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Magdalena Stoklosa im Interview Chefanalystin von Morgan Stanley erklärt das Problem der Investmentbanken Europas

Die Morgan-Stanley-Chefanalystin spricht im Handelsblatt-Interview über die Schwäche der europäischen Banken und den Risikoappetit ihrer US-Pendants.
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Die Chefanalystin Morgan Stanley Analystin studierte in den USA, lebt aber seit vielen Jahren in Europa. Quelle: Morgan Stanley
Magdalena Stoklosa

Die Chefanalystin Morgan Stanley Analystin studierte in den USA, lebt aber seit vielen Jahren in Europa.

(Foto: Morgan Stanley)

Magdalena Stoklosa leitet das Researchteam für europäische Banken bei Morgan Stanley in London. Sie ist auf beiden Seiten des Atlantiks zu Hause und kennt die Branchenprobleme genau.

Frau Stoklosa, wie hart haben die jüngsten Turbulenzen die Investmentbanken getroffen?
2018 war für alle Institute ein schwieriges Jahr. Während die Entwicklung im ersten Halbjahr noch ordentlich verlief, dominierten danach massive Unsicherheiten, etwa die Sorge über einen amerikanisch-chinesischen Handelskrieg. Die Kundenaktivität weltweit, aber insbesondere in Asien nahm dramatisch ab. Fast alle Asset-Klassen verbuchten Verluste.

Fallen die europäischen Investmentbanken deshalb weiter zurück?
Nein, das Problem ist endemisch. Seit 2012 sehen wir eine schlechtere Performance der europäischen Investmentbanken im Vergleich zu ihren US-Pendants. Während die europäischen Institute im Restrukturierungsmodus verharrten, bauten die US-Banken ihren weltweiten Marktanteil deutlich aus.

Woher kommt diese Schwäche?
Die europäischen Banken sind seit Jahren mit der Restrukturierung ihres Geschäfts beschäftigt, eine Reaktion auf die weltweit schrumpfenden Erträge im Investmentbanking. Dadurch verzichten sie auf Einnahmen, gleichzeitig sinken die Kosten nicht schnell genug. Die Restrukturierung ist ein langfristiger, teurer Prozess. Auch die Kapitalerhöhungen haben die Investoren verunsichert. Außerdem leiden die Institute unter der Niedrigzinspolitik der EZB. Sie belastet den Markt festverzinslicher Papiere und die Erträge in Europa.

Aber mussten nicht auch die US-Banken große Umbrüche bewältigen? Die Finanzkrise begann in den USA ...
Die US-Banken haben sich auch dank staatlicher Rekapitalisierung sehr viel schneller von der Finanzkrise erholt. Und sie profitieren vom großen US-Heimatmarkt. Dieser ist der profitabelste der Welt, auch die Ausstattung mit Kapital und der Grad der Regulierung sind dort vorteilhaft. Generell werden Skaleneffekte im Finanzsektor immer wichtiger: Wer bereits eine starke globale Stellung einnimmt, wächst weiter.

Gehen die europäischen Banken verstärkt Risiken ein, um den Rückstand aufzuholen?
Das sehen wir nicht so. Der Risikoappetit ist in den USA größer.

Frau Stoklosa, vielen Dank für das Gespräch.

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