4 Prozent. Damit bestätigt sich ein Trend der jüngeren Vergangenheit: Sowohl Sparkassen als auch Volksbanken haben ihren Kreditbestand schon in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet.

Indem die regionalen Geldhäuser mehr Kredite vergeben, stemmen sie sich gegen die niedrigen Zinsen. Der Leitzins in der Euro-Zone beträgt seit längerem null Prozent. Sparkassen und Volksbanken trifft das besonders, weil sie in hohem Maße abhängig sind vom Zinsgeschäft, aus dem rund 80 Prozent ihrer Einnahmen stammen. Die Minizinsen drücken auf die Margen im wichtigen Kreditgeschäft und lassen die Renditen der Eigenanlagen schmelzen.

Die Bundesbank hatte Anfang des Jahres gewarnt, dass die Überbewertungen von Immobilien in Großstädten nochmals zugenommen habe. Von einer Blase am Wohnungsmarkt ist aber bislang nicht die Rede.

Harter Preiswettbewerb unter Banken

Es gibt in der Branche aber auch Institute, die zuletzt deutlich weniger neue Immobilienkredite vergeben haben als zuvor. Bei der Münchener Hypothekenbank, die zum genossenschaftlichen Verbund gehört, sank das Neugeschäft der Wohn- und Gewerbeimmobilienfinanzierung im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent.

„Stärker als in den Vorjahren spürten wir in den vergangenen sechs Monaten den immer schärfer geführten Preiswettbewerb sowohl in der Wohn- als auch in der Gewerbeimmobilienfinanzierung. Dem damit verbundenen zunehmenden Druck auf Margen und Ausläufe sind wir aber nur im Rahmen unserer konservativen Risikopolitik bereit mitzugehen“, schrieb die Münchener Hyp in ihrem Bericht zum ersten Halbjahr.

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