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Landesbanken NordLB steht bereit für Konsolidierung

Rückt eine ganz neue Sparkassen-Zentralbank durch die Rettung der Norddeutschen Landesbank näher? Der Widerstand dagegen ist groß.
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Es gibt unterschiedliche Interessen beim Großprojekt „Sparkassenzentralbank“. Quelle: dpa
Gebäude der NordLB

Es gibt unterschiedliche Interessen beim Großprojekt „Sparkassenzentralbank“.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtWer Geld in die Hand nimmt, um eine Bank zu retten, will auch über deren Zukunft mitbestimmen. Die Sparkassen-Finanzgruppe und die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt scheinen sich in dieser Frage einig zu sein. In der Grundlagenvereinbarung zur Kapitalstärkung der NordLB, die am vergangenen Freitag notariell beglaubigt wurde und die dem Handelsblatt vorliegt, heißt es: Die gemeinsame Strategie sei darauf ausgerichtet, „dass bei einer zukünftigen Konsolidierung der Landesbanken und weiterer Banken des Sparkassensektors die NordLB in diese Konsolidierung(en) einbezogen werden kann“.

Dieser Passus dürfte besonders dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, wichtig sein. Seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren versucht er, ein umstrittenes Großprojekt voranzubringen: die Schaffung einer einzigen Sparkassenzentralbank.

Dieses Projekt geht über eine bloße Konsolidierung der Landesbanken hinaus, die jeweils den regionalen Sparkassen gehören, an denen aber auch die Bundesländer beteiligt sind. Schleweis will die „Sphären trennen“ und eine reine Sparkassenzentralbank schaffen. „Es ist absolut richtig, dass wir uns in Zeiten eines dauerhaften Niedrigzinses und hoher Investitionen in die Digitalisierung keine Ineffizienzen mehr leisten können.

Aber es ist eine große Herausforderung, die zum Teil regionalen, auf jeden Fall berechtigten unterschiedlichen Interessen zu vereinen“, sagte Schleweis dem Handelsblatt. Seine Aufgabe als DSGV-Präsident sei es, „die richtigen Anstöße zu geben“. Eines ist aus Sicht von Schleweis klar: „Das Geschäftsmodell einer Sparkassenzentralbank soll risikoarm sein, keine Gewinnmaximierung betreiben, aber seine Eigenkapitalkosten verdienen.“

Für seine Idee begeistern sich viele in der Sparkassen-Finanzgruppe, zumal die größten Konkurrenten, die Volks- und Raiffeisenbanken, längst mit einer einzigen Zentralbank, der DZ Bank, auskommen. Umso dringlicher warten die Sparkassen auf Schleweis’ „Zielbild“ für die Zentralbank, das er kürzlich angekündigt hat.

Konsolidierungvarianten werden ausgelotet

Das allein reicht aber nicht: „Ein Zielbild kann man formulieren, aber man muss auch sagen, wie man da hinkommt“, fordert ein Spitzenmanager aus der Finanzgruppe. Ein anderer Insider meint: Schleweis’ Vision könnten alle folgen, aber bei der Umsetzung gebe es viele Haken und Hürden.

Noch sind die Widerstände groß. So macht das Land Baden-Württemberg keinen Hehl daraus, dass es Schleweis’ Vorhaben ablehnt: Eine hochkomplexe Megafusion halte man nach wie vor nicht für zielführend, so Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). Die Landesbank Baden-Württemberg gehört zu je gut 40 Prozent dem Land und dem regionalen Sparkassenverband, der Rest liegt bei der Stadt Stuttgart.

Die BayernLB wiederum prüft eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells, zudem tritt der neue Chef Stephan Winkelmeier sein Amt erst in den nächsten Wochen an. Eine andere Konsolidierungsvariante brachte der Präsident der Sparkassen in Hessen und Thüringen, Gerhard Grandke, ins Spiel: einen Zusammenschluss der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit dem Fondsdienstleister Deka und der Berlin Hyp.

Seiner Ansicht nach sollte eine „Koalition der Willigen“ bei der Konsolidierung vorangehen. An der Helaba sind die Sparkassen mehrheitlich beteiligt, Deka und Berlin Hyp sind ganz in Sparkassenhand. Die Helaba hatte im vergangenen Jahr auch mit der NordLB über eine Fusion gesprochen, die Gespräche wurden aber beendet.

Womöglich nimmt die Diskussion um eine Sparkassen-Zentralbank aber erst wieder Fahrt auf, sollte die NordLB bestimmte Teile veräußern müssen. Denn auch die EU-Kommission muss noch grünes Licht für das Rettungspaket geben und könnte die Genehmigung an Auflagen knüpfen. Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und die Sparkassen stellen insgesamt 3,6 Milliarden Euro für die NordLB bereit.

Mehr: Eine Konsolidierung der Sparkassen wäre langfristig gesehen sinnvoll. Die Sparkassen müssen jetzt Initiative zeigen, kommentiert Andreas Kröner.

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