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Bitcoin-Münze

Der Höhenflug der digitalen Währung zieht immer neue Investoren an.

(Foto: picture alliance / abaca)

Krypto-Währungen Der Bitcoin-Hype erreicht die Fondsbranche

Der Hype um Bitcoin und Co. lässt die Zahl von Krypto-Fonds steigen. Auch traditionelle Investoren ziehen mit und machen das Geschäft so professioneller.
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FrankfurtSie haben bei den großen Namen der Branche gearbeitet – mit guten Aussichten, Karriere zu machen. Dennoch haben sie diese Jobs aufgegeben: Asim Ahmad bei dem Fondsriesen Blackrock, Justin Saslaw bei der US-Investmentbank Goldman Sachs und Petro Levchenko bei der Schweizer Bank Credit Suisse.

Sie haben sich selbstständig gemacht oder sind zu kleineren Firmen gewechselt, die sich auf Investitionen in Krypto-Währungen wie Bitcoin und die Basistechnologie Blockchain verlegt haben. Das geht aus ihren LinkedIn-Profilen hervor. Die Möglichkeiten, die sich böten, seien „zu groß, um sie zu verpassen“, sagte Ahmad dem Branchendienst Coindesk.

Die Zahl der Banker und Vermögensverwalter wächst stetig, die wie Ahmad, Saslaw und Levchenko etablierte Finanzhäuser verlassen und in die Krypto-Welt eintauchen. Der Hype um digitale Währungen, angefacht durch massive Kurssteigerungen, führt zu immer mehr Fonds für Krypto-Assets – eine Entwicklung mit einem weiteren Nebeneffekt: „Der Markt wird reifer und professioneller“, sagt Lex Sokolin von dem renommierten Analysehaus Autonomous.

Neben immer neuen Investoren, die teilweise aus der traditionellen Welt kommen, tragen auch verschiedenen Investmentstrategien dazu bei und Veränderungen der Marktstrukturen, die sich denen in der klassischen Vermögenswelt annähern. So nehmen die Zahl der Handelsplattformen für digitale Währungen zu und die der Verwahrstellen, die wie Depotbanken die Verwaltung von Bitcoin & Co. übernehmen.

„Die Infrastruktur ist vor allem in den USA schon weiter entwickelt, Europa holt jetzt langsam auf“, sagt Laurenz Apiarius, Chef und Gründer von Blockwall, dem ersten deutschen Fonds für Krypto-Assets.

Autonomous-Experte Sokolin erhofft sich von dieser Entwicklung einiges: „Dies könnte zu einer Bereinigung einiger negativer Phänomene führen – wie beispielsweise betrügerischer Krypto-Börsengänge.“ Dazu dürfte auch die zunehmende Regulierung des Geschäfts beitragen: Das werde am Ende „als Katalysator fungieren, um mehr institutionelle Investoren“ zum Einstieg in den Markt zu motivieren, heißt es in einer jüngst erschienenen Studie der Beratungsgesellschaft Tabb Group.

Nach 201 neuen Krypto-Assets-Fonds, die im vergangenen Jahr gegründet wurden, sind in diesem Jahr Experten zufolge bereits 40 hinzugekommen. Insgesamt liegt die Zahl bei etwa 300, wie aus Statistiken von Autonomous von Ende Mai hervorgeht. Rund zehn wurden bereits dauerhaft geschlossen.

Die Fonds verwalten Schätzungen zufolge ein Vermögen von bis zu fünf Milliarden Dollar. Dominiert wird der Markt aber von etwa einem Dutzend Anbieter wie Polychain und Pantera, die jeweils 100 Millionen Dollar und mehr verwalten.

Der Bitcoin dominiert

Viele der Fonds sind bitcoinlastig. Unter den Kryptowährungen haben Bitcoins die größte Liquidität. Zu den wichtigsten digitalen Währungen gehören zudem Ripple, Ether, EOS sowie Bitcoin Cash, eine Bitcoin-Abspaltung. Die fünf wichtigsten Währungen haben im vergangenen Jahr ihren Marktwert von 20 Milliarden Dollar auf mehr als 430 Milliarden Dollar gesteigert – ein Plus von mehr als 2.000 Prozent. Seither ist ihr Wert jedoch eingebrochen und lag zuletzt bei knapp 250 Milliarden Dollar.

Das hat auch den Fonds zugesetzt. Nach Angaben des Branchendienstes Hedge Fund Research ist der Index, der die Entwicklung aller auf Krypto-Währungen spezialisierten Hedgefonds verfolgt, seit Anfang dieses Jahres um gut 20 Prozent im Minus.

Durch den Markteinstieg neuer und erfahrener Investoren hoffen Experten auch darauf, dass die massiven Kursbewegungen bei Krypto-Assets im Lauf der Zeit etwas verhaltener ausfallen. Dass diese bisher so extrem ausfielen, habe auch viel mit fehlender Erfahrung und Unwissen der Anleger zu tun, meint Sokolin. Daher würden Reaktionen auf positive und auch negative Nachrichten meist übertrieben ausfallen.

Bis sich das ändert, versuchen langfristige Investoren wie Apiarius von Blockwall das heftige Auf und Ab der Kurse auszublenden und sich stattdessen an „fundamentalen Informationen“ zu orientieren. Bei der Kryptowährung EOS etwa bedeutet das, „dass wir uns die Vorteile gegenüber ähnlichen Assets anschauen und die Finanzausstattung der Entwickler“, erläutert Apiarius.

„Und die ist im Falle von EOS enorm.“ Für ihn zunächst ein Grund, bei der Investition in EOS Geduld zu haben und „sie – wenn nichts Grundlegendes die Hypothese ändert – für die nächsten ein, zwei Jahre nicht in Frage zu stellen.“ Egal, wie sich der Kurs bewegt.

Bei anderen Währungen könnten dagegen regulatorische Eingriffe schon deutlich früher zum Verkauf führen. Das befürchten einige im Markt etwa bei Zcash. Aufsichtsbehörden könnten Zcash für illegal erklären oder Geschäfte mit der Währung deutlich erschweren. Denn die Krypto-Währung ermöglicht die Übertragung von Geldwerten, ohne dass Sender und Empfänger bekannt werden. Zcash gehört zu den Krypto-Assets, deren Kurs daher zuletzt wieder deutlich gefallen ist.

Um mit der Achterbahnfahrt der Kurse in der Krypto-Welt klarzukommen, empfehlt der einstige Blackrock-Manager Ahmad folgenden Weg: Man dürfe das Geld, das man mit Investitionen in Krypto-Assets verdiene, mental nicht verplanen. „Denn wenn man damit anfängt, tut es weh, wenn der Kurs fällt“, sagte Ahmad der Nachrichtenagentur Bloomberg. Wenn man vom Aufwärtstrend der Währungen profitiert habe, müsse man akzeptieren, dass es auch genauso stark abwärts gehen könne – wenn nicht sogar stärker.

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