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Blackrock-Zentrale

Der weltgrößte Vermögensverwalter hat seinen Sitz in New York.

(Foto: Reuters)

Larry Fink Blackrock will an Friedrich Merz festhalten – wenn der nicht CDU-Vorsitzender wird

Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, zeigt sich versöhnlich: Eine Rückkehr von Friedrich Merz zu Blackrock sei nicht ausgeschlossen.
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Frankfurt Der mögliche Verlust von Friedrich Merz als Vorsitzendem des Aufsichtsrats in Deutschland trifft Blackrock hart. Denn für den weltweit größten Vermögensverwalter nimmt der CDU-Politiker in Deutschland eine wichtige Rolle ein: Er ist das Aushängeschild. Doch das könnte bald Geschichte sein, weil der 62-Jährige für den CDU-Parteivorsitz kandidiert. Merz will im Falle der Wahl auf den Posten bei Blackrock und seine anderen Aufsichtsmandate verzichten.

„Ich habe das mit dem Vorstandsvorsitzenden von Blackrock besprochen, er weiß das“, sagte Friedrich Merz am Mittwochnachmittag, als er sich vor der Presse in Berlin erklärte. Und dem Politiker werden gute Chancen eingeräumt, CDU-Vorsitzender zu werden.

Merz wird bei Blackrock sehr geschätzt. Quelle: AP
Blackrock-Chef Larry Fink

Merz wird bei Blackrock sehr geschätzt.

(Foto: AP)

Im dreiköpfigen Aufsichtsrat von Blackrock Deutschland, dessen Vorsitz Merz seit 2016 bekleidete, übernähmen im Falle von Merz’ Wahl vorübergehend die beiden anderen Aufsichtsräte, Stephen Cohen, Leiter des Geschäfts mit börsennotierten Indexfonds in Europa, und Stacey Mullin, oberste Investorin (COO) in Europa, seine Rolle, heißt es in Finanzkreisen. Beide stammen aus dem eigenen Haus.

Larry Fink: „Eine hervorragende Beziehung“

Das bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende von Merz bei Blackrock. Er ist dort sehr geschätzt, wie er am Mittwoch auch selbst sagte. Blackrock hält daher die Tür offen: „Blackrock und Friedrich Merz pflegen weiterhin eine hervorragende Beziehung. Er bleibt Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock in Deutschland. Wenn er nicht Vorsitzender der CDU wird, würden wir es sehr begrüßen, wenn er weiterhin mit Blackrock zusammenarbeitet“, sagte Konzernchef Larry Fink.

Wahrscheinlich aber benötigt der Vermögensverwalter einen Nachfolger für den Chefposten in dem Gremium. Nachdem Blackrock selbst von der Bewerbung für den CDU-Parteivorsitz überrascht worden ist, wird ein Ersatz für Merz nicht so schnell zu finden sein. Klar ist für den Vermögensverwalter im Fall des Abgangs von Merz jedoch: „Es soll wieder eine neutrale Persönlichkeit werden“, berichten Insider.

Die Angriffe von Linken auf Merz, die sein Blackrock-Engagement heftig kritisieren, da sie die Macht des Finanzriesen und dessen Geschäftsbahren kritisch beurteilen, weist Merz zurück. Blackrock sei „keine Heuschrecke, das ist kein Private Equity, das ist ein Vermögensverwalter. Ich fühle mich da ausgesprochen wohl mit.“ Die Firma verwalte das Vermögen von Hunderttausenden Kunden – treuhänderisch. Da gebe es „keinerlei Konfliktlage“.

Einem Nachfolger von Merz wird es schwerfallen, eine so herausgehobene Rolle wie sein Vorgänger einzunehmen. Zwar heißt es offiziell noch: „Im Falle einer Wahl von Friedrich Merz zum Vorsitzenden der CDU Deutschlands wird er sofort sämtliche Aufsichtsratsmandate niederlegen und seine Rechtsanwaltszulassung ruhen lassen“, wie der Sprecher von Merz betont. Doch eine Rückkehr auf den Chefposten im Aufsichtsrat von Blackrock gilt als ausgeschlossen. Teilweise hatte es für Verärgerung gesorgt, dass Blackrock spät informiert wurde.

Merz machte Blackrock in Deutschland bekannter

Dabei hat sich Merz lange Zeit sehr verdient beim Vermögensverwalter gemacht. Er verkörperte nicht nur das positive Bild von Blackrock in der Außenwelt und sorgte für eine größere Bekanntheit des Namens. Der Politiker mischte sich auch in alle Debatten ein, die die Öffentlichkeit bewegten. In Diskussionen verteidigte er sein Unternehmen gegen Kritik über den zunehmenden Einfluss von börsennotierten Indexfonds auf die Aktienkurse. Der größte Anbieter weltweit in dem Segment ist der New Yorker Konzern.

Gleichgültig, ob es um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union oder die Probleme mit Italien ging, Merz überzeugte durch eine klare Meinung, die er öffentlich bekundete. Außerdem war er durch seine exzellenten Kontakte in die Politik und in die Chefetagen wichtiger Konzerne ein Türöffner für den Vermögensverwalter, der das riesige Volumen von 6,4 Billionen Dollar verwaltet.

Ohnehin gilt das Unternehmen als der größte Aktionär in vielen Unternehmen der Welt, auch in Deutschland, etwa bei dem Sportartikelhersteller Adidas und dem Chemiekonzern BASF. Gleichzeitig berät Blackrock Notenbanken wie die Europäische Zentralbank in wichtigen Fällen. Die Sparte Blackrock Solutions gab der EZB etwa Ratschläge für den Aufbau und die Umsetzung eines Kaufplans für forderungsbesicherte Wertpapiere, sogenannte ABS. Auch während der Griechenland-Krise waren die Experten von Blackrock für die Notenbank aktiv.

Merz, der etwa auch Vorsitzender des Aufsichtsrats des Flughafens Köln-Bonn ist, steht zudem der Atlantik-Brücke vor. Die Atlantik-Brücke mit ihren 500 Führungskräften aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sorgt seit den 1950er-Jahren für möglichst gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und ihrer Regierung, was in Zeiten des US-Präsidenten Donald Trump deutlich schwieriger geworden ist. Merz verstand sich auch selbst als Botschafter Deutschlands in den USA, aber auch in London.

Dabei ging es nicht nur um Konzernchef Larry Fink, mit dem sich der CDU-Politiker gut versteht. Merz versuchte auch, einflussreiche Unternehmer und Politiker zu beruhigen, wenn Unverständnis über die Schwäche deutscher Banken herrschte in einer so starken Volkswirtschaft wie Deutschland.

Das Problem war zuletzt beim Abstieg der Commerzbank aus dem Deutschen Aktienindex und der Deutschen Bank aus dem Euro Stoxx debattiert worden. Ebenso war Merz bei den jüngsten Entwicklungen in Italien und Diskussionen über die Auswirkungen des Brexits eine in weiten Kreisen gehörte Stimme. In diese Rolle zu schlüpfen dürfte einem Nachfolger des Westfalen Friedrich Merz schwerfallen.

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