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Landesbank Commerzbank interessiert sich für NordLB

Der Bieterkampf um die NordLB wird intensiver: Die Commerzbank hat nach Handelsblatt-Informationen ein unverbindliches Angebot zur Übernahme der Landesbank abgegeben.
Update: 24.10.2018 - 17:31 Uhr Kommentieren
Die Landesbank sucht nach Investoren. Quelle: dpa
NordLB

Die Landesbank sucht nach Investoren.

(Foto: dpa)

Frankfurt Beim Ringen um die Zukunft der NordLB sind zuletzt vor allem zwei Varianten diskutiert worden: ein Einstieg von Finanzinvestoren oder ein Zusammenschluss mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Nach Informationen des Handelsblatts gibt es jetzt überraschenderweise auch noch eine dritte Option: die Übernahme der NordLB durch die Commerzbank.

Deutschlands zweitgrößte Privatbank habe ein unverbindliches Angebot zur Übernahme der NordLB abgegeben, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Durch einen Kauf der NordLB könnte die Commerzbank ihre Marktanteile im Privat- und Firmenkundengeschäft in Deutschland ausbauen. Das würde zur Strategie von Vorstandschef Martin Zielke passen. Die Commerzbank und die NordLB äußerten sich dazu nicht.

Die Hannoveraner Bank und ihre Träger loten seit Monaten aus, wie sie die Kapitalpuffer der NordLB stärken können. Der Kapitalbedarf liegt Finanzkreisen zufolge bei bis zu 3,5 Milliarden Euro. Das Land Niedersachsen, das Mehrheitseigner der Bank ist, hat bereits erklärt, unter Umständen weiteres Kapital in die NordLB zu stecken. Allerdings sollen daran auch externe Investoren beteiligt werden.

Zahlreiche Interessenten haben daraufhin unverbindliche Angebote abgegeben. Daraus hat die NordLB Finanzkreisen zufolge nun sechs potenzielle Bieter ausgewählt, die aktuell die Bücher der Landesbank prüfen. Dabei handelt es sich um die Commerzbank, die Helaba sowie vier Finanzinvestoren – darunter die Beteiligungsgesellschaften Cerberus und Apollo. Nach Handelsblatt-Informationen haben die Interessenten bis zum 28. November Zeit, um verbindliche Angebote abzugeben.

Die Zeit drängt, denn die NordLB hat versprochen, bis Jahresende eine Lösung für ihr Kapitalproblem zu finden. Das Institut steht seit Langem wegen Belastungen durch Schiffskredite unter Druck. Diese führten bei der NordLB 2016 zu einem Rekordverlust von knapp zwei Milliarden Euro. Auch im laufenden Jahr rechnet die Bank mit roten Zahlen.

Parallel zu der Investorensuche prüft die NordLB Finanzkreisen zufolge, ob sie ihren Bestand an faulen Schiffskrediten verkaufen kann. Interesse daran bekundet haben Insidern zufolge die Finanzinvestoren Cerberus, Apollo und Socrates.

Neben dem Land Niedersachsen, das knapp 60 Prozent an der NordLB hält, sind an dem Geldhaus auch die Sparkassen mit gut 35 Prozent und das Land Sachsen-Anhalt mit fast sechs Prozent beteiligt. Sollte die Commerzbank am Ende den Zuschlag für die NordLB bekommen, wäre es denkbar, dass die bisherigen Eigentümer aussteigen.

Bei einem Zusammenschluss mit der Helaba wäre es dagegen naheliegend, dass die Träger beteiligt bleiben und dann Minderheitsaktionäre der fusionierten Bank werden. So war der öffentlich-rechtliche Sektor bereits 2012 vorgegangen, als sich die Helaba nach der Zerschlagung der WestLB Teile der Düsseldorfer Landesbank einverleibt hatte.

Berlin will größere Banken

Die Bundesregierung dürfte erfreut sein, dass sich mit der Commerzbank und der Helaba gleich zwei deutsche Institute für die NordLB interessieren. Denn durch eine innerdeutsche Fusion würde die Konsolidierung des Bankensektors vorangetrieben. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte Ende August auf dem Banken-Gipfel des Handelsblatts größere und stärkere deutsche Banken gefordert. Und er kündigte an, dass die Bundesregierung künftig auch im Finanzsektor Industriepolitik betreiben will.

Innerhalb des Sparkassen-Sektors haben viele Sympathien für eine Übernahme der NordLB durch die Helaba. Eine solche Lösung hätte eine Reihe von Vorteilen: Das niedersächsische Institut müsste den öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungsfonds nicht verlassen. Und auch die Sparkasse Braunschweig und die Förderbanken für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnten in der NordLB verbleiben. Bei einem Einstieg von Finanzinvestoren wäre das schwer vorstellbar.

Spannend ist, wie der öffentlich-rechtliche Sektor reagiert, wenn die Commerzbank am Ende den Zuschlag bekommen sollte. Denn damit würde sich erstmals eine Privatbank an einer Sparkasse beteiligen. Ganz neu ist das Thema für die Beteiligten nicht. Bereits 2007 interessierte sich die Commerzbank für die Landesbank Berlin.

Damals wehrten die Sparkassen den Angriff der Gelben ab und kauften das Berliner Institut für 4,6 Milliarden Euro selbst – zu einem Preis, der sich im Nachhinein als viel zu hoch herausstellte. Es bleibt abzuwarten, ob es nun erneut zu einem ruinösen Wettbieten zwischen der Commerzbank und dem öffentlich-rechtlichen Sektor kommt.

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