Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kunden unter Verdacht Großrazzia bei der Commerzbank

Reiche Kunden der Commerzbank sollen mit Lebensversicherungen der Generali Steuern hinterzogen haben. 270 Beamte sind im Einsatz und durchsuchen Geschäftsräume und Filialen von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus.
Update: 03.12.2013 - 16:19 Uhr 24 Kommentare
Bankbranche im Visier: Nach der Deutschen Bank besuchen Ermittler nun auch die Commerzbank. Quelle: Reuters

Bankbranche im Visier: Nach der Deutschen Bank besuchen Ermittler nun auch die Commerzbank.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie deutsche Finanzbranche steht vor einem neuen, massiven Steuerbetrugsskandal. Wie die Staatsanwaltschaft Bochum dem Handelsblatt auf Anfrage bestätigte, durchsuchen seit Dienstagmorgen 270 Beamte der Bochumer und Düsseldorfer Steuerfahndung rund 40 Standorte der Commerzbank. Auch die Zentrale in Frankfurt ist Ziel der Ermittler.

Laut Insidern erwarten die Fahnder, Beweise für Steuerhinterziehung in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zu finden. Es soll um Betrug mit Lebensversicherungen aus dem Haus der italienischen Versicherungskonzerns Generali gehen. Laut Staatsanwaltschaft Bochum handelt es sich um mehr als 200 deutsche Kunden, die seit 2006 Einkommenssteuer hinterzogen haben sollen.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Unregelmäßigkeiten bei einer Steuererklärung im September 2013 in Nordrhein-Westfalen. Nach Informationen des Handelsblatts geht es konkret um Lebensversicherungsmäntel, die von der Generali-Tochter Generali Pan Europe Limited mit Sitz in Irland angeboten wurden. Solche Lebensversicherungsmäntel waren in der Vergangenheit ein beliebtes Mittel, um Schwarzgeld vor dem Fiskus zu verstecken.

Die Commerzbank steht deshalb im Fokus, weil sie als Konzernpartner der Generali Pan Europe agiert. Nach Informationen von Beteiligten brachten die fraglichen Kunden ein Mindestanlagevolumen von 500.000 Euro mit. Häufig aber packten die Steuersünder auch mehrere Millionen Euro in solche Mäntel. Die Commerzbank wird von den Ermittlern jedoch derzeit als Zeuge geführt, nicht als Verdächtiger.

„Im Rahmen einer Untersuchung gegen Einzelpersonen im Zusammenhang mit mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung sind heute Geschäftsräume der Commerzbank untersucht worden“, bestätigte ein Commerzbank-Sprecher.

Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen die Bank, sondern gegen einzelne Mitarbeiter eines anderen Finanzdienstleisters. „Die Commerzbank kooperiert selbstverständlich vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“, sagte der Sprecher. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Details nennen können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Die Verlockung: Anonymität und Steuern sparen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Kunden unter Verdacht - Großrazzia bei der Commerzbank

24 Kommentare zu "Kunden unter Verdacht: Großrazzia bei der Commerzbank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Dresdner wurde doch von der Allianz in die Commerz durchgereicht. Wieso kann nun die Generali , Steuerhinterziehern über die Commerzbank ihre "Dienste" abwickeln. Hat da die Allianz geschlafen oder hat sie da ebenfalls die Finger im Teig ?

  • Die Behörden kriminalisieren zunehmend auch LEGALE Steuergestaltung. Das sagt selbst der Präsident des obersten Finanzgerichts, Prof. Mellinghoff. Wie schon einige zu Recht geschrieben haben: STEUERVERSCHWENDUNG durch Beamte und Politiker bleibt noch immer straffrei. Und das ist ein zigfaches der hinterzogenen Beträge.

  • --- Das ist legale Steuervermeidung.---

    Das ist Ihre Meinung. Die Steuerbehörde teilt die nicht. Darum der Einsatz von rd. 250 Beamten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Warum rückt man die Commerzbank in die Schlagzeile und nicht Generali, den eigentlichen Schuldigen?

  • Falsch ! Die Dresdner hatte im Rahmen einen Ausschliesslichkeitsvertrages die Allianz als Vertragspartner ! Generali arbeitete mit der Coba !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Der Duden hat für den Begriff "Bankster" folgende Erklärung parat:
    Mischung aus "Banker" und "Gangster" bezeichnet im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 einen Banker, der zumindest moralisch verwerfliche, spekulative (und möglicherweise auch illegale) Geschäfte macht.
    Damit ist, finde ich, ein solches (Un)Wesen noch sehr moderat umschrieben.
    Macht man sich als Steuerzahler, der dieses zu retten geholfen hat, eigentlich der Mittäterschaft schuldig? Oder sind die Verluste, die man durch diese ehemalige "Beraterbank" erlitten hat, schon Strafe genug?
    Siehe dazu den HB-Arikel: "Anwälte packen aus. So tricksen Banken ihre Anleger aus."

  • Verstehe ich nicht:
    Der Trick bei Lebensversicherungsmänteln: Der Kunde legt sein Geld in Fonds, Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren an. Über das Depot wird ein Lebensversicherungsmantel gedeckt. Nach zwölf Jahren Laufzeit fällt dann nur eine geringere Steuerlast an.
    -> Das erscheint legitim. Bei einer Kapitalbildenen LV muss auf sonst kein Risiko abgedeckt werden. Das hier bedeutet nur das der Kunde umschichten kann innerhalb der 12 Jahre. Er entscheidet also quasi selbst, wo das geld genau ist. Früher dran kommt er nicht. Wo ist das Steuerbetrug? Das ist legale Steuervermeidung.

  • SORGFÄLTIG RECHERCHIEREN..!!
    .............................
    ..
    vertragspartner war die DRESDNER, die erst 2008 über -
    nommen wurde..
    ..
    die COMMERZBANK ist zeuge und nicht beschuldigte..!!
    ..

Alle Kommentare lesen