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Landesbank Verkauf der HSH-Nordbank ist abgeschlossen

Aus der kleinen HSH Nordbank ist ein Milliardengrab geworden. Jetzt ziehen die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein einen Schlussstrich.
Update: 28.11.2018 - 15:30 Uhr Kommentieren
Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die Bank bis zum 28. Februar auf Druck der EU verkaufen. Quelle: action press
HSH Nordbank

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die Bank bis zum 28. Februar auf Druck der EU verkaufen.

(Foto: action press)

Hamburg/BerlinDie HSH Nordbank ist als erste deutsche Landesbank privatisiert worden. Mit dem notariellen Siegel unter die Kaufverträge und der Überweisung von rund einer Milliarde Euro an die bisherigen Landeseigner Hamburg und Schleswig-Holstein ging die Bank am Mittwoch an die neuen Eigentümer um die Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers über.

Wegen hoher Belastungen für die beiden Länderhaushalte sei es „wahrlich kein Tag zum Jubeln, aber doch ein Tag der Erleichterung“, betonte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Seine Kieler Kollegin Monika Heinold (Grüne) fügte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz hinzu, man ziehe einen Schlussstrich unter ein langes wie schmerzhaftes Kapitel. „Durch eine verantwortungslose Expansionsstrategie und eine lange Kette von Fehlern ist aus einer kleinen Landesbank ein Milliardengrab geworden.“

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die einstige Skandalbank des Nordens bis Ende Februar auf Druck der EU verkaufen. Die HSH war über Jahre rasant gewachsen, dann aber in der Finanzkrise und insbesondere wegen der Misere in der Schifffahrt in Schieflage geraten.

Die Länder hatten das Institut mit einer Garantie von zehn Milliarden Euro und einer Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet. Den Verlust für den Steuerzahler bezifferten Dressel und Heinold auf rund 10,8 Milliarden Euro, die sich je zur Hälfte auf die beiden Länderhaushalte aufteilen. „Das bleibt als ein Mahnmahl auch für eine verantwortungslose Finanzpolitik in unseren Büchern stehen“, sagte Dressel.

Trotzdem sei der Verkauf auch ein Beitrag zur Risikominimierung, denn im Falle einer Abwicklung der Bank wären die Folgen noch gravierender. Dann wäre die Gewährträgerhaftung sofort zu Buche geschlagen. So aber bestehe die Chance, die noch bis 2041 geltenden Verpflichtungen von 1,8 Milliarden Euro kontinuierlich abzubauen.

Sollten die zugrunde gelegten Annahmen von einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung jedoch nicht eintreffen und die Privatisierung der Bank doch noch scheitern, könne der Schaden sogar bei 11,6 bis 13,4 Milliarden Euro liegen. „So ein Desaster darf sich nicht wiederholen“, mahnte Heinold.

Der HSH selbst steht unter den neuen Eignern eine Rosskur bevor. Konzernchef Stefan Ermisch hat wiederholt betont, dass das Geldhaus mit schlankeren Strukturen spürbar profitabler arbeiten soll. Bis Ende 2021 soll die Eigenkapitalrendite vor Steuern bei mindestens acht Prozent liegen, die harte Kernkapitalquote bei 15 Prozent oder mehr und die Kostenquote bei höchstens 40 Prozent. Zuletzt lag die Eigenkapitalquote vor Steuern bei 0,2 Prozent.

Die Renditeziele – und der Wegfall bestimmter Aufgaben wegen der Privatisierung – dürften auch zu einem deutlichen Jobabbau führen. Insidern zufolge könnte die Zahl der Vollzeitstellen von 1720 Ende September mittelfristig deutlich unter 1300 fallen. Die Belegschaft hat bereits einen Aderlass hinter sich: Einst arbeiteten bei dem Institut, das 2003 aus dem Zusammenschluss der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein hervorging, rund 5000 Leute.

An der Spitze des Aufsichtsrats soll nach Angaben der Bank künftig der Spanier Juan Rodriguez Inciarte stehen, der unter anderem bei der Großbank Santander tätig war. Er löst den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Mirow ab. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, sagte Inciarte. Voraussichtlich ab Februar 2019 soll die HSH unter dem neuen Namen „Hamburg Commercial Bank“ (HCOB) auftreten.

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  • rtr
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