Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kritik an Banken Bundesbank-Vorstand warnt vor Pauschal-Verurteilung

Finanzminister Schäuble hatte eine schärfere Regulierung der Banken gefordert – und erntete Kritik aus der Finanzbranche. Nun nimmt Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret die Banken teilweise in Schutz.
11 Kommentare
Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret wendet sich gegen eine pauschale Verurteilung der Finanzbranche. Quelle: Reuters

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret wendet sich gegen eine pauschale Verurteilung der Finanzbranche.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat sich im Streit zwischen der Politik und den Banken gegen eine pauschale Verurteilung der Branche gewandt. „Alles in allem warne ich davor, das Fehlverhalten Einzelner auf das gesamte Bankwesen hochzurechnen“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret dem Handelsblatt (das Dossier hier zum Download).

Dabei bezog er sich auch auf die Manipulationen von Händlern an Referenzzinsen wie dem Libor, der als Grundlage für die Berechnung von Finanzprodukten dient. „Viele Institute sind gar nicht an der Festsetzung von Referenzsätzen beteiligt, und es ist nicht gerechtfertigt, jeden bei einer beschuldigten Bank Beschäftigten pauschal als kriminell darzustellen“, mahnte Dombret, der unter anderem für die Finanzstabilität zuständig ist.

Damit reagiert die Bundesbank auf den schwelenden Streit zwischen Politikern und Bankmanagern. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich gegen eine Regulierungspause für die Banken ausgesprochen und im Handelsblatt-Interview gesagt, die Kreativität der Institute, die Regulierung zu umgehen, sei weiterhin groß. Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank und Präsident des privaten Bankenverbands BdB hatte dem Minister danach entgegen gehalten, es sei unverantwortlich und populistisch, wenn man die Fortschritte im Bankenbereich nicht sehe.

Dombret nimmt die Banken jetzt teilweise in Schutz, fordert aber auch ein hartes Durchgreifen in den Häusern gegen schwarze Schafe. Es sei „ein Selbstreinigungsprozess im Gange, der notwendig ist, zu dem man den Banken aber auch die Chance geben muss. In Zukunft muss überall ‚Null Toleranz‘ der Maßstab sein.“

Kritisch sieht Dombret die Forderungen nach einer Auszeit für die Banken bei den neuen Vorschriften. "Eine Regulierungspause kann es erst geben, wenn die internationale Reformagenda abgearbeitet ist. Insbesondere das „Too big to Fail“-Problem muss über wirksame, weltweit gültige Abwicklungsregime gelöst werden“, erklärte der Top-Bundesbanker.

Außerdem gebe es noch Handlungsbedarf bei außerbörslichen Derivaten. „Schließlich geht es nicht nur um die Regulierung von Banken, sondern auch von Schattenbanken, und Zentrale Gegenparteien müssen sicherer gemacht werden“, forderte Dombret.

Bei der Festsetzung der Referenzzinsen betont die Bundesbank die Selbstverantwortung der Kreditinstitute. „Referenzsätze werden von den Banken und ihren Kunden genutzt - deshalb kann die Privatwirtschaft bei der Festsetzung von Referenzsätzen auch nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Je mehr Institute hierbei mitwirken, umso schwieriger werden Manipulationen. Insofern sind wir an einem möglichst großen Teilnehmerkreis interessiert“, ergänzte Dombret.

Das Handelsblatt-Dossier zum Thema finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • pk
  • mm
  • rob
Startseite

Mehr zu: Kritik an Banken - Bundesbank-Vorstand warnt vor Pauschal-Verurteilung

11 Kommentare zu "Kritik an Banken: Bundesbank-Vorstand warnt vor Pauschal-Verurteilung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was in der Ukraine gerade läuft und in Ägypten schon lief, wird ab nächstem Jahr auch in der EUdSSR, beginnend mit der BRD los brechen....die Banken sind für das Finanzdebakel zweifelsfrei verantwortlich zu machen! So kann es einfach nicht weiter gehen!

  • Pauschal sind bislang rdabt 1,2 Billionen Euro (D) Verpflichtungszusammenhänge für eine nebulös bleibende Bankenrettung.

  • Das ganze System ist faul! Es hilft nur ein echter Reset wie nach der Revolution von 1848!!! Aber erst müssen Köpfe rollen.....

  • Was soll ich sagen absolute Zustimmung! Aber - es müssen endlich gerechte Konsequenzen her!

  • An der Summe der Vorfälle, muss man aber die frage in den Raum werfen, ob das System kriminellen nicht erst anzreiz bietet....... auch wenn nicht jeder Beschäftigte Dreck am stecken hat.... so ist doch die Branche als ganzes in den letzen 30 jahren nicht so prickelnd aufgefallen....

  • "Bundesbank-Vorstand warnt vor pauschaler Verurteilung"

    hierbei handelt es sich um eine politisch-typische Aussage, es redet hier nicht ein verantwortungsvoller Bankenfachmann.

    Die sog. Bankenschelte war ja gar nicht so pauschal, sondern bezog sich auf die Spekulation und Manipulation der größten deutschen Banken.

  • Sorry aber ... ja, nicht jeder im Bankensystem ist kriminell aber die die Quote dürfte sehr hoch sein und mit den Auswirkungen dramatisch! Etwas schmunnelnd .. keine Macht dem Mafia Banken System (Arbeiterfaust)
    Ernsthaft: Banken müssen Pleite gehen, dürfen nicht mit Millarden auf Steuergeld gerettet werden und die "Mache" gehören in den Gulag!

  • Ich warte auf den Anwalt, der in einem Wirts haftsstrafverfahren, angenommener Schaden 1 Million Euro dem Staatsanwalt einen Euro auf den Tisch legt und damit das Verfahren für beendet erklärt. Begründung, so kommt im Verhältnis etwa die Deutsche Bank bei den Libormanipulationen weg, und natürlich wird keine Person verurteilt. Gleiches Recht für alle.

  • Statt Geldbußen Knast!
    Was soll denn das? Jeder Wicht der im Geschäftsleben Mist baut, Steuern hinterzieht oder Insolvenzen verschleppt ist vorbestraft.
    Kann man vielleicht dem dummen Volk mal erklären warum da eine Bank mit den Geldern seiner Aktionäre, und nicht auch die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden?
    Dann wären manche Probleme erst garnicht entstanden, oder würden erst garnicht diskutiert, eben weils dafür schwedische Gardinen gibt.
    Es ist ein Unding, Massenüberwachung zuzulassen, aber diejenigen die absichtlich Millarden in den Sand setzen, frei am Strand rumlaufen zu lassen.

  • „Alles in allem warne ich davor, das Fehlverhalten Einzelner auf das gesamte Bankwesen hochzurechnen“

    "Dombret nimmt die Banken jetzt teilweise in Schutz, fordert aber auch ein hartes Durchgreifen in den Häusern gegen schwarze Schafe"

    Dieses Finanzwesen hat ein durch und durch für die übergroße Mehrheit der Bevölkerung (mher als 99%) unerwünschtes ja als fast schon "mafiös" angesehenes Geschäftsmodel.

    (Da sind nicht die Sparkassen und Volksbanken gemeint)

    Wenn man den Sumpf trockelegen will darf man natürlich nicht die Frösche fragen!!!! Deshalb lasst die Investmentbankjünger nur lauft quacken. Zu selbstreinigungsprozess innerhalb der Bankien ist nur zu sagen... leider wird immer deutlicher, dass der Fisch auch hir vom Kopfe stinkt und zwar mächtig - gell Herr Jain! Deshalb mit einer Totalrasur am Kopfe anfangen... sonst wird nichts draus ... Plitiker haben Vorständen, dei in Skanddale vereickelt sind (siehe notwendige und gemachrt Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten) einfach nicht zu reden, sie nicht zu besuchen und sich nicht besuchen lassen - das trifft die Burschen am meisten!!! also liebe Leut, bewertert bei Wahlen eure Politiker (und natürlich deren Parteien) danach wie sie es mit den Bankern halten!!

Alle Kommentare lesen