Landesbank Interne Berichte veröffentlicht – NordLB schaltet Staatsanwaltschaft ein

Eine interne Revision der Geschäftsabläufe erregt die Gemüter der Landesbank. Nun zieht Aufsichtsratschef Hilbers Konsequenzen.
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Ein interne Prüfung hatte Mängel bei Geschäftsabläufen und Risikobewertungen der Landesbank aufgezeigt. Quelle: dpa
NordLB

Ein interne Prüfung hatte Mängel bei Geschäftsabläufen und Risikobewertungen der Landesbank aufgezeigt.

(Foto: dpa)

BerlinNach der Veröffentlichung von internen Berichten über Geschäftsabläufe bei der NordLB hat der Aufsichtsratschef der Landesbank, Reinhold Hilbers, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Darum wird sich jetzt die Staatsanwaltschaft kümmern“, kündigte Hilbers, in Personalunion Finanzminister Niedersachsens, im Landtag an.

Der NDR und die Süddeutsche Zeitung hatten unter Berufung auf ihnen vorliegende Berichte der internen Revision des Instituts auf zahlreiche Mängel bei Abläufen der Bank und Einschätzung von Risiken berichtet. Die dafür abgegebenen Noten bewegten sich zwischen ausreichend und mangelhaft. Vor allem im Umgang mit Schiffskrediten habe es Versäumnisse gegeben.

Ein Sprecher der Bank bestätigte die Berichte. In allen genannten Fällen seien die entsprechenden Kritikpunkte jedoch bereits abgearbeitet oder befänden sich in der Umsetzung. Zudem verzerre die Darstellung die tatsächliche Lage. Von den rund 300 Prüfungen, die die Revision seit 2016 durchgeführt habe, sei die überwiegende Mehrheit im sehr guten, guten, befriedigenden oder ausreichenden Bereich.

Potenzielle Gefahren würden nicht mehr bestehen. An keiner Stelle habe eine akute oder schwerwiegende Gefährdung der Bank gegeben und weder der Bank, ihren Eigentümern noch ihren Kunden sei Schaden entstanden.

Finanzaufsichtskreise bestätigten die Version der Bank. Die Berichte der internen Revision hätten den Aufsehern keine neuen Erkenntnisse gebracht oder die Risikoeinschätzung verändert.
Gleichwohl trifft die Veröffentlichung einiger Revisionsberichte die Bank zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Auch wenn die NordLB derzeit alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen in puncto Liquidität und Eigenkapital erfüllt, gilt sie als schwach kapitalisiert.

Aufsichtsratschef Hilbers hat sich bei der Stärkung der Eigenkapitalbasis keine Denkverbote auferlegt. Auch ein Einstieg von Finanzinvestoren wird durchdekliniert. Zuletzt wurde sogar chinesischen Investoren Interesse attestiert. Noch ist die Strategie allerdings nicht ausformuliert. Die Veröffentlichung kritischer interner Einschätzungen wird einige Investoren nachdenklich stimmen.

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