Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Landesbanken Plädoyer für NordLB ohne Schiffsfinanzierungen

Der Präsident des Rheinischen Sparkassenverbandes ist dafür, dass die NordLB künftig keine Schiffskredite mehr vergibt.
Kommentieren
Die Eckpunkte des künftigen Geschäftsmodells der Landesbank sollen noch diese Woche feststehen. Quelle: imago/Rüdiger Wölk
NordLB in Hannover

Die Eckpunkte des künftigen Geschäftsmodells der Landesbank sollen noch diese Woche feststehen.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

FrankfurtKurz vor der Entscheidung zum künftigen Geschäftsmodell der NordLB hat sich Michael Breuer, der Präsident des Rheinischen Sparkassenverbandes, positioniert. Aus seiner Sicht sollte die angeschlagene Landesbank, die von der Sparkassen-Finanzgruppe und dem Land Niedersachsen gestützt wird, keine Schiffskredite mehr vergeben. „Ich glaube, dass die Sparkassen-Finanzgruppe ohne weltweite Schiffsfinanzierungen zurechtkommt“, sagte er am Montag. „Das ist meine Auffassung.“

Die NordLB müsse „kleiner, regionaler und besser an den Bedürfnissen des Sparkassenverbundes ausgerichtet sein“. „Die Zeiten risikoorientierter Landesbankaktivitäten, die zu hohen Abschreibungen führen können, müssen auch in Niedersachsen vorbei sei“, sagte Breuer. Die Kapitallücke der NordLB ist in erster Linie durch faule Schiffskredite entstanden.

Um die Zukunft des Hannoveraner Geldhauses wird Mittwoch entschieden. Dann will die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank wissen, wie das künftige Geschäftsmodell der angeschlagenen Landesbank aussehen soll. Eine Frage dabei ist, ob die NordLB sich komplett aus der Schiffsfinanzierung zurückzieht. Eine andere wichtiger Frage: Verkauft die Bank ihre Immobilientochter Deutsche Hypo oder nicht.

Die 31 rheinischen Sparkassen müssen rund 50 Millionen Euro zur Rettung der Norddeutschen Landesbank beitragen. Insgesamt stellt die Sparkassen-Finanzgruppe – Sparkassen sowie Landesbanken – knapp 1,2 Milliarden Euro zur Rettung der NordLB bereit. Die Länder Niedersachsen, der Haupteigner, sowie Sachsen-Anhalts sollen rund 2,4 Milliarden Euro beisteuern.

Zum Plan von Helmut Schleweis, dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, für eine Super-Landesbank äußerte Breuer sich zustimmend - wie zuvor bereits die meisten anderen Chefs der regionalen Sparkassenverbände auch.

„Wir, die Sparkassen im Rheinland, unterstützen die Weiterentwicklung des Landesbankensektors hin zur Sparkassenzentralbank“, sagte Breuer. Man brauche eine Sparkassen-Bedürfnisse zugeschnittene Zentralbank, die „als umfassender Dienstleister für die Sparkassen in Deutschland fungiert“.

Schleweis plädiert für eine Sparkassenzentralbank – möglichst ohne Beteiligung der Bundesländer, die derzeit allerdings wesentliche Anteile an den vier großen Landesbanken halten. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hatte 2018 vorgeschlagen, dass sich auf dem Weg zu einer Sparkassenzentralbank in einem ersten Schritt zunächst die Landesbanken NordLB und Helaba zusammentun. Anschließend sollte das fusionierte Institut mit der Stuttgarter LBBW, dem Fondsdienstleister Deka und dem Immobilienfinanzierer Berlin Hyp verschmelzen.

Allerdings scheiterten die Fusionsgespräche zwischen NordLB und Helaba kurz vor Weihnachten. Und die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern, die bei der LBBW und der BayernLB den Ton angeben, sind bislang strikt gegen eine Beteiligung der heimischen Landesbanken an einer neuen Sparkassenzentralbank.

Die rheinischen Sparkassen waren Miteigner der WestLB. Die einst größte Landesbank hatte sich in der Finanzkrise verspekuliert und wurde 2012 aufgespalten. Große Teile gingen in die Abwicklung, der Rest des Geschäfts wanderte zur Helaba.

Breuer ist auch für Konsolidierung weiterer so genannter Verbundunternehmen wie Landesbausparkassen sowie Versicherer. Derzeit läuft eine Prüfung, ob die beiden Provizial-Versicherungen aus Düsseldorf und aus Münster fusionieren, an denen auch die Sparkassenverbände aus dem Rheinland sowie aus Westfalen beteiligt sind. Die rheinischen Sparkassen seien daran interessiert, dass es ein Erfolg werde, so Breuer.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Landesbanken - Plädoyer für NordLB ohne Schiffsfinanzierungen

0 Kommentare zu "Landesbanken : Plädoyer für NordLB ohne Schiffsfinanzierungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.