Lebensversicherung Versicherer Talanx prüft Ende für HDI Leben

Talanx denkt über das Ende seiner Tochter HDI Leben nach. Laut Talanx-Chef sind verschiedene Optionen möglich, um das Geschäft von HDI Leben einzustellen. Eine Entscheidung solle bis Ende des Jahres getroffen werden.
Update: 01.10.2013 - 12:13 Uhr 23 Kommentare
Herbert Haas, Chef des Versicherers Talanx, sprach im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ offen über die Pläne, die Talanx-Tochter HDI Leben abzuwickeln. Quelle: dpa

Herbert Haas, Chef des Versicherers Talanx, sprach im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ offen über die Pläne, die Talanx-Tochter HDI Leben abzuwickeln.

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FrankfurtDer Versicherer Talanx prüft wegen der Niedrigzinsen und schleppender Geschäfte eine Abwicklung seiner Lebensversicherungs-Tochter HDI Leben. Bis Jahresende werde eine Grundsatzentscheidung fallen, sagte Talanx-Chef Herbert Haas der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). "Wir gehören nicht zu den Lebensversicherern mit der höchsten Überschussbeteiligung oder der stärksten Finanzkraft." Das Neugeschäft der HDI Leben sei zuletzt eingebrochen. Daraus müsse Talanx Konsequenzen ziehen. Die Problemtochter macht weniger als zehn Prozent des Konzernumsatzes aus, die Lebensversicherung inklusive anderer Marken insgesamt rund 17 Prozent. "Wir haben vier Standbeine, von denen drei stärkeres Wachstums-Potential ausweisen. Das ist die Industrieversicherung, das internationale Geschäft mit Privat- und Firmenkunden und unsere Rückversicherungstochter Hannover Rück."

Nach Haas' Worten gibt es mehrere Möglichkeiten: HDI Leben könne einfach kein Neugeschäft mehr annehmen und die bestehenden Verträge abwickeln. Oder es würden nur noch ausgewählte Produkte bei HDI Leben verbleiben und der Rest auf die übrigen Lebensversicherer des Konzerns - PB Leben, Targo Leben, Neue Leben - umgelenkt. Diese Marken laufen besser, weil sie anders als HDI Leben ihre Produkte über Banken vertreiben und dort viele Sparer ansprechen. Und letztlich sei auch der Verkauf des Komplettbestandes der HDI Leben an einen Spezialisten möglich, der das Geschäft dann über die Zeit auslaufen lasse, erläuterte der Talanx-Chef.

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen und der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken fällt es den Lebensversicherern immer schwerer, ihren Kunden die in guten Zeiten versprochenen, teils noch üppigen Zinsen von vier Prozent und mehr zu liefern. Denn klassische Anlagen wie Staatsanleihen werfen kaum noch etwas ab. Viele Versicherer und Pensionskassen drängen deshalb zwar in renditestärkere Investments wie Private Equity, Immobilien oder Infrastrukturprojekte. Doch bis diese Geschäfte richtig angelaufen sind und verlässliche Einnahmen generieren, vergeht viel Zeit - die nicht alle Versicherer haben. Gerade kleinere Anbieter, denen im Vergleich zum großen Verwaltungsaufwand die kritische Masse an Kunden fehlt, haben Probleme.

Finanzinvestoren wittern darin eine Chance. Prominentestes Beispiel ist Cinven. Die Beteiligungsgesellschaft kündigte erst im August an, in Deutschland groß in das Geschäft mit Lebensversicherungen einzusteigen. Erster Schritt ist die Übernahme der Heidelberger Leben von der britischen Großbank Lloyds. Die Heidelberger Leben, groß geworden mit fondsgebundenen Lebensversicherungen, soll zur Plattform werden, um mittelfristig weitere Bestände anzudocken. Gerade fondsgebundene Lebensversicherungen versprechen den Finanzinvestoren stetige Provisionen von den Fondsanbietern - ohne Kapitalmarktrisiko, das Lebensversicherer gewöhnlich zu tragen haben.

Ob auch Talanx-Chef Haas mit einem Finanzinvestor ins Geschäft kommt, ist offen. "Wir prüfen das nur, Kostensenken und Kapitalanlagerendite erhöhen ist die Option, die wir gerade verfolgen", betonte er. Im Privatkundengeschäft in Deutschland will er 145 Millionen Euro an Kosten herausholen, auch ein schon länger laufender Stellenabbau gehört dazu. Insgesamt steht der Konzern allerdings sehr solide da: Erst im Sommer hatte Haas die Jahresziele nach oben geschraubt und 2013 ein Konzernergebnis nach Steuern von rund 700 (bislang: 650) Millionen Euro in Aussicht gestellt.

  • rtr
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23 Kommentare zu "Lebensversicherung: Versicherer Talanx prüft Ende für HDI Leben"

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  • Als Versicherungsnehmer teile ich die Sorge von @ARN. Sie sind ganz offensichtlich von der anderen Seite.

    Leider ist eine echte Versicherungsaufsicht nicht existent. Es ist daher unvermeidlich, dass die Verbraucher in Ermangelung einer effizienten Finanzaufsicht eine eigene Finanzaufsicht für Banken und Versicherungen schaffen müssen. Das, was wir derzeit erleben, ist nichts Anderes als reiner Lobbyismus.

  • Er hat "nichts anderes" gelernt... und zeigt "wessen Geistes Kind" er ist.
    .
    Nach dem Motto:
    "jeder gibt was er kann, wenn er denn kann... und es kam heisse Luft..."
    .
    .
    Es grüßt der
    Kammerjäger

  • Sie haben zwar etwas "geschrieben", aber nichts "gesagt".... geschweige denn verstanden!

    Verstecken Sie sich immer hinter Begrifflichkeiten deren Inhalt Sie nicht begreifen können - oder wollen?

    Nennen Sie doch die normativen Auslegungen auf die sich die Ausführungen des Posters "someone" beziehen, den Sie hier vergeblich versuchen zu konterkarieren...

    Übrigens: ARB(!!!) Etwas "hören" und etwas "verstehen" sind zwei Paar Stiefel Herr Neunmalklug!

    Ihr
    Versicherungsmaklerbureau
    mit Hirn & Verstand!

  • Wenn dieses »Vernünftige« Sie dermaßen befriedigt, dass Sie hier derart frustrierte Phrasen raushauen müssen, na dann Nacht Mattes.

  • Das zu Recht zerbrochene Vertrauen sehr vieler Deutscher in Versicherungen werden auch noch soviele bezahlte Schreiberlinge hier nicht aufhalten können.

    Schön, wenn man etwas Vernünftiges gelernt hat.

  • @louis

    Würden Sie sich denn wirklich zu den Menschen mit Hirn u n d Sachverstand gehörig halten?

    Bekanntermassen sind Einäugige ja unter lauter Blinden Könige ...!

    Was meinen Sie denn wo sonst der Rentnerwohlstand herkommt?

    Vielleicht von den gigantischen Altersrenten der DRV-Bund?

    Viele polemische Sprücheklopfer hier haben leider wenig Verstand dafür eine umso größere Klappe und oftmals das Problem zu differenzieren, wann sie das eine besser halten und das andere dafür umso mehr anstrengen sollten.

    Die klassische Kapitallebensversicherung hat sicherlich in großen Teilen ausgedient, aber z.B. vor dem Hintergrund des § 3.63 macht sie nach wie vor Sinn und bietet trotz allem gute Renditen.

    Und wenn Sie gerne zum Strukturvertriebler von nebenan gehen ist das ja ihr ureigenstes Vergnügen.

    Aber dann halten Sie sich doch bitte mit derart flachen Sprüchen zurück.

    Verbindlichsten Dank
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau


  • Das ist mal wieder typisch : schuld ist mal wieder die Krise, die Zinsen, die Märkte und die Oberweite von Daniela Katzenberger.

    Vom völligen Versagen der Führungskräfte - inclusive er selbst - spricht er nicht. Es wurde ein Unternehmen und alles, was im weitesten Sinne mit Unternehmenskultur zu tun hat, absichtlich oder versehentlich geschrottet - man kann sich darüber streiten was schlimmer ist.

    Es ist immer einfach über mangelnden Umsatz und dadurch logischerweise höhere Kosten zu jammern. Man kann eben diesen Umsatz aber auch erhöhen, dann stimmt es nämlich wieder.

    ...aber dazu braucht man fähige umd kompetente Führungskräfte, die Talanx nicht hat !

  • Das ist mal wieder typisch : schuld ist mal wieder die Krise, die Zinsen, die Märkte und die Oberweite von Daniela Katzenberger.

    Vom völligen Versagen der Führungskräfte - inclusive er selbst - spricht er nicht. Es wurde ein Unternehmen und alles, was im weitesten Sinne mit Unternehmenskultur zu tun hat, absichtlich oder versehentlich geschrottet - man kann sich darüber streiten was schlimmer ist.

    Es ist immer einfach über mangelnden Umsatz und dadurch logischerweise höhere Kosten zu jammern. Man kann eben diesen Umsatz aber auch erhöhen, dann stimmt es nämlich wieder.

    ...aber dazu braucht man fähige umd kompetente Führungskräfte, die Talanx nicht hat !

  • @HadiTalanxiaKenntauchkeiner

    Wie recht Sie haben ... Mir gefällt Ihre treffende Kommentierung in jedweder Hinsicht sehr sehr gut.

    Zu ARN kann man nur sagen: Quae medicamenta non sanant, ferrum sanat; quae ferrum non sanat, ignis sanat; quae vero ignis non sanat, insanabilia reputari oportet.

    Freundlichst grüßt
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • Die Qualität der HDi, zeigt sich jedes Jahr auf der jeweiligen DKM (Dortmund) wo die fragwürdigen Gestalten von "HDi-Makler-Pseudo-Betreuern" versuchen ihr bestes zu geben. Habe hier eine "Dame" in Erinnerung... schauderhaft... ich riet dem Kollegen weiterzugehen, er meinte sie hätte schöne Haare...

    Qualität hat eben seinen Preis und bei Direktversicherern leidet diese erheblich, das merkt der Kunde aber erst im Leistungsfall oder anderen Vertragsproblemen. Hier fängt meist ein Disaster ohne Ende an und Brieffeindschaften nehmen Ihren Beginn... Vor Gericht muss der Versicherer dann mal wieder das Hintereil einziehen und räuig von dannen ziehen... Es gibt kaum mehr gute Mitarbeiter bei HDi... und das wird sich bei TALANX nicht ändern... der Wurm steckt bei den meisten Versicherern drinnen, die Unternehmensberatungen beauftragten, "Arbeitsprozesse zu verschlanken" da liegt das Problem und die Gewinngier der Vorstände... und Eigner... Ich sehe HDi und TALANX auf Ihrem Einkaufskurs gescheitert...

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