Libor-Affäre Credit Suisse erwartet keine Sanktionen

Die Großbank Credit Suisse gibt sich in der Libor-Affäre um Zinsmanipulationen gelassen: Sie rechnet nach eigener Aussage nicht mit einem „materiellen Problem “. Gegen mehrere Banken und Angestellte wird derzeit ermittelt.
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Credit Suisse hat Unterstützung bei den Ermittlungen zugesagt. Quelle: dpa

Credit Suisse hat Unterstützung bei den Ermittlungen zugesagt.

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ZürichDie Credit Suisse gibt sich in der Affäre um Zinsmanipulationen durch Großbanken gelassen. Mit materiellen Auswirkungen der Untersuchungen von Tricksereien bei dem Libor-Zinssatz sei nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher der Schweizer Großbank am Montag. "Obwohl die Thematik komplex ist und die branchenweiten Untersuchungen anhalten, gehen wir heute nicht davon aus, dass die Credit Suisse in dieser Sache ein materielles Problem hat." Der Sprecher wies darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden weltweit mehr als 50 Banken kontaktiert hätten. Das Schweizer Geldhaus habe die volle Unterstützung bei den Ermittlungen zugesagt.

In der vergangenen Woche hatten Analysten von Morgan Stanley berechnet, dass in dem Skandal auf elf weltweite Banken bis ins Jahr 2014 insgesamt 14 Milliarden Dollar an Bußgeldern und Kosten zur Beilegung der Untersuchungen zukommen könnten. Auf die Credit Suisse entfielen 446 bis 827 Millionen Franken. In der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" vom Samstag wies die Bank diese Berechnungen zurück. Sie seien falsch und verantwortungslos. Am Montag wollte sich die Credit Suisse dazu nicht weiter äußern.

Als erstes Geldhaus hatte Barclays ein Fehlverhalten einiger Händler eingeräumt und einigte sich mit Behörden in den USA und Großbritannien auf eine Geldbuße von einer halben Milliarde Dollar. Die Führungsspitze musste gehen. Die ebenfalls ins Visier der Ermittler geratene Deutsche Bank sicherte sich Insidern zufolge inzwischen bei der EU und in der Schweiz Kronzeugenstatus.

Ob auch die Credit Suisse eine solche Regelung anpeilt, ist unklar. Der Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Andere in den Skandal verstrickte Banken wie etwa die Schweizer UBS haben in verschiedenen Ländern Kronzeugenstatus erhalten.

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