Kündigung Commerzbank verliert gegen Bankerin

Die Commerzbank hat eine Bankerin zu Unrecht gekündigt, die insgeheim einen Prozess wegen sexueller Diskriminierung gegen ihren Ex-Arbeitgeber führte. Der ist ausgerechnet die Deutsche Bank. Nun geht es um Schadenersatz.
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Die Commerzbank hat einer Londoner Investmentbankerin zu Unrecht gekündigt. Quelle: dpa

Die Commerzbank hat einer Londoner Investmentbankerin zu Unrecht gekündigt.

(Foto: dpa)

LondonDie Commerzbank hat eine Investmentbankerin in London einem Urteil zufolge zu Unrecht entlassen. Die Frau hatte der zweitgrößten deutschen Bank verheimlicht, dass sie gegen ihren vorherigen Arbeitgeber, die Deutsche Bank, einen Prozess wegen sexueller Diskriminierung führte.

Das sei ein Vertrauensbruch, fanden ihre Vorgesetzten bei der Commerzbank und kündigten ihr unmittelbar, nachdem ihre millionenschwere Klage durch den Bericht einer Nachrichtenagentur öffentlich geworden war. Das hielt das Arbeitsgericht in dem am Montag veröffentlichten Beschluss für nicht nachvollziehbar. Der Commerzbank selbst sei aber keine geschlechtsbedingte Benachteiligung vorzuwerfen.

Der Fall hatte in Großbritannien große Schlagzeilen gemacht. Wie viel Schadenersatz der Frau zusteht, soll erst im September festgelegt werden. Die Bankerin, die als Händlerin 150.000 Pfund im Jahr verdienen sollte, hatte die Bank auf 13 Millionen Pfund Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagt.

Die Commerzbank beharrte auf ihrer Auffassung: „Bei der Commerzbank haben Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Mitarbeiter höchste Priorität, nicht zuletzt wegen ihrer Verantwortung gegenüber Kunden und Aufsichtsbehörden“, erklärte eine Sprecherin am Montag. „Die Bank hat sich von der Klägerin aufgrund eines Vertrauensbruchs getrennt, da diese im Laufe ihrer Einstellung lückenhafte Angaben gemacht hat, die ein falsches Gesamtbild abgaben.“ Die Bank prüfe ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Mit der Deutschen Bank hat sich die Klägerin inzwischen außergerichtlich geeinigt. Sie hatte dort gekündigt und geklagt, weil ihre männlichen Kollegen schneller befördert worden seien und mehr als dreimal so hohe Boni erhalten hätten wie sie. Wenig später heuerte sie bei der Commerzbank an.

Dass sie dort andere Gründe für ihren Abschied bei der Deutschen Bank angegeben und die Klage verschwiegen habe, ließ das Arbeitsgericht nicht als Anlass für eine Kündigung gelten. „Das war unserer Ansicht nach eher eine emotional getriebene als eine analytische Entscheidung“, schrieben die Richter. Die Bankerin teilte über ihren Anwalt mit, sie sei „absolut glücklich“ mit dem Urteil gegen die Commerzbank.

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5 Kommentare zu "Kündigung: Commerzbank verliert gegen prozessierende Bankerin"

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  • Sexuelle Diskriminierung wird u.a. folgendermaßen definiert: Herabsetzung, Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Dieser Tatbestand wurde bejaht,die Klägerin war gegenüber ihren männlichen Kollegen, die andere Boni-Sonderzahlungen erhielten, schelchtergestellt. Viel interessanter ist aber das Verhalten der Commerzbank, will heißen, Mitarbeiter, die nicht duckmäusern, sondern ihre Rechte kennen und sich zu wehren wissen, sind nicht willkommen. Man will es schön geschmeidig...deshalb: interessantes Urteil.

  • Wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil. Hier ein Bild der "schönenen" Händlerin (Latifa Bouabdillah):

    http://www.welt.de/wirtschaft/article114684630/Eine-Investmentbankerin-kaempft-um-ihren-Ruf.html

  • Und wenn die Vorkommentatoren lesen könnten, wüssten sie, was für einen Schmarrn sie hier von sich gegeben haben.

  • Das stimmt. Ich hätte auch ausgesorgt. Aber was lernen wir daraus? Einen Hilfsfond
    für Firmen und männliche Chefs errichten , um Sie vor Klagen zu schützen oder
    sich vielmehr freuen, dass sich die Gewichtungen verändert haben?

  • Wenn ich jedes Mal nach einer sexuellen Belästigung durch einen Untertanen geklagt hätte, dann müsste ich heute nicht mehr arbeiten.

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