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Kriselnde Landesbank Sparkassen sehen NordLB-Angebot von Investoren skeptisch

Die Sparkassen halten wohl an ihrem Plan für eine eigene Auffanglösung für die Nord LB fest. Am Donnerstag wollen sie ihr Angebot unterbreiten.
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Bei einem Zuschlag für die NordLB wollen die US-Investoren den Sparkassen wohl wichtige Vermögenswerte der Landesbank anbieten. Quelle: dpa
NordLB

Bei einem Zuschlag für die NordLB wollen die US-Investoren den Sparkassen wohl wichtige Vermögenswerte der Landesbank anbieten.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtDas Angebot von US-Investoren zur NordLB stößt im Sparkassen-Lager auf Skepsis. Die Offerte von Cerberus und Centerbridge für knapp die Hälfte der Landesbank berücksichtige zwar einige Interessen der Sparkassen, sagten mehreren Insider am Montag zu Reuters. Aber es gebe auch Nachteile. Deshalb dürften die Sparkassen und Landesbanken an ihrem Plan einer eigenen Auffanglösung für die NordLB festhalten.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sieht die Eigner am Zug. „Die Träger der NordLB müssen bewerten, wie sie mit dem Angebot privater Investoren umgehen wollen“, sagte ein DSGV-Sprecher. „Wir sind vorbereitet, die Interessen der Sparkassen-Finanzgruppe und ihrer Kunden zu wahren.“

Diese Woche stehen wichtige Entscheidungen an. So wollen die Sparkassen am Donnerstag ein eigenes Angebot für die NordLB auf den Weg bringen, um den Einstieg privater Investoren zu verhindern. Am gleichen Tage beraten die NordLB-Eigentümer über die Offerte der US-Investoren und die geplante Auffanglösung der Sparkassen und Landesbanken.

Am Freitag nimmt die Aufsicht die Pläne unter die Lupe. Danach fällt Insidern zufolge wohl eine Richtungsentscheidung zur Zukunft der NordLB.

Am Wochenende hatten Cerberus und Centerbridge laut Insidern ein gemeinsames Angebot für die NordLB abgegeben. Bank und Mehrheitseigentümer Niedersachsen stellten eine rasche Grundsatzentscheidung in Aussicht und bekräftigten, man sei offen für eine öffentlich-rechtliche Lösung.

Niedersachsen hält knapp 60 Prozent an der NordLB und Sachsen-Anhalt fast sechs Prozent. Auf Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern entfallen rund 35 Prozent.

Bei einem Zuschlag für die NordLB wollen die US-Investoren Finanzkreisen zufolge den Sparkassen wichtige Vermögenswerte der Landesbank anbieten. Demnach könnten die öffentlichen Teile herausgelöst werden, hier vor allem um die Braunschweigische Landessparkasse und das Verbundgeschäft der NordLB mit den Sparkassen. Herausgelöst werden könnten auch das Lottogeschäft Niedersachsens, Förderbanken, die Landesbausparkasse oder ein Anteil an der DekaBank.

Gemeinsames Vorgehen dürfte für Sparkassen das kleinere Übel sein

Dies könnte aber für die Sparkassen teurer werden als die eigene Auffanglösung, hieß es im öffentlich-rechtlichen Sektor. Zudem würde ein Zuschlag für die US-Investoren bedeuten, dass die Bank mit privaten Investoren im Haftungsverbund der Sparkassen verbliebe.

Ein anderer Eingeweihter sagte, die Sparkassen-Familie werde sich für das weniger große Übel entscheiden. Dies dürfte auf das gemeinsame Vorgehen mit Landesbanken und den NordLB-Eignern hinauslaufen. Der Kapitalbedarf der NordLB liegt Insidern zufolge bei rund 3,6 Milliarden Euro.

Das Thema beschäftigt zunehmend die Landesparlamente in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Das Risiko für den Steuerzahler muss reduziert werden und es darf kein weiteres Steuergeld in die Bank fließen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion in Hannover, Christian Grascha.

Der Grünen-Finanzexperte Stefan Wenzel betonte: „Das Angebot der Hedgefonds ist eine vergiftete Pille.“ Die Regierung müsse die Parlamentarier auch über das „Kleingedruckte“ informieren. Er forderte ebenso wie die FDP eine unverzügliche Unterrichtung des zuständigen Landtagsausschusses. Dazu gehörten auch Informationen über das „Kleingedruckte“.

„Der Sanierungsplan darf nicht von der Möglichkeit des Zugangs zu einer außerordentlichen finanziellen Unterstützung aus öffentlichen Mitteln oder vom Erhalt einer solchen Unterstützung ausgehen“, warnte Wenzel. Der Grünen-Politiker bezog sich dabei auf offiziell unbestätigte Berichte, wonach die Anleger einen Verbleib der NordLB im Haftungssystem der öffentlich-rechtlichen Sparkassen-Finanzgruppe fordern und das Land zudem Pensionslasten von rund 1,5 Milliarden Euro übernehmen soll.

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