London entwickelte sich in den vergangenen Monaten von der einstigen Vorzeige-Metropole zum Hauptschauplatz für Zinsmanipulationen und Anlagebetrug. Um diese Wandlung zu verstehen, muss man ein paar Jahre zurückblicken.

Kommentare

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  • Leute die aus Geld mehr Geld machen sind für mich perse kriminell. Denn Geld kann nicht arbeiten. Es sind immer Menschen die arbeiten, oder Maschinen, die von Menschen gemacht wurden. Ergo ist jeder, der auf irgendeine Weise Geld bekommt, ohne selbst zu arbeiten in meinen Augen ein Betrüger und Ausbeuter.

  • Im Zentrum des Betrugs
    Wie konnte das passieren?

    London --von der einstigen Vorzeige-Metropole zum Hauptschauplatz für Zinsmanipulationen und Anlagebetrug.
    Historiker Niall Ferguson---sein Thema:
    „Wird London als globale Finanzhauptstadt überleben?“
    Oder wird es der Stadt so ergehen wie einst Venedig, das jahrhundertelang Meere und Märkte beherrschte und heute nur noch als Touristenhochburg Weltruhm beanspruchen darf?
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    Jede Herrschaft hat ihren Anfang und ihr Ende. Was immer dort passiert, Betrug oder Zufall- Schuld der Händler oder des PC-Programms. Entscheidend ist was hinten rauskommt-- das wird bewertet.
    Und - nichts bleibt ewig bestehen, vor allem, wenn es nur noch auf Luftnummern und virtuellen Zahlen aufgebaut ist. Die Spezialisten handeln mit Geld-ohne gedeckten Warenwert-- sie werden genauso irgendwann das Schicksal wie Venedig erleiden.
    Wie konnte das passieren?
    Weil die Gier- die Macht- das Gefühl Herr über alles zu sein , das Hirn vernebelt -beschränkt und zerfressen hat.
    Sie sind Meister auf ihrem Gebiet, aber alles andere blenden sie aus- dumm wie die Nacht finster.
    Aus "Geld mach Geld"-dümmer kann man die gesammte Weltwirtschaft nicht mehr begrenzen. Das läuft irgendwann ins Leere.
    Wenn sie versinken wie Venedig, dann ist es darum nicht schade, ein Zockerstaat weniger und das besser heute als morgen.
    Die Menschheit hat sich schon immer selbst den eigenen Untergang bescheert.Jetzt sind wir wieder mal dran. Niemand hat jemals daraus was gelernt. Gier und Macht steht schon immer über der dem Gebot der Vernunft.
    Wer sich in gefahr begibt, kommt darin um. Sie haben betrogen,gelogen vor lauter Gier- - sie bekommen die Rechnung.

  • Von wegen Betrug. Nachdem ich den Artikel zweimal gelesen habe, komme ich zum Ergebnis, dass nicht nur beim Autor der Prozess der Kursfeststellung unverstanden ist. Vermutlich denkt er dabei an Angebot und Nachfrage. Mitnichten. Kursfeststellung heute im Informationszeitalter der elektronischen Börsen ist eine Projektionsmessung. Damit bestimmt der dem Handelssystem zugrundliegende Algorithmus den Preis. Wer also glaubt, es würde eine konkrete Eigenschaft des Wertpapiers festgestellt, lebt einen naiven Realismus. Das Wertpapier ist nur noch Platzhalter, eigentlich braucht man es nicht mehr. Wir handeln mit nichts, manche nennen es Vertrauen. Aber wie bewertet man Vertrauen?

  • Ich hab selbst einige Jahre in Canary Wharf bei einem Global Player gearbeitet. Die Kompetenz-Überlegenheit gegenüber den Frankfurter (Luschen) war beeindruckend.

    Knallharte Selektion, und nur die Besten setzen sich in diesem Haifischbecken durch. Die beste Schule, die ich genießen konnte, und von der ich heute umso mehr profitiere. Wer es hier schafft, der schafft es überall auf der Welt Geld zu verdienen.

    Beinahe hätte es mich selbst schon im ersten Jahr erwischt, als ich an einem Tag mal fast 200.000 € im Future versenkt hab. Aber zum Glück, ließ man dem " German Kraut " eine 2. Chance. Und so konnte ich das Geld und mehr binnen einer Woche wieder zurückverdienen.

    Aber am beeindrucktesten war die Auto-Show in der Garage. Da wirkte mein Porsche richtig niedlich .....

  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Einer der besten Artikel, den ich in den letzten 5 Jahren gelesen habe. Da gehört viel Mut dazu, im Wespennest herumzustochern. Wie so was enden kann, habe ich beim Sachsen-Sumpf am eigenen Leib erfahren.

    War dieser Artikel vielleicht die Ursache dafür, dass die Startseiten von Handelsblatt und Wirtschaftswoche gestern Abend nicht mehr erreichbar waren?

  • Es ist schon erstaunlich, was die Krämerseele Thatcher angerichtet hat. Nicht, dass nur in London ein Krebsgeschwür aus Zockern und seelenlosen Investmankbankern entstanden ist. In Ihrer Arroganz wollen sie sich immer ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Kerneuropa. Wie z. B. Eingrenzung von Hedgefonds, bestimmte Spekualtionen auf Nahrungsmittel oder ganze Länder verbieten. Damit müssen sie selbst erkennen, dass mit dieser skrupellosen Zockerei auf Dauer sie selbst ins Verhängnis rennen. Mich widert es an wie in den letzten jahren diese Zocker einzelne Länder in Europa in Bedrängnis brachten. Sie verantworten Millionen von Arbeitslosen und die Ausuferung der Schulden. Hier muss ein Riegel vorgeschoben werden. Es kann nicht sein, dass ein paar verrückte Zocker Millionen ehrliche Menschen ins Verderben bringen. England war schon immer ein skrupelloses Land. Wenn ich nur an den Wahn des Commonwealth denke. Die Engländer brauchen strengste Gesetze, um weltweit die Menschen zu schützen.

  • Seit Monaten... lach ... wohl mehr seit Jahrhunderten... End the City of London! Kill it´s extraterritorial rights! End the Fed!

  • Banken werden auch künftig eine sinnhafte, gesellschaftlich wichtige Rolle spielen, sofern sichergestellt ist, dass die handelnden Personen die Kernfunktion von Bank- und Kreditinstituten wieder in den Vordergrund ihrer Aktivitäten stellen: den Bürger und die Wirtschaft mit Geld zu versorgen, sei es vorher (Depositen) oder nachher (Darlehen) bespart. Schon alle Dienstleistungen um handelbare Wertpapiere herum sind hier wesensfremd, erst recht alle seit den 80er Jahren entwickelten Derivate und Futures. Leider ist die Spezie Banker immer noch weit entfernt davon, diese klassische Aufgabe verinnerlich zu haben. Großbanken und gerade die aus völlig absurden Fusionen enstandenen britischen Megakrüppeln Loyds TSB u.a. beschäftigen heute überwiegend nur noch unter- oder monoqualifizierte Mitarbeiter, die das breite, kundenorientierte Bankgeschäft nicht mehr gelernt haben. Sie bearbeiten nur noch schmale Teilbereiche der banktechnischen Abwicklung und haben keinen Blick mehr für das Ganze und können daher auch nicht mehr die Folgen ihres Tuns einschätzen. Hauptsache sie sind billiger als der langjährig ausgebildete Universalbanker...

  • Es ist ganz einfach: Die Wirtschaft und das soziale Zusammenleben basieren auf Vertrauen. Ein Hausbesitzer, der einen Handwerker beauftragt, vertraut darauf, dass der Handwerker die Arbeit sachgerecht und ordentlich ausführt. Der Handwerker vertraut darauf, dass er bezahlt wird.
    Die Menschen bringen ihr Geld zur Bank, im Vertrauen, dass die Bank das Geld gut verwahrt und auch wieder auszahlt. Die Bank vergibt Kredite und vertraut darauf, dass die Kreditnehmer das Geld wieder zurückzahlen.

    Leider gibt es immer wieder Menschen, die die Regeln ein ganz klein wenig "dehnen", um sich durch ein klein wenig "antisoziales Verhalten" einen Vorteil verschaffen. Der Arbeitslose arbeitet schwarz und kassiert nebenher Sozialleistungen. Die Baufirma plant den Konkurs schon von vornherein ein, um die Kredite bei der Bank nicht zurückzahlen zu müssen. Führungskräfte aus der Wirtschaft verstecken in Steueroasen ihr Geld vor dem Fiskus usw. Das Vertrauen ist dann schnell zerstört und das schaukelt sich immer weiter auf, wie eine simple Straßenschlägerei. Es gibt psychologische Untersuchungen, wie eine Straßenschlägerei entsteht: Einer schubst und die Gegenreaktion ist immer etwas stärker als die vorangegangene Reaktion. Einer schubst, der andere schubst noch stärker zurück, bis zur Eskalation.

    Auf die Gesellschaft übertragen: Jemand verschafft sich einen Vorteil durch antisoziales Verhalten. Dann verhält sich der nächste eben noch antisozialer.

    Und das ist ein Teufelskreislauf und die Banken haben diese gesellschaftliche Entwicklung bereits vorweggenommen, da sie sich untereinander so antisozial verhalten haben, dass jegliches Vertrauen zerstört wurde und sie sich gegenseitig kein Geld mehr leihen wollten. Der Normal Bürger und Steuerzahler wird dann gezwungen einzuspringen: Nicht nur mit Geld, nein, vor allem auch mit Vertrauen. Dem allerwichtigsten Kapital, denn ohne jegliches Vertrauen bleibt einer Gesellschaft nur noch Anarchie und Krieg.

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