Lebensversicherer Swiss Life schüttet mehr an Aktionäre aus

Der Versicherer Swiss Life verdient eine Milliarde Franken – und erhöht die Dividende. Möglich macht das ein verändertes Geschäftsmodell.
Update: 27.02.2018 - 15:52 Uhr Kommentieren
Aktionäre des Lebensversicherers Swiss Life sollen 2,50 mehr Franken Dividende je Aktie erhalten. Quelle: dpa
Swiss Life

Aktionäre des Lebensversicherers Swiss Life sollen 2,50 mehr Franken Dividende je Aktie erhalten.

(Foto: dpa)

Zürich
Das Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres präsentierte Patrick Frost gut gelaunt. „Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden“, sagte der Swiss-Life-Chef am Dienstag. Der größte Schweizer Lebensversicherer steigerte den Reingewinn im vergangenen Jahr um neun Prozent auf rund eine Milliarde Franken, wie der Konzern aus Zürich mitteilte. Die Prämieneinnahmen erhöhten sich um sechs Prozent auf 18,6 Milliarden Franken (16,1 Milliarden Euro). Das dürfte auch die Aktionäre des Versicherers freuen, die eine um 2,50 Franken höhere Dividende erhalten sollen.

Das Gewinnwachstum erklärt die Swiss Life vor allem durch die Neuausrichtung ihres Geschäfts: Der Versicherer setzt stärker auf Vermögensverwaltung und Dienstleistungen und fährt das traditionelle Lebensversicherungsgeschäft zurück, das angesichts des Tiefzinsumfelds immer weniger Ertrag abwirft. Fast die Hälfte des Gewinns machten die Schweizer mit Kommissionen und Gebühren. Das so genannte Fee-Ergebnis lag bei 442 Millionen Franken – ein Plus von elf Prozent. Die Eigenkapitalverzinsung lag bei 9,3 Prozent und damit im oberen Bereich des angepeilten Zielbands von acht bis zehn Prozent.

Die gute Laune von Konzernchef Frost kommt also nicht von ungefähr. „Wir sind bei all unseren Zielen entweder auf Kurs oder voraus”, sagte der Swiss-Life-Chef. Im November will der Versicherer auf einem Investorentag neue Ziele für die kommenden drei Jahre ausgeben.

Versicherer gelten als konservative Anleger. So machten Staats- und Unternehmensanleihen bei der Swiss Life im vergangenen Jahr rund 61 Prozent des Portfolios aus. Angesichts der niedrigen Zinsen setzen die Schweizer jedoch verstärkt auf Aktien und Immobilien. Die Netto-Aktienquote lag mit 3,1 Prozent rund ein Prozent höher als im Vorjahr, der Anteil der Liegenschaften stieg um 1,6 Prozent auf insgesamt 18 Prozent. „Wir halten die Risikoprämie im Immobilienbereich weiter für sehr attraktiv“, sagte Finanzchef Thomas Buess. Im Schnitt erzielte die Swiss Life auf ihre Kapitalanlagen eine Rendite von rund drei Prozent.

Das Versicherungsgeschäft entwickelte sich regional unterschiedlich: Auf dem schweizerischen Heimatmarkt gingen die Prämien um sechs Prozent zurück. In Deutschland stagnierten die Prämien dagegen. Dank eines positiven Einmaleffekts konnte die Swiss Life das Segmentergebnis hierzulande um 19 Prozent auf 137 Millionen Euro steigern.

Mehr Freude machte Versicherungschef Frost der Markt in Frankreich. Dort kletterten die Bruttoprämien um 15 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

Trotz des guten Ergebnisses beklagte Frost die Regulierung in der Schweiz: „Die Finma plagt uns mit ihren überhöhten Kapitalanforderungen“. Die eidgenössische Aufsicht lege bei ihrem Solvenztest viel höhere Standards an als die Aufseher in Europa. Den schweizerischen Kunden entgingen dadurch im Schnitt 500 bis 1000 Franken an Erträgen, rechnete der Swiss-Life-Chef vor. Dadurch bleibe auch für den Versicherer weniger übrig.

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