Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kreditvergabe statt Finanzhilfen Deutsche Bank findet kostengünstigen Umgang mit US-Hypothekenstrafe

Statt gebeutelte Hausbesitzer zu unterstützen, will das Frankfurter Institut lieber dabei helfen, neue Kredite zu vergeben. Das ist legal, sorgt aber für Kritik.
Kommentieren
Die Bank will sich auf die Vergabe neuer Hypotheken konzentrieren. Quelle: AP
Deutsche Bank

Die Bank will sich auf die Vergabe neuer Hypotheken konzentrieren.

(Foto: AP)

New YorkDie milliardenschweren Zahlungen für faule Hypothekengeschäfte in den USA haben die Aktionäre der Deutschen Bank lange in Atem gehalten. Auf 7,2 Milliarden Dollar einigte sich das Institut Ende 2016 schließlich mit dem US-Justizministerium. Es war damals die größte Strafzahlung in der Geschichte der Bank. Nun haben die Frankfurter jedoch einen Weg gefunden, die Auflagen ohne große Kosten zu erfüllen.

Die Vereinbarung sah 3,1 Milliarden Dollar an Strafzahlungen vor. Der Rest sollte Hausbesitzern oder Gemeinden zugute kommen, die von der Finanzkrise besonders stark betroffen waren. Dafür stehen der Bank vier Wege zur Auswahl: Sie könnte Wohnraum für Geringverdiener bauen, Hypothekenschulden erlassen, die Rückzahlungen reduzieren oder neue Kredite an Hauskäufer vergeben, die nur geringe Einkommen haben oder von der Finanzkrise besonders stark betroffen waren.

Lange Zeit sah es so aus, als würde die Bank sowohl bei der Vergabe neuer Kredite helfen, als auch Amerikaner bei der Rückzahlung bestehender Hypotheken entgegenkommen, wie aus einem Bericht des zuständigen Kontrolleurs hervorgeht, der Ende der Woche veröffentlicht wurde.

Doch die Bank hat sich nun entschieden, sich allein auf die Vergabe neuer Hypotheken zu konzentrieren. Das werde „die notleidenden Hausbesitzer enttäuschen, ebenso wie viele andere, die sich in den vergangenen Jahren an den Aufseher gewendet haben, in der Hoffnung, finanzielle Hilfen zu bekommen“, schreibt Michael Bresnick, Partner der Washingtoner Kanzlei Venable, der sicherstellen soll, dass die Deutsche Bank ihre Vereinbarungen einhält.

Da die Frankfurter in den USA nicht selbst Kredite vergeben, wurde mit dem Justizministerium ein Umweg ausgearbeitet. Die Deutsche Bank stellt die Finanzierung für Hypothekenbanken bereit, die wiederum Kredite vergeben und dann an die in der Krise verstaatlichten Hypothekeninstitute Fannie Mae und Freddie Mac weiterverkaufen.

Für jeden vergebenen Kredit bekommt die Bank rund 10.000 Dollar gutgeschrieben – so lange, bis die 4,1 Milliarden Dollar erreicht sind. Bislang wurden rund 190.000 solcher Kredite vergeben und insgesamt gut 1,5 Milliarden Dollar abgetragen.

Die Option, Kredite zu finanzieren, ist für die Bank besonders vorteilhaft. Für die Finanzierung bekommt das Institut Zinsen. Allerdings würden damit lediglich die Kosten der Bank gedeckt und keine Gewinne gemacht, heißt es in Finanzkreisen. Dennoch muss die Bank die 4,1 Milliarden Dollar nicht tatsächlich bezahlen. Hätte sich die Bank dagegen für den Bau von Wohnraum oder eine der anderen Optionen entschieden, hätte sie das Geld tatsächlich aufbringen müssen.

Die Bank habe diesen Strategieschwenk gewählt, weil sich der US-Hypothekenmarkt in den vergangenen Jahren deutlich erholt hat, heißt es in einem Statement. Die Ausfallraten sind derzeit so gering wie seit 18 Jahren nicht mehr, wie aus einem Report des Analysehauses Corelogic hervorgeht. Allerdings würden eine ganze Reihe von Amerikanern unter den Folgen von Hurrikans leiden, die im vergangenen Jahr große Gebiete in den Bundesstaaten Texas und Florida unter Wasser gesetzt haben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kreditvergabe statt Finanzhilfen - Deutsche Bank findet kostengünstigen Umgang mit US-Hypothekenstrafe

0 Kommentare zu "Kreditvergabe statt Finanzhilfen: Deutsche Bank findet kostengünstigen Umgang mit US-Hypothekenstrafe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.