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Lukrative Übernahme Aareal Bank kauft Düsselhyp zum Schnäppchenpreis

Die Aareal Bank kauft mit der Düsseldorfer Hypothekenbank einen kleinen Wettbewerber, der gerade abgewickelt wird.
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Die Aareal Bank ist in den vergangenen Jahren durch die Übernahme der beiden Konkurrenten Westimmo und Corealcredit stark gewachsen. Quelle: PR
Zentrale der Aareal Bank in Wiesbaden

Die Aareal Bank ist in den vergangenen Jahren durch die Übernahme der beiden Konkurrenten Westimmo und Corealcredit stark gewachsen.

(Foto: PR)

FrankfurtIm Hauptgeschäft mag die Wiesbadener Aareal Bank ein Immobilienfinanzierer sein, doch nebenbei ist das Institut seit Längerem erfolgreich als Abwicklungsbank aktiv: 2014 schluckte das Institut die Frankfurter Corealcredit, um sie abzuwickeln. 2015 war die Mainzer Westimmo an der Reihe. Nun hat der im MDax notierte Konzern die Düsseldorfer Hypothekenbank (Düsselhyp) für 162 Millionen Euro mit demselben Zweck übernommen.

Das Besondere daran: Die Aareal Bank erwirbt die kleinen Wettbewerber stets so günstig, dass sie einen „negativen Goodwill“, also einen Sondergewinn, verbuchen kann. Bei der Düsselhyp ist dabei ein solches Plus in Höhe von 52 Millionen Euro angefallen, wie die Aareal Bank mitteilte.

Verkäufer der Düsselhyp ist der private Bankenverband BdB, der den Staats- und Immobilienfinanzierer 2015 in der Krise übernommen hatte. Die BdB-Abwickler schrumpften die Bilanz des Instituts bereits von zwölf Milliarden auf 2,7 Milliarden Euro. „Der Verkauf bringt für den Einlagensicherungsfonds ein deutlich besseres Ergebnis, als es durch eine weitere Abwicklung unter unserer Regie möglich gewesen wäre“, betont BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig.

Das sieht auch Aareal-Bank-Chef Hermann Merkens so: „Die langwierige Abwicklung einer Bank verursacht Kosten, vor allem gegen Ende hin“, sagt er dem Handelsblatt. Schließlich müsste man über den gesamten Zeitraum eine gewisse Infrastruktur, etwa für IT-Systeme, aufrechterhalten, auch wenn die Bank immer kleiner werde und immer weniger Erträge erwirtschafte. „Je länger es dauert, desto ineffizienter wird eine Abwicklung, vor allem wenn der Eigentümer selbst keine Bank ist.“

Negativer Goodwill

Für die Aareal Bank sieht die Rechnung anders aus: Der negative Goodwill kommt zustande, wenn der Kaufpreis unter dem Wert des Eigenkapitals der gekauften Bank liegt. Das liegt auch an Steuervorteilen, die die Aareal Bank nutzen kann. Die Aktionäre zeigten sich auf jeden Fall angetan: Der Aktienkurs der Aareal Bank stieg um rund zwei Prozent.

Auch der private Bankenverband ist zufrieden, dass er die Verantwortung für die Düsselhyp wieder abgeben konnte. Wie stark das Institut den Einlagensicherungsfonds des BdB belastet hat, sagt Ossig nicht. Er hebt aber hervor, dass das Ergebnis deutlich besser ausgefallen sei als bei der Übernahme befürchtet.

Der BdB betont, nach dem Bankhaus Wölbern und der Valovis Bank sei nun ein weiteres Institut vom Markt verschwunden, ohne dafür Steuergelder benötigt zu haben.

Der BdB hatte vor zwei Jahren, auch als Reaktion auf den Fall Düsselhyp, eine eigene „Bad Bank“, die EIS-Einlagensicherungsbank, gegründet, um besser auf solche Fälle vorbereitet zu sein. Nach der Düsselhyp-Übernahme war der BdB mit Garantien eingesprungen, um einen Kollaps zu verhindern.

Solche Garantien sind künftig nicht mehr nötig, da man solche Fälle an die EIS auslagern kann. BdB-Hauptgeschäftsführer Ossig wünscht sich, dass auch eine künftige europäische Einlagensicherung über so ein breites Instrumentarium verfügt. „Dafür werden wir uns weiter einsetzen“, sagt er.

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