Libor-Affäre Bafin will Deutsche-Bank-Managern an den Kragen

Die Finanzaufsicht macht Druck auf die Deutsche Bank wegen der schleppenden Aufarbeitung des Zinsskandals. Die Bafin pocht darauf, dass „einige Manager der Deutschen Bank Verantwortung übernehmen“.
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Rote Ampel vor einem Deutsche-Bank-Gebäude in Frankfurt: Die Finanzaufsicht geht mit dem Finanzhaus hart ins Gericht. Quelle: dpa

Rote Ampel vor einem Deutsche-Bank-Gebäude in Frankfurt: Die Finanzaufsicht geht mit dem Finanzhaus hart ins Gericht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/FrankfurtDer Skandal um die Manipulation wichtiger globaler Referenzzinsen hat das Topmanagement der Deutschen Bank erreicht. In einem jetzt publik gewordenen Bericht aus dem vergangenen August kritisiert die deutsche Finanzaufsicht Bafin die Bank und fordert indirekt auch personelle Konsequenzen aus der Libor-Affäre. „Die Bafin will, dass einige Manager der Deutschen Bank Verantwortung übernehmen“, hieß es in Finanzkreisen. Die Deutsche Bank nimmt den Bericht der Aufseher sehr ernst. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, prüft die Führung des Geldhauses bereits personelle Konsequenzen aus der Libor-Affäre. Vor allem der Co-Chef des Asien-Geschäfts, Alan Cloete, stehe im Fokus der Aufseher.

Der Südafrikaner arbeitet seit 1997 für die Deutsche Bank und gilt als enger Weggefährte von Co-Vorstandschef Anshu Jain. Im Investmentbanking war Cloete unter Jains Führung für den Geld- und Devisenhandel verantwortlich, jene Bereiche also, in denen die Manipulationen stattgefunden haben sollen. Nachdem Jain 2012 zum Co-Vorstandschef aufgestiegen war, wurde Cloete in den erweiterten Vorstand der Deutschen Bank befördert.

In dem Bericht kritisiert die Bafin nach Informationen des „Spiegels“ diese Beförderung. Die Aufseher werfen der Bank zudem schwere organisatorische Mängel vor. Der Vorstand und der Aufsichtsrat hätten die Manipulationsaffäre nicht angemessen aufgearbeitet. Die Bafin wollte dies nicht kommentieren.

Den detaillierten Bericht zu den jüngsten Problemen der Deutschen Bank finden Sie hier und dann im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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5 Kommentare zu "Libor-Affäre: Bafin will Deutsche-Bank-Managern an den Kragen"

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  • "„Die Bafin will, dass einige Manager der Deutschen Bank Verantwortung übernehmen“, hieß es in Finanzkreisen."

    LIBOR-Geschäfte wurden nicht letzten Monatg erfunden und sie sind nicht unbedeutend. Wenn heute Rechenschaft bei den Banken eingefordert wird, was grundsätzlich richtig ist, muss die Frage erlaubt sein: Weshalb heute?

    Ist die BaFin nicht von altersher beauftragt den Finanzmarkt zu beaufsichtigen und obliegt nicht dem Bundesfinanzminister die Dienstaufsicht der BaFin?

    Wenn hier Konsequenzen mit Recht eingefordert werden, dann auch bei allen Verantwortlichen. Die Vorstände der Deutschen Bank sind doch bei dem Ausmaß des Falles lediglich als Bauernopfer zu titulieren.

    Ich möchte aber auch eine andere Frage, eine andere Möglichkeit aufwerfen.

    Die jetzigen Vorstände wollen die Deutsche Bank - anders als Herr Ackermann - "umkrempeln". Herr Ackermann wollte dies nicht. Sein Geburtstag wurde sogar von der Bundeskanzlerin ausgerichtet.

    Denken wir nun an die Lindauer-Rede des Ex-Bundespräsidenten Wulff und die Tatsache, dass danach das Kesseltreiben für ihn losging. Ein Kesseltreiben, bei dem sogar ein Bobbycar einmal eine wesentliche Rolle spielen sollte. Das Ergebnis kennen wir. Er musste sein Amt aufgeben, weil die Staatsanwaltschaft ermittelte. Vor Gericht kommt es nun zum Schwur und es heißt: Alles heiße Luft!

    Was läuft wirklich?

    Fakt scheint zu sein, dass die LIBOR-Sätze nicht korrekt ermittelt wurden. Weshalb haben aber Aufsichtsbehörden diesen wichtigen Zins offenbar nie kontrolliert? Bei der Bedeutung dieses Zinses kann man dies praktisch jedoch ausschließen. Wer steckt also dahinter und wer hatte ein Interesse an dieser Manipulation?

  • Cloete und Jain enge Weggefähten im InvestmentBanking!!!
    sollten gefeutert werden und den Schaden zahlen.
    Wer hat diese "Beiden" für ihre "krummen Geschäfte"
    befördert??? Ackermann und die Aufsichtsräte sollten
    auch zur Schadensregulierung herangezogen werden!!!

  • Das sehe ich auch so.

    Diese Meldung musste jetzt einfach raus, weil es andernorts eine viel markantere Meldung gibt, die zugedeckt werden soll.

    Dort heißt es: "Schein-Kontrolle: EU kapituliert vollständig vor den Banken" (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/06/schein-kontrolle-eu-kapituliert-vollstaendig-vor-den-banken/)

    Weshalb berichtet HANDELSBLATT-ONLINE nicht darüber?

  • Haha, und als nächstes wird wieder eine Abteilung einer Behörde für "paranoid" erklärt.

    Aber keine Panik, ich kann garantieren, dass jeder einzelne nur ein Einzelfall ist.

    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wieder maal eine gemeinsame Ankuendigung der Presseorgane der Politzentrale um die Dummbuerger bei Laune zu halten!
    Nichts, aber auch gar nichts wird in dieser Richtung passieren, nur Nebelbomben und daran gewoehnt sich das Wahlvolk schon ganz gut!

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