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London Stock Exchange Londoner Börse trotzt dem Brexit – LSE-Chef sieht Euro-Clearing auch in Zukunft in London

Die Londoner Börse verteidigt ihre dominante Position im Euro-Clearing. CEO David Schwimmer ist überzeugt, dass es dabei auch langfristig bleibt.
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Eingang der britischen Börse in der Paternoster Row in London: Der Brexit belastet das wirtschaftliche Ergebnis des Handelsplatzes nicht. Quelle: dpa
London Stock Exchange

Eingang der britischen Börse in der Paternoster Row in London: Der Brexit belastet das wirtschaftliche Ergebnis des Handelsplatzes nicht.

(Foto: dpa)

Die London Stock Exchange (LSE) scheint die Brexit-Unsicherheit bisher gut zu meistern. Der neue CEO David Schwimmer konnte am Freitag bei der Vorlage seiner ersten Jahreszahlen einen Gewinnsprung vermelden. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 15 Prozent auf 931 Millionen Pfund. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 2,1 Milliarden Pfund zu.

Alle Geschäftsbereiche liefen sehr gut, insbesondere auch das Euro-Clearing, sagte Schwimmer zufrieden. Die Abwicklung von Zins-Swaps sei 2018 um 20 Prozent gewachsen. Man habe den Marktanteil von 90 Prozent gehalten. Bei diesen Instrumenten sichern sich Unternehmen und Investoren gegen Zinsschwankungen ab. 

Hinter dem Euroclearing-Geschäft der LSE-Tochter LCH steht seit dem Brexit-Votum ein großes Fragezeichen. Europäische Politiker und Aufseher haben wiederholt gefordert, das Geschäft langfristig in die Eurozone zu verlagern. Wettbewerber wie die Deutsche-Börse-Tochter Eurex versuchen, der LCH Marktanteile abzujagen.

Kürzlich hatte die EU-Kommission grünes Licht gegeben, dass die drei großen Londoner Clearinghäuser im Fall eines ungeordneten Brexits europäische Kunden weiter bedienen dürfen – vorerst für ein Jahr.

Schwimmer zeigte sich zuversichtlich, dass diese Übergangslösung am Ende auch die dauerhafte Lösung sein wird. Die Diskussion in Europa habe sich von der Standortfrage wegbewegt, sagte er. Die Aufseher orientierten sich nun daran, was die richtige Lösung für die Finanzstabilität wäre. Sie seien sich einig, dass es sehr disruptiv wäre, wenn das Clearing verlagert würde. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass es am Ende in London bleiben dürfe.

Der Brexit habe den Wettbewerbern auf dem Kontinent eine „interessante Marketing-Gelegenheit“ verschafft, sagte Schwimmer. Trotz des „aggressiven Werbens“ der Konkurrenz seien die Kunden jedoch nicht abgewandert. „Wir sehen keine wahrnehmbare Änderung unserer Marktposition“.

Er versicherte, die LSE sei auf jede Art von Brexit vorbereitet. 250 Jobs oder fünf Prozent der Stellen sollen gestrichen werden, kündigte die London Stock Exchange am Freitag an. Dadurch will die Börse jährlich 30 Millionen Pfund (35 Millionen Euro) einsparen, wird ihr Margenziel 2019 aber wegen Investitionen in das Geschäft trotzdem verfehlen. 

Im Fall eines ungeordneten Brexits werde man den EU-Aktienhandel über die Turquoise-Plattform in den Niederlanden abwickeln. Die entsprechende Lizenz sei noch nicht genehmigt, man rechne aber jeden Tag mit der Bestätigung der Aufseher.

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