Liveblog zur Tagung „Banken im Umbruch“ „Asiens Bankensektor müsste der späteste Weckruf für Europa sein“

Der Brexit wühlt die Branche auf, die Digitalisierung verunsichert: Auf der Handelsblatt-Tagung Banken im Umbruch sprechen Top-Experten über Risiken und Potentiale. Verfolgen Sie die Diskussionen nachträglich im Liveblog.
Update: 07.09.2017 - 14:10 Uhr 43 Kommentare
Friedrich Merz, Chairman bei Blackrock Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bei der Tagung „Banken im Umbruch“. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Interview mit Friedrich Merz

Friedrich Merz, Chairman bei Blackrock Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bei der Tagung „Banken im Umbruch“.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

FrankfurtDie führenden Köpfe der Finanzbranche sind an diesem Mittwoch und Donnerstag im Frankfurter Tagungszentrum Kap Europa versammelt: Auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ reden Bankchefs und Aufseher über die bevorstehenden Umwälzungen. Wie stark profitiert Frankfurt vom Brexit? Wann kommt die Zinswende? Und was ist die künftige Rolle der Banken in der Wirtschaft? Der Liveblog zum Nachlesen.

„Die Zeit des billigen Geldes in Europa muss enden“
22. Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“
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Strenge Kapitalvorgaben, Niedrigzinsen und neue Konkurrenz. Auf Europas Banken lastet gehörig Druck. Auf der Tagung „Banken im Umbruch“ diskutieren Spitzenbanker und Politiker über die Lage der Finanzbranche. Sechs wichtige Reden und Interviews überträgt dabei das Handelsblatt am 06. und 07. September 2017. Was bisher geschah...

Gabor Steingart und Sven Afhüppe
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Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts und Chefredakteur Sven Afhüppe warten auf die Ankunft der Gäste. Erwartet werden neben Deutsche-Bank-Chef John Cryan und Martin Zielke, dem Chef der Commerzbank auch die Chefs und Vorstände großer internationaler Finanzinstitute wie Axel Weber, der UBS-Verwaltungsratspräsident und Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein sowie Friedrich Merz, der Chairman von Blackrock Deutschland.

Ankunft John Cryan
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John Cryan, der CEO der Deutschen Bank eröffnet die Tagung. Statt über das eigene Unternehmen will er jedoch über das globale Umfeld reden.

Ankunft Martin Zielke
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Sven Afhüppe begrüßt Commerzbank-CEO Martin Zielke. Leistungsfähige Banken seien wichtig, findet Zielke. Er sieht die Regierung in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass europäische Banken durch Regulierung nicht weiter international das Nachsehen haben.

John Cryan im Gespräch mit Gabor Steingart
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„Die Zeit des billigen Geldes in Europa muss enden – trotz des starken Euros.“ Deutsche-Bank-Chef John Cryan findet deutliche Worte für die lockere Geldpolitik der EZB.

John Cryan: Die Digitalisierung verändert die Banken
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Im Interview mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart geht es um den digitalen Wandel in der Finanzbranche. Laut Cryan werde das Bankgeschäft in fünf bis zehn Jahren in der digitalen Identität vieler Leute verankert sein.

Die Jobs in der Finanzbranche werden sich verändern
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Der technologische Wandel verändert die Finanzbranche, sagt Cyran. Das führe leider auch dazu, dass der Bankensektor in Zukunft nicht mehr so Leute brauche, wie bisher. Cyran sieht Roboter zunehmend in der Lage, menschliche Tätigkeiten zu übernehmen. Gabor Steingart fragt ihn, wie viele Menschen vom digitalen Wandel betroffen sein werden: die Hälfte aller Beschäftigten? Cryans Antwort: „Ich glaube schon, auf jeden Fall eine große Zahl.“

Die wichtigsten Aussagen in Kürze

  • UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber sieht die große Konkurrenz für Banken in großen Technologiefirmen, die Kunden mit Finanzdienstleistungen locken. Außerdem kritisiert der ehemalige Bundesbankpräsident die Messinstrumente der Notenbank scharf.
  • Jean Pierre Mustier, Chef der italienischen Großbank Unicredit, sieht „kein systematisches Risiko mehr“ im Bankensektor Italiens. Außerdem müsse Italien eine mögliche Anhebung der Leitzinsen nicht fürchten.
  • Der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, verdeutlicht die großen Perspektiven für den Finanzplatz Frankfurt nach dem Brexit-Votum. Es sei logisch, dass internationale Banken künftig von Frankfurt aus arbeiten.
  • Friedrich Merz, Chairman des deutschen Blackrock-Ablegers, kritisiert, Europa und die USA seien zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Europa sei nicht das Problem, sondern die Lösung. Außerdem fordert er ein multinationales Technologieunternehmen, das international konkurrenzfähig ist.

Liveblog

+++ Ende des Liveblogs +++

An dieser Stelle schließen wir den Liveblog. Die Tagung ist allerdings noch nicht beendet. Auf unserer Homepage berichten wir weiter ausführlich in Wort und Bild. Die Interviews mit Friedrich Merz und Axel Weber können Sie nachträglich im Stream verfolgen.

+++ Keine Prognose +++

Zu einer Wahlprognose will Merz sich nicht hinreißen lassen. Die spannende Frage bei der Bundestagswahl sei: Reicht es für Schwarzgelb? Mit einer Jamaika-Koalition, also einem Bündnis aus CDU, FDP und Grüne, könne er sich hingegen nicht anfreunden.

„China fühlt sich als neue globale Ordnungsmacht“

+++ Deutsche Banken außen vor +++

Zum Bankensektor äußert sich Merz auf Nachfrage von Sven Afhüppe genauer. Er habe ein „gemischtes Bild“ über den deutschen Bankensektor. Im Spiel der großen Institute seien die deutschen Geldhäuser außen vor. Deshalb brauche es zwingend Veränderungen, um mitspielen zu können – die Dominanz der amerikanischen Institute sei auf lange Sicht „nicht gut“. Merz betonte: „Die Entwicklung des asiatischen Bankensektors müsste der späteste Weckruf für Europa sein.“

+++ Europäische Champions +++

„Wieso schaffen wir es nicht, in Deutschland und Frankreich ein großes gemeinsames Technologieunternehmen hinzustellen?“, fragt Merz. Das Kartellrecht stehe dem immer noch im Weg. Um sich im globalen Wettbewerb gegen die USA und Asien zu behaupten, seien europäische Champions notwendig. Nicht nur im Tech-, sondern auch im Bankensektor.

+++ Der Kulturkampf +++

Ein sehr interessanter Punkt, den Merz noch weiter ausführt. „Die Europäer und die Amerikaner sind mit sich selbst beschäftigt, und China fühlt sich als neue globale Ordnungsmacht, die versucht, eine autoritäre politische Führung mit marktwirtschaftlicher Ordnung zu verbinden“, sagte Merz. Das zeige die aktuelle Schwäche von Europa und den USA, die diesem Experiment nicht intensiv widersprechen könnten. Anschließend zitiert Merz den renommierten Historiker Heinrich August Winkler, der einen „Kulturkampf“ identifiziert hat. Merz: „Wir befinden uns mitten im Kulturkampf zwischen der Zukunft um freiheitliche Gesellschaften und autoritären politischen Regimen.“

+++ Merz zu Brexit +++

Nun spricht der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe. Zum Brexit sagt er: „Das ist eine Chance für die EU, eine eigene Außen- und Sicherheitspolitik zu entwickeln.“ Europa sei die Antwort auf viele der aktuellen Probleme. Es sei an Deutschland, die Einigung voranzubringen. Merz, der heute Chairman des deutschen Ablegers des Vermögensverwalters Blackrock ist, äußert sich auch zur Politik von Donald Trump. Mit der Aufkündigung von TPP habe Trump den amerikanischen Führungsanspruch im Pazifik aufgegeben, in das Vakuum stoße nun China vor.

+++ Harter Brexit wahrscheinlich +++

„Alles andere als ein knallharter Brexit wäre eine Überraschung“, prophezeit Peters. „Leider sitzen in London welche, die den Sieg feiern, weil sie den Brexit wollten.“ Für den Finanzstandort Frankfurt sieht er wie seit Vorredner Kengeter große Perspektiven. Frankfurt könne nur „massiver Gewinner“ sein.

+++ BdB-Präsident Peters zu Fusionen +++

Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, hat nun das Wort. Die oft kritisierte Regulierungswelle habe das System seit der Finanzkrise stabiler gemacht. Nun müsse man aber über eine Lockerung der Auflagen für kleinere Häuser reden, die unnötig belastet würden.

Kengeter über den Finanzplatz Frankfurt
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43 Kommentare zu "Liveblog zur Tagung „Banken im Umbruch“: „Asiens Bankensektor müsste der späteste Weckruf für Europa sein“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das ZDF hat gegenwärtig kein besseres Personal als die Dame mit ihrem vorgefertigen linken Meinungen aus der Journalistenschule, die anscheinend nur ihr Studio auf dem Laubersberg kennt und ein sicheres Dach über Kopf hat und das ZDF ihr monatlich dafür ein sehr großzügige Entschädigung überweist.

    Würde sie etwas anders sagen und die Finger in die Wunde legen, sowie es Alice W. dies tut, dürfte ihrer Kündigung nichts mehr im Wege stehen.

    Menschen die Zahlen und Fakten sprechen lassen und weder eine weitere Migration, Doppelpässe, doppelte Staastanhörigkeit und weitere Zuwanderung nicht möchten werden schon seit vielen Jahren stigmatisiert und polemisiert.

    So auch in der ZDF Sendung, wo Slomka Alice W. noch nicht einmal ausreden lassen wollte. Und von den anderen politischen Gegener wurde sie teils übel beschimpft und völlig überflüssig mit anderen Kollegen aus der AfD gleichgestellt.

    Von einem dummen Teil der Zuschauer erntete sie dann Spott und Hohn als sie das Studio verließ.

    Wieso muß man in Deutschland für mehr Migration und Mulitkulti sein, mehr doppelter Staatsangehörigkeit und Doppelpässen und mehr Flüchtlingen, mehr Soziales, mehr Segreagtion und deutlich zunehmender Armut und weniger deutscher Sprache u.v.m.?

    Die deutschen Steuerzahler und vor allen die jüngeren brauchen sich aber dann später nicht zu wundern, wenn das Tafelsilber früher oder später verfrühstückt ist.

    Und wenn wir schon mal beim Frühstücken sind, darf die folgende Generation dann schon mal anfangen für ihre Zähne zu sparen. Das wird aber teuer.

    Das u.v.a. war auch schon mal anders.

    Von der zu erwartenden Rentenabsenkung bis 2030 auf 43% wird das nicht funktionieren.

    Und immerhin wird ein Volk mit überwiegenden Arbeitnehmern jährlich mit über 1 Billion Euro für Soziales zur Kasse gebeten.

    Das u.v.m. sind doch keine postiven Zukunftsvisionen der Menschen. Und wer etwas Demographieverständis auftbringt und weiß, was implizite Staatsverschuldung bedeutet ist doch kein Nazi?

  • Der Link POLITIKVERSAGEN lieber Herr Volkery ist keine Werbefläche sondern alltägliche Realität bei uns vor der Haustür!

  • 2 kreuze für die AfD
    Das ist das beste was ihr denen antun könnt. Merkel Regime wählt ihr mit CDU/CSU SPD FDP GRÜNE und die Splitterparteien die sowieso unter 5 % kommen!!

  • Sind das die Wortmeldungen der Anarchistischen Partei für Deutschland, kurz: AfD?

  • Merkel (Marionette) und Strippenzieher mussen weg


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wie sage schon meine Großmutter: "Ein Krug gehts solange......................."


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Herr Günther Heck - 07.09.2017, 13:40 Uhr

    Piet,

    stimmt.

    Entschuldigung falsche Baustelle!

    halt technik äh HB."


    Nö, Herr Heck, da sitzt das Problem wohl eher vor dem Bildschirm.

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