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Kursentwicklung Jeder zweite Analyst rät zum Verkauf der Deutsche-Bank-Aktie

Kein anderes Institut im Stoxx 600 schneidet bei Analysten so schlecht ab wie die Deutsche Bank. Eine Fusion mit der Commerzbank halten viele für riskant.
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Nicht einmal der tiefe Sturz der Aktie hat dafür gesorgt, dass Investoren sie für preiswert halten. Quelle: AP
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Nicht einmal der tiefe Sturz der Aktie hat dafür gesorgt, dass Investoren sie für preiswert halten.

(Foto: AP)

FrankfurtAktionäre der Deutschen Bank benötigen ein gerüttelt Maß an Leidensfähigkeit. Allein im vergangenen Jahr ist der Kurs der Aktie wieder um 56 Prozent gesunken, stärker als jede andere Bankaktie im Aktienindex Stoxx 600.

Aktuell bekämen Anleger im direkt an der Frankfurter Börse gelegenen Bistro „Bull & Bear“ für eine Aktie gerade einmal einen „Mai Tai“ für 7,90 Euro – immerhin. Als die Aktie im Dezember auf ihr Rekordtief von 6,75 Euro gerutscht war, hätte es nur für einen alkoholfreien „Sweet Dream Virgin“ gereicht. Die Zeiten, in denen eine Flasche Champagner drin war, sind längst passé.

Nun lief das Jahr 2018 für viele europäische Banken schlecht. Doch in einem Punkt sticht die Deutsche Bank hervor: Sie vereint auf sich so viele negative Analystenurteile wie kein anderes Kreditinstitut im europäischen Börsenbarometer Stoxx 600. Von 33 Analysten raten gerade einmal zwei zum Kauf der Aktie.

Siebzehn Analysten senken dagegen laut Bloomberg den Daumen. Damit rät jeder zweite Finanzexperte zum Verkauf. Auf eine so schlechte Quote kommt keine andere Bank im europäischen Index. Auf Rang zwei folgt mit gebührendem Abstand die spanische Bankia, bei der etwa jeder vierte Analyst einen Verkauf empfiehlt. Bei Wettbewerbern wie Santander, BNP Paribas oder Unicredit dominieren dagegen die Kaufempfehlungen.

Die Bewertungen führen dazu, dass die Deutsche Bank sicherlich zu den unbeliebtesten Bankaktien in Europa zählt. Ihre Einschätzungen begründen Analysten regelmäßig mit dem Verweis auf die kaum vorhandene Profitabilität, gefolgt von erodierenden Marktanteilen und dem schwindenden Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern.

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Selbst Spekulationen über eine mögliche Fusion, die zuletzt noch am ehesten für steigende Kurse sorgten, halten viele Analysten für sehr riskant. „Es gibt keine einfachen Lösungen für die Deutsche Bank“, sagt ein Investor.

Nicht einmal der tiefe Sturz der Aktie hat dafür gesorgt, dass Investoren sie für preiswert halten. „Gemessen an ihrer schwachen Profitabilität, ist die Deutsche Bank trotz des Aktienkursverfalls im Sektorvergleich nicht gerade günstig bewertet. Die Risikowahrnehmung ist bei ihr sogar höher als bei anderen Banken“, sagt etwa Alexandra Annecke, Fondsmanagerin von Union Investment.

Der gesamte europäische Bankensektor habe im vergangenen Jahr rund 30 Prozent an Wert verloren. „Aus Sicht der Analysten gibt es derzeit viele andere europäische Bank‧titel, die ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen“, urteilt die Fondsmanagerin.

Die Geduld des Kapitalmarktes ist endlich

Viele Investoren werfen gar keinen Blick mehr auf die Aktie des Instituts, berichten Analysten. Und ein Investor fragte kürzlich: „Warum soll ich einen schmelzenden Eiswürfel kaufen?“

Es dürfte nicht leicht für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing werden, das tief sitzende Misstrauen der Finanzmärkte aufzulösen, zumal die Deutsche Bank in der Vergangenheit zu oft zu viel versprochen hat. „Analysten haben sich an der Aktie schon sehr oft die Finger verbrannt, wenn sie optimistisch waren“, heißt es bei einem Investor. Das lehre Vorsicht. Sewing war bislang durchaus vorsichtig mit seinen Prognosen. Er versprach nur, was er bislang halten konnte.

Dennoch ist es fraglich, ob ihm der Kapitalmarkt genug Zeit für den Umbau der Bank einräumt. Seit das Institut die Zahlen für das dritte Quartal vorlegte, sind die Ertragsprognosen der Analysten um weitere 13 Prozent gesunken, schreibt das Analysehaus Autonomous – das ist kein gutes Omen.

Die Geduld der Finanzprofis kennt Grenzen. Es gebe viel Unsicherheit mit Blick auf Faktoren wie die Konjunktur, Zeitpunkt und Ausmaß einer Rezession, den Brexit und andere Faktoren, erläutert Fondsmanagerin Annecke. „In so einer Situation sind die Investoren eher weniger bereit zu berücksichtigen, was vielleicht in drei bis fünf Jahren möglich ist“, sagt sie.

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1 Kommentar zu "Kursentwicklung: Jeder zweite Analyst rät zum Verkauf der Deutsche-Bank-Aktie"

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  • Ich halte nichts von der Deutschen Bank, jedoch von den meisten Analysten noch weniger.