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Landesbanken Helaba und NordLB beenden Gespräche über eine mögliche Fusion

Die Entstehung einer „Super-Landesbank“ rückt in weite Ferne. Finanzinvestoren haben nun die besten Aussichten auf einen Einstieg bei der NordLB.
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Die NordLB ist schwach kapitalisiert und hat ein schlechtes Rating. Quelle: dpa
NordLB

Die NordLB ist schwach kapitalisiert und hat ein schlechtes Rating.

(Foto: dpa)

Frankfurt Im Bieterwettstreit um die angeschlagene Norddeutsche Landesbank (NordLB) wird eine öffentlich-rechtliche Lösung immer unwahrscheinlich. Beim Ringen um zusätzliches Kapital für das angeschlagene Institut hätten die US-Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge derzeit die Nase vorn, hieß es in Finanzkreisen. Aber auch die Beteiligungsgesellschaft Apollo ist aus dem Bieterprozess noch nicht ganz ausgeschieden.

Die Gespräche mit den Finanzinvestoren verlaufen Verhandlungsteilnehmern zufolge vielversprechend. Dagegen haben die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die NordLB die Gespräche über eine mögliche Fusion kurz vor Weihnachten beendet. Es würden derzeit auch keine weiteren Gespräche laufen, sagten mehrere Insider. Die Helaba sei zwar weiter gesprächsbereit. Aber die Chancen, dass es noch zu einer Einigung kommt, schwinden.

Die NordLB ist schwach kapitalisiert, wird für 2018 einen Verlust ausweisen und hat ein schlechtes Rating. Das Hannoveraner Geldhaus sucht deshalb im Rahmen eines Bieterverfahrens seit Monaten nach dringend benötigten Kapitalgebern. Die Helaba war bereits Ende November erstmals aus dem Verfahren ausgestiegen, kehrte später jedoch wieder an den Verhandlungstisch zurück.

Die Frankfurter Landesbank gehört mehrheitlich den Sparkassen in Hessen und Thüringen, bei der NordLB hat das Land Niedersachsen das Sagen. Die Helaba, über deren Rückzug zuerst die „Börsen-Zeitung“ berichtet hatte, wollte sich nicht äußern.
Parallel zum Bieterverfahren läuft ein Verfahren zum Abbau der notleidenden Schiffskredite der NordLB. Hier gilt Cerberus nach Handelsblatt-Informationen als Favorit.

Die Verträge über den Verkauf dieser faulen Kredite gelten als unterschriftsreif. Da durch diese Transaktion weiterer Kapitalbedarf zutage treten dürfte, will die NordLB sie im Idealfall zeitgleich mit einer Lösung im Bieterverfahren präsentieren.
„Wir sind aktuell in Verhandlungen mit Finanzinvestoren über eine Minderheitsbeteiligung“, sagte ein Sprecher der NordLB zum Stand der Gespräche über eine Kapitalspritze.

„Wir sind aber weiterhin auch offen für andere Modelle einer Kapitalbeteiligung.“ Der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) übt sich ebenfalls in Optimismus: „Ich bin zuversichtlich, dass wir im Januar eine Lösung bekommen. Die Gespräche mit den Finanzinvestoren laufen wie geplant.

Dann werde zu entscheiden sein, mit welchem Anbieter man in die finalen Verhandlungen trete, um zügig zu einem Ergebnis zu gelangen. Hilbers betonte, dass er nur für eine Lösung stehe, die für die NordLB insgesamt tragfähig sei. Der Aufsichtsratschef der NordLB sagte weiter, dass er auch offen für eine öffentlich-rechtliche Lösung sei. „Hierfür müssten sich alle Beteiligten allerdings ein Stück weit bewegen. Auf die Diskussionen im Sparkassenlager habe ich aber keinen Einfluss.“

Der größte Konfliktpunkt bei den Gesprächen zwischen Helaba und NordLB war das Engagement der niedersächsischen Sparkassen. Diese sollten sich nach dem Wunsch der Hessen ebenfalls an der Kapitalstärkung der NordLB beteiligen. Zudem sollen sie anschließend in eine ähnliche Haftungsgemeinschaft eintreten, wie die Sparkassen in Hessen und Thüringen sie mit der Helaba bilden.

Widerstand aus NRW

Im Rahmen dieses sogenannten Verbundkonzepts gibt es unter anderem Ziele, wie eng die Institute zusammenarbeiten. Zudem gibt es einen zusätzlichen Reservefonds, in den die Sparkassen und die Helaba einbezahlen. Der Fonds springt ein, wenn in der Organisation etwas schiefläuft. Aus Sicht der Helaba ist es wichtig, dieses Modell aufrechtzuerhalten – auch um das eigene Rating bei einer Fusion mit der NordLB zumindest halbwegs zu verteidigen.

Bei den Sparkassen in Niedersachsen, die 26 Prozent an der NordLB halten, gibt es gegen diese Pläne jedoch großen Widerstand. Viele von ihnen lehnen eine weitere Kapitalspritze für das ungeliebte Spitzeninstitut ab. Die Sparkassenverbände aus Niedersachsen und aus Hessen wollten sich dazu nicht äußern. Auch die Bankenaufseher der EZB wollten das Ringen um die Zukunft der NordLB nicht kommentieren.

Aber Finanzkreisen zufolge hat die Notenbank klargemacht, dass sie bis spätestens im Februar eine Lösung für die NordLB sehen will. Den Informationen zufolge sieht die EZB neben einer Beteiligung von Finanzinvestoren noch zwei andere Optionen. Der öffentlich-rechtliche Sektor könnte eine wie auch immer geartete Auffanglösung für die NordLB auf die Beine stellen.

Manche Sparkassenvertreter halten eine Art Bad Bank für denkbar, die nicht verkäufliche Geschäftsbereiche der NordLB kontrolliert herunterfahren würde. Die letzte Option: eine Abwicklung der NordLB. Diese Option wollen zwar alle Beteiligten verhindern. „Bei einer Abwicklung gäbe es nur Verlierer“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Dennoch müsse man sich auf ein solches Szenario aktuell natürlich auch vorbereiten.

In den vergangenen Jahren hat es bereits eine Bereinigung unter den Landesbanken gegeben – meist infolge von Schieflagen. Die WestLB, die einst größte Landesbank, wurde 2012 zerschlagen, Teile gingen an die Helaba. Die HSH Nordbank gehört nun Finanzinvestoren. Nach der HSH-Privatisierung sind derzeit mit der NordLB, Helaba, Landesbank Baden-Württemberg und BayernLB noch vier Landesbanken aktiv.

Eine „Super-Landesbank“, wie sie dem Sparkassen-Präsidenten Helmut Schleweis vorschwebt, rückt mit dem Ende der Fusionsgespräche zwischen Helaba und NordLB in die Ferne. Schleweis hatte angeregt, dass es nach einem möglichen Zusammenschluss von Helaba und NordLB zu weiteren Fusionen kommt. An der Super-Landesbank sollen sich nach seinem Willen auch die Landesbank Baden-Württemberg, der Fondsdienstleister Deka und die Immobilienbank BerlinHyp beteiligen.

Manche Beteiligte glauben jedoch, dass der öffentlich-rechtliche Sektor eine Super-Landesbank auch ohne Beteiligung der NordLB auf die Beine stellen könnte. Andere öffentlich-rechtliche Bankmanager haben jedoch Zweifel, dass die Gruppe dazu noch motiviert ist, wenn der Fall NordLB erst einmal geklärt ist.

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