Lehrlingsmangel Überhaupt keine Lust mehr auf Bank

Banken müssen sich heute ins Zeug legen, um talentierten Nachwuchs zu bekommen. Viele Ausbildungsstellen bleiben in diesem Jahr unbesetzt. Die Gründe für den Azubi-Mangel sind vielfältig.
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Nachwuchskräfte bei einer Bank: Immer weniger wollen Bank-Azubi sein. Quelle: IMAGO

Nachwuchskräfte bei einer Bank: Immer weniger wollen Bank-Azubi sein.

(Foto: IMAGO)

DüsseldorfIn diesem Monat haben die neuen Bank-Azubis angefangen. Doch viele Stellen blieben unbesetzt. Die Banken stehen vor einem Nachwuchsproblem. Vor allem in der klassischen Ausbildung fehlen junge kaufmännische Talente. Von 12.067 Ausbildungsplätzen waren im vergangenen Jahr 2.538 vakant. Die Zeiten, in denen junge Talente nach der Schule in die solide Bankausbildung stürmten, scheinen vorbei zu sein.

„Es gibt einen deutlichen Wettbewerb um geeignete Azubis“, bestätigt ein Sprecher des Sparkassen- und Giroverbands. Die Gründe für den Auszubildendenmangel sind vielfältig. Viele Schulabgänger beginnen lieber ein Studium anstatt einer Ausbildung. „Da sind die Hochschulen eine neue Konkurrenz für uns“, so der Verbandssprecher.  Die Zahlen bestätigen das: Im vergangenen Wintersemester waren mehr als 2,6 Millionen Studierende eingeschrieben - über eine halbe Million mehr als vor zehn Jahren.

Auch Simon Benns* entschied sich für die Uni und gegen eine Ausbildung: Der Einstieg in den Job als Kundenberater erfolgte mit Bachelorzeugnis in der Tasche, der 28-jährige arbeitet bei der Sparkasse. Eine klassische Ausbildung kam für ihn nicht in Frage: „Ich dachte mit dem Studienabschluss sind meine Karrierechancen einfach höher“, erzählt er. Aus heutiger Sicht würde er sich allerdings anders entscheiden.

„Im Nachhinein hätte ich besser zuerst eine Ausbildung gemacht und dann berufsbegleitend studiert, ich wusste nicht wie problemlos das geht. Dann hätte ich heute auch mehr Berufserfahrung.“, sagt Benns heute. Dass auch das Modell ‚erst Lehre, dann Studium‘ funktioniert, zeigt Bankkauffrau Katja Nirn. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung bei der Sparkasse, nun folgt die Weiterbildung.

Ein Problem für die Auszubildenden-Lücke könnten auch die gestiegen Anforderungen der Banken sein, meint Ulrike Friedrich, Referentin für Ausbildungsmarketing bei der IHK. Das Abitur ist heute beinahe selbstverständlich für die Ausbildung zur Bankkauffrau und Bankkaufmann. Laut Daten der IHK haben 71 Prozent der Auszubildenden Abitur oder Fachhochschulreife. „Die Banken müssen sich heute gut überlegen, wie sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Und dazu sollten sie nicht mehr nur auf die Abiturienten schielen“, fordert Friedrich.

Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind dahin
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17 Kommentare zu "Lehrlingsmangel: Überhaupt keine Lust mehr auf Bank"

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  • Warum verbale Prügel? Die Fakten die Sie nennen sind absolut richtig; wenn von manchen meist mit der Branche und dem Geschäftsfeld der Branche überhaupt nicht vertrauten Leuten über "die Banken" und "die Bänker" meist wenig fachkundig abgelästert wird bezieht sich das zwar auf alle Banken und alle Mitarbeiter - berechtigt ist die meist angebrachte Kritik (Zockerei, Misswirtschaft, Rettung durch Steuergelder etc.) bei vielleicht 0,1 % der Institute (ausschließlich Großbanken) und 0,01 % der Mitarbeiter (Eigenhandel/Vorstände).

  • Leider wahr und kommt aktuell häufig vor. Die Niedrigzinsen der EZB fordern auch hier ihre Opfer: Die Zinsmarge gerade der in der Finanzkrise sehr erfolgreichen und als Stabiltätsanker dienenden Regionalbanken sinkt in den nächsten Jahren durch auslaufende Zinsbindungen deutlich, zugleich steigt der Verwaltungsaufwand durch größtenteils total unsinnige Vorgaben der Bankenaufsicht an. Opfer sind hier neben den Geno-Banken und Sparkassen, die beide stets gut und solide "vor Ort" gewirtschaftet haben auch deren Mitarbeiter. Tip an Sie: Weiterbildung über IHK (Fachwirt/Betriebswirt) bzw. Bankakademie und Spezialisierung im Markt in Richtung gewerbliches Kreditgeschäft.

  • Damit liegen sie daneben; Wenn sie von der Masse an freigesetzten Bankmitarbeitern Ü50 sprechen, dann sprechen Sie ausschließlich von ehem. zum Teil auch wegrationalisierten Mitarbeitern der Privat- bzw. Großbanken, oft auch aus internen verkleinerten Abteiungen (A-Depot, Eigenhandel, Zahlungsverkehr, teilweise Privatkredit). Die überwiegende Masse der Bankangestellten arbeitet aber a) im Geno- und Sparkassenbereich der im Zuge der Finanzkrise kein oder kaum Personal abgebaut hat (und wenn dann auf natürlichem Wege: Fluktiation, Renteneintritt, nichtübernahme von Azubi´s usw). und b) im Vertrieb (Geschäftsstellen, Firmen- und Gewerbekundenberatung usw.). Und hier wird es tatsächlich immer schwieriger qualifiziertes und motiviertes Personal zu finden. Gehen Sie mal in eine typische GS einer Geno-Bank/Sparkasse: sie werden dort kaum Mitarbeiter Ü50 finden. Meist bewerben sich diese nämlich (weil Haus abbezahlt, Kinder aus dem Haus -> mehr Einkommensbedarf, mehr Freizeit, weniger Stress) in interne Abteilungen ohne Kundenkontakt oder kehren, speziell wenn sie im gewerblichen Kreditgeschäft unterwegs waren und gute Kontakte geknüpft haben der Branche ganz den Rücken (z.B. also Geschäftsführer/Abteilungsleiter eines ehem. Kunden).

  • "ich hier jetzt verbal Prügel beziehen werde"
    Nein bestimmt nicht, ich denke Sie glauben das.
    Das Brecht-Zitat meint aber etwas völlig anderes.

  • wenn man sieht, wie von sog. Verbraucherschützern, Gerichten, Medien und auch bei den Kommentatoren oft ohne Unterschied (und vermutlich ohne Ahnung) gegen Banken polemisiert wird, ist es doch kein Wunder, dass immer weniger Schul- oder Studienabgänger Bankkaufmann werden wollen. Sicher haben Banken das schlechte Image mit verursacht. Heute wird aber auf "die Banken" mit einem großen Knüppel eingeschlagen. Es gibt jede Menge Banken und tausende von Bankmitarbeiter, die täglich ordentlich ihre Arbeit machen, zum Nutzen der Bank und des Kunden. Dafür haben sie eine angemessene Vergütung verdient, die ihnen oft von Richtern, die natürlich vom Staat (also auch von den Steuern der Banken und deren Mitarbeiter) bezahlt werden, vorenthalten wird. Diese Herren beschließen halt, dass die Bank ihre Kosten nicht da weitergeben darf, wo sie anfallen. Und der Staat erwartet von den Banken das Leistungen (z.B. Steuerinkasso, einschl. Kirchensteuer) ohne Vergütung übernommen werden. Der Staat erhält dafür von den Kirchen einen Anteil. Die Banken dürfen das umsonst machen. Ich will hier nicht Fehlverhalten von Banken schön reden. Bei wirklicher Falschberatung muß selbstverständlich die Bank haften. Dass aber alle Berater unter Generalverdacht gestellt werden, ist ein starkes Stück. Auch finde ich es moralisch verwerflich, wenn Mitmenschen, ohne die geringste Ahnung zu haben, pauschal auf "die" Banken eindreschen. Sie sollten mal einen Tag in der Bank arbeiten, dann wüssten sie wenigstens, wovon sie schreiben. Die größten Probleme international gab und gibt es mit Investmentbanking. Da wäre schon lange die Politik gefragt, weil man das nur durch entsprechende Gesetze eindämmen kann. Leider fördert die EZB das jetzt auch noch, wenn sie z.B. ABS ankauft. Mir ist schon klar, dass ich hier jetzt verbal Prügel beziehen werde, aber das mußte mal sein. Übrigens bin ich kein Banker, sondern war Bankkaufmann.

  • Das sind doch nur Dienstleister, hab ich jetzt gelernt.

  • "verliehen" Tschuldigung

  • @Herr Heinz Keizer
    Und verleihen wird nur das Gesparte, haben Sie das bei Ihren Dienstleistungen vergessen?

  • @Herr Peter Spiegel oder Hein Bloed
    habe bis vor drei Jahren bei einer Bank gearbeitet und nebenbei für mich pro Woche 1.000 € Geld produziert. Jetzt geht das nicht mehr und ich muß von der üppigen gesetzlichen Rente und von der noch üppigeren Betriebsrente (ha,ha) leben. Da wir keine Banken mehr brauchen, trage ich demnächst das Geld für meine Versicherungen, Strom, Wasser usw. persönlich bar zu den Betrieben. Jetzt noch in Euro, ich hoffe aber bald bitcoins nehmen zu können. Da ist das Kleingeld nicht so schwer.

  • Was ist ein Einbruch in eine Bank
    gegen die Gründung einer Bank?

    Bertold Brecht

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