Kunden heben Gelder ab Angst vor dem Bankensturm

Angesichts der Probleme der Euro-Zone wächst die Angst vor einem Sturm auf die Banken. Noch ist es ein Wind, der kontrollierbar erscheint. Aber das könnte sich rasch ändern.
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Im September 2007 stürmten Kunden die britische Bank Northern Rock. Quelle: AFP

Im September 2007 stürmten Kunden die britische Bank Northern Rock.

(Foto: AFP)

DüsseldorfWas lange Zeit undenkbar schien, rückt in den Bereich des Möglichen: Finanzexperten rund um den Globus machen sich mit dem Szenario vertraut, dass die Euro-Zone zerbrechen könnte. Unmittelbar damit verbunden ist die Gefahr eines Sturms auf die Banken. Denn wenn ein Land sich vom Euro löst, wird das zu einer scharfen Abwertung der nationalen Währung führen.

Um die Auswirkungen auf die eigenen Guthaben zu mildern, haben viele Sparer bereits damit begonnen, ihr Geld vorsorglich ins Ausland zu transferieren. So verwalten griechische Banken heute 30 Prozent weniger Geld als Anfang 2010, wie die Schweizer Zeitung „NZZ am Sonntag“ kürzlich berichtete.

Bei den Geldhäusern in den Krisenstaaten Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien haben sich die Einlagen von Privat- und Unternehmenskunden laut Daten der Europäischen Zentralbank bis Ende März innerhalb von 15 Monaten insgesamt um 80,6 Milliarden Euro oder 3,2 Prozent verringert. Schweizer Banken hingegen verzeichnen derzeit enorme Geldzuflüsse.

Bisher macht zwar sogar der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der durchaus für Katastrophenszenarien zu haben ist, eher ein „Bank Jog“ als ein „Bank Run“ aus - also eher einem gemächlichen Dauerlauf als einem rasanten Spurt auf die Konten. Doch viele Experten wie Andrew Bosomworth, Deutschlandchef des weltgrößten Anleiheverwalters Pimco, warnen: „Die Abflüsse bei Banken in den Peripherieländern drohen sich weiter zu beschleunigen.“

Zu einem Bankensturm kann es laut Matt King von der US-Großbank Citigroup ganz schnell kommen. „Am Abend davor geht es Dir gut, aber am Morgen danach ist es zu spät“, zitierte ihn die „New York Times“.

Der oberste Anlagechef der Schweizer Großbank UBS, Alexander Friedman, sieht bereits vor den griechischen Parlamentswahlen am 17. Juni eine erhebliche Gefahr, dass Kunden in europäischen Krisenstaaten die Bankschalter stürmen könnten. „Ansteckungsbefürchtungen dürften dazu führen, dass Privatkunden in Portugal, Irland, Italien und Spanien ihre Einlagen abziehen, weil sie sich Sorgen um die Solvenz der Banken oder eine mögliche Währungsumstellung machen“, schrieb der Chief Investment Officer jüngst an die Kundenberater der Bank. „Dies könnte einen großen Bankenkollaps auslösen, der wirklich beispiellose Schritte der Europäischen Zentralbank erforderte.“

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59 Kommentare zu "Kunden heben Gelder ab: Angst vor dem Bankensturm"

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  • +++ Bargeld hat Macht! +++

    Nachdem ich jetzt meine Barschaft von den Konten geholt habe und über erhebliche Bargeldmengen verfüge damit alles Bar statt EC-Karte & Kreditkarte bezahle, sind die Menschen viel aufgeschlossener bei der Preisreduzierung.

    Das ist ein schönes Echo!

    Der 200€ Schein hat nicht nur eine schöne Mediterrane gelbe Farbe, er hat auch eine erheblich preissenkende Wirkung beim Einkaufen!

  • 31.05.2012, 08:24 Uhr Anonym Alfred

    Gut zu wissen, es gibt einen INTELLIGENTEN…

    Sie?

  • Geile Endzeitstimmungstheorien!Wie weit sind wir eigentlich schon gesunken?Offensichtlich noch nicht weit genug.Da geht noch was!Der Mensch ist archaisch gestrickt,dumm und böse!Was für eine orientierungslose Horde sind wir, da nur Macht und Besitztum uns lenkt.Die Masse Mensch wird langsam ungeduldiger und unzufriedener.Eine sehr gefährliche Mixtur braut sich da zusammen!Die Kräfteverhältnisse auf der Erde werden sich verschieben,doch wohin nur? Allen fehlt der Überblick, wirklich allen.

  • also ich gehe ein bisschen einkaufen-Brot, Butter, Katoffeln etc. Ich bezahle mit einem winzigen Stueck Gold oder Silber. Im gleichem Moment stuerzt sich eine Meute auf mich, reisst mir meine Lebnsmittel weg und das bisschen Gold oder Silber geschieht dasselbe. Ich werde verpruegelt kann froh sein noch mit dem "nackten" Leben davon zu kommen. Auch wenn ich meinen grossen Acker, schoen mit Obst und Gemuese habe, geschieht dasselbe,Hoffe dann nicht dort zu arbeiten.

  • @ Kritiker- Ich gebe Ihnen vollkommen recht. So ist es.Es konnte nicht besser gesagt werden. Sie sind eine sehr grosse Ausnahme in dieser deutschen Gesellschaft.

  • Sie stehen dann lieber in der Schlange und werden auf eine Einlagensicherung vertröstet, die nicht funktionieren wird. Wieso sollte ich mein Geld einer Bank für 1% Zinsen geben, wenn die Banken sich untereinander nichts mehr leihen und das Risiko eines Totalausfalls täglich steigt? Das Geld-Pyramidenspiel ist zu Ende!

  • das eure rothschildsche schrottwährung €uro nichts mehr wert ist, liegt auch daran, das die rothschilder das geld ausgegangen ist, die müssen nämlich an die schattenwirtschaft ihre schulden zurück bezahlen, von 45 (deutschen) billonen US$ ist die rede. da fehlt so mancher "pfennig" oder "shekel".
    übrigens 1US$ : 1,2436 € -gestern 19:10 - 0,36 € verlust gegeüber dez 2010.

  • @WBoehme,
    was nutzt es wenn das Geld im Schließfach liegt, bei einem Bankenrun wird die Bank geschlossen und dann kommen Sie erst einmal nicht an das Schließfach. Besser ist es Sie eröffnen ein Konto in der Schweiz oder ein in einem anderen Land welches eine eigene Währung hat und teilen Ihr Vermögen entsprechend auf.

  • @MeinMitleidHabenSie

    Sie sind sehr unerfahren und haben eine derartige Situation noch nicht erlebt. Ich kann Ihnen von der Krise in Russland 1998 berichten und Ihnen die Situation der Bürger beschreiben.

    Wenn plötzlich das Hauptthema im Büro ist: Wo gibt es Zucker? Dann läuft es Ihnen kalt über den Rücken.

    Ich hoffe mit Ihnen, dass der Flächenbrand nicht kommt. Aber woher nehmen Sie die Zuversicht, wenn die gleichen Politiker, die uns hinein geritten haben, weiterhin an der Macht sind.

    Rückblickend muss man sagen, da war nichts. Vorausschauend muss man fragen, wo soll's her kommen?

  • Hab mein Geld auch in reele Werte angelegt. In ein Gewehr mit 1000 Schuss und wenn alles den Graben runtergeht, dann gehts dran von anderen Sachwerten zu holen ;-)

    Was glauben Sie was Ihnen Ihre Sachwerte bringen. Von Gold können sie nicht runterbeißen und ein Haus ernährt auch nicht.

    Wem gibt der Bauer seine Kartoffeln, dem mit dem Gold und dem mit den 1000 Schuss ;-)

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