Manipulationen Führungskräfte der Deutschen Bank unter Verdacht

Der Devisenskandal bei der Deutschen Bank zieht weitere Kreise: Von den Suspendierungen sind nicht nur einfache Händler, sondern nach Informationen des Handelsblatts auch Manager betroffen.
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Logo der Deutschen Bank: Die suspendierten Händler und Manager sollen mit dem argentinischen Peso gearbeitet haben. Quelle: Reuters

Logo der Deutschen Bank: Die suspendierten Händler und Manager sollen mit dem argentinischen Peso gearbeitet haben.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie jüngsten Verdachtsfälle auf Manipulationen am Devisenmarkt bei der Deutschen Bank betreffen nicht nur einfache Händler, sondern auch Manager. Dies erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Den Informationen zufolge reichen die Verdachtsfälle am Devisenmarkt, die die Bank bei einer internen Prüfung entdeckte, mehrere Jahre zurück und ziehen sich bis in den Juli 2012 – einen Monat nach Amtsübernahme der neuen Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Die Bank suspendierte mehrere Mitarbeiter in New York und anderen Standorten auf dem amerikanischen Kontinent.

Bei den Suspendierungen gehe es um weniger als fünf Personen, darunter sei mit einem Managing Director aber auch eine Führungskraft aus dem mittleren Management, schreibt das Handelsblatt in seiner Donnerstagsausgabe. Alle beurlaubten Mitarbeiter hätten mit dem argentinischen Peso gehandelt.

Darüber hinaus stellt die Bank nach Informationen aus Finanzkreisen auch einen Manager im Rang eines Directors frei, der bereits zuvor ins Visier der Fahnder geraten war. Der Händler hatte im vergangenen November Besuch vom FBI bekommen, weil er sich in elektronischen Botschaften damit gebrüstet hatte, Devisenkurse manipulieren zu können. Damals hieß es, es handle sich um ein Missverständnis, der Banker habe lediglich einen schlechten Scherz gemacht.

Die Deutsche Bank wollte sich nicht zu Einzelfällen äußern. Sie gehört zu den größten Devisenhändlern der Welt. Der Markt ist riesig. Pro Tag werden weltweit Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Eine Sprecherin bestätigte nur, dass die Bank Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten habe, die den Devisenhandel unter die Lupe nehmen. „Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte sie.

Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin gab sich zugeknöpft: Man habe das Thema seit dem Sommer im Blick und untersuche den Sachverhalt zusammen mit ausländischen Aufsichtsbehörden. „Zum Stand der Untersuchungen oder möglichen Maßnahmen gegenüber einzelnen Instituten kann sich die Bafin nicht äußern“, sagte ein Sprecher. Der oberste Bafin-Bankenaufseher Raimund Röseler hatte noch im Dezember gesagt, es gebe keine Anhaltspunkte, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen verwickelt seien. Das hat sich offenbar geändert. Der „Welt“ zufolge wurden bei dem Peso-Händler verdächtige E-Mails gefunden, die auf Manipulationsversuche hindeuten könnten.

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11 Kommentare zu "Manipulationen: Führungskräfte der Deutschen Bank unter Verdacht"

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  • der DEUTSCHEN BANK muss man endlich ihre "Betrugs"grenzen
    zeigen, die Braeuers und Ackermaenner haben den Ruf dieses
    ehmals solventen Institutes zerstoert,ein Banksterheim per
    exellance ; diese ehmaligen "Manager" muessten haftbar gemacht werden, aber darauf kann man lange warten !§e

  • Wir alle wissen es doch nun zur Genüge:
    Die verwaltende Diktatur, der größere Teil der Presse, die Justiz deckt die Ganoven der Bankster. Verurteilungen sind damit ausgeschlossen im Bananenstaat De.

    Die Systemparasiten rauben das Volk unter den Deckmantel dieser Herrenmenschen weiterhin ungestraft aus!!!

  • @Mazi

    Sie müssen aufpassen auf was Sie posten. Sie schreiben am Thema vorbei.

    Es geht hier um Manipulationen dieser Bank sowohl auf Libor/Euribor-Seite als auch bei Devisen- und Edelmetallen. Bei Libor/Euribor gab es Strafzahlungen, in den anderen Fällen wird ermittelt.

    .."Die BaFin übt die staatliche Finanzaufsicht aus. Ihre Dienstaufsicht nimmt der Bundesfinanzminister wahr.

    Wollen Sie behaupten, dass die BaFin ihre Arbeit nicht korrekt gemacht hat, dass der Bundesfinanzminister seiner Dienstaufsicht nicht nachgekommen ist?"..

    Zu Ihrer o.g. Frage: Ob eine Dienstaufsicht korrekt durchgeführt wurde, bemisst sich an der Aufgabenstellung und am Ergebnis.

    Wenn die Aufgabenstellung verschwommen ist, kann das Ergebnis nicht befriedigend sein.

    Wenn Sie mit dem Ergebnis einverstanden sind, ist das Ihre Sache.

    Was ich geschrieben hatte gilt nach wie vor.

  • Was schreiben Sie da?

    Die BaFin übt die staatliche Finanzaufsicht aus. Ihre Dienstaufsicht nimmt der Bundesfinanzminister wahr.

    Wollen Sie behaupten, dass die BaFin ihre Arbeit nicht korrekt gemacht hat, dass der Bundesfinanzminister seiner Dienstaufsicht nicht nachgekommen ist?

    Viele Vorwürfe gegen die Deutsche Bank sind gewiss berechtigt und gewiss gibt es auch Hinweise darauf, dass sie bei dem Ziel Geld zu raffen, z.B. 25 % Eigenkapitalrendite zu erreichen, nicht zimperlich mit Geschäftspartnern umging und umgeht.

    Aber bedenken Sie auch, dass die von Ihnen genannte Bafin auch an diesem Unwesen mitgewirkt hat, mitwirkt und deshalb selbst nichts sagen kann, sagen darf.

    Schauen Sie sich bei der Eigenkapitalunterlegung der Banken um. Das Eigenkapital soll dazu dienen etwaige Schieflagen der Bank, die bekanntlich auf der Aktivseite der Bank beheimatet sind, aufzufangen.

    Auf dieser Aktivseite sind nunmal auch die Staatsanleihen bilanziert. Wie wir aus dem Beispiel Griechenland erfahren haben, kann dies sehr teuer sein und werden. Das hat weder die BaFin noch den Bundesfinanzminister auf den Plan gerufen, die Staatsanleihen ebenfalls mit Eigenkapital zu unterlegen.

    Stattdessen werden die Eigenkapitalunterlegungen für das allgemeine Kreditgeschäft angezogen, indem der Eigenkapitalquotient erhöht wird. Letztlich führt dies zu höheren Kreditzinsen für die heimische Wirtschaft und damit zu einer Gefährdung der hiesigen Arbeitsplätze. Um diesen Kreditzins nicht so hoch erscheinen zu lassen, hat Draghi die Einlagenzinsen dirigistisch massiv nach unten gedrückt.

    Als Ausgleich haben die Banken über den ESM eine Zusicherung erhalten, dass sie im Ernstfall gerettet würden. Gerettet würden, indem der Staat die Sparer zur Kasse bittet.

    Die Mechanismen zu dieser Maßnahmen sind dem Vernehmen nach nicht nur praktisch sondern auch schon rechtlich scharf geschaltet.

    Ich komme auf Ihre Ausgangsforderung zurück: Wem fehlen "die Eier" gedrückt - um in Ihrer Sprache zu bleiben- ?

  • Wenn die BaFin und die deutsche Regierung die berühmten "Eier in der Hose" hätten, würden sie an der Deutschen Bank ein Exempel statuieren.

    Enteignen und Verstaatlichen wegen betrügerischen und kriminellen Verhaltens wären geeignete Maßnahmen mit dem Ziel, dass künftig in dieser Branche endlich vernünftig gearbeitet wird.

    Es kann nicht sein, dass Milliardenschäden durch Manipulation erzeugt werden, die Institute aber mit Geldbußen von einigen Milliönchen davon kommen und der Klageweg für Geschädigte mit dieser Strafzahlung verbaut ist.

  • War Ihre Anmerkung als Hieb gegen die Allianz bezüglich deren Steuerzahlungsmoral zu verstehen? Bedenken Sie, dass sich die Deutsch Bank mit Herrn Achleitner verstärkt hat.

    Es ist folglich nur noch eine Frage der Zeit, dass wir Ihre Argumentation sahlich folgen dürfen.

    Ich stimme Ihnen zu, dass wir die Diskussion nicht zu flach führen dürfen, aber die Führungskräfte sind auch nicht aus dem Kloster ausgebrochen.

  • Sorry, aber diese ätzende Gängelei durch die blinde BaFin und der populistischen Politik und den Medien gegen meinen alten Brötchengeber nervt mittlerweile tierisch.

    Anshu sollte den gesamten Retailschrott verkaufen, und sich mit der Cash-Cow Investmentbanking und Asset and Wealth Management als Holding mit Monster-Hedgefonds in irgendeiner Steueroase niederlassen.

    Die Deutsche Bank braucht Deutschland nicht. Umgekehrt Deutschland die Deutsche Bank aber als Steuermelkkuh schon. Selbst schon Vermögensmillionär zahle ich in meinem ganzen Leben nicht so viele Steuern, wie die Deutsche Bank in 1 Jahr - trotz momentan 6- und demnächst mit steigenden Vermögen möglicherweise sogar 7-stelliger Beträge im Jahr ans FA.

    Diese Investmentbank setzt als Arbeitgeber die weltweite Benchmark, und ist für jeden in Branche Stolz und Ehre zugleich solch einen Global Player in der Vita zu haben. Alles was ich bin und alles was ich kann, hab ich dort beigebracht bekommen. Die beste Schule um sich anschließend aus einer finanziell gesicherten Basis selbständig zu machen, und professionell mit eigenem Kapital auf eigene Rechnung nur noch für die eigene Kasse zu arbeiten.

    Dort habe ich gelernt Geld mit Geld zu verdienen. Und der Deutschen Bank habe ich meine gesamte Daseinsberechtigung zu verdanken.

    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

    X_TRADER®
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading


  • Die Bank scheint ein rechter Saftladen zu sein. Die Führung ist nie über die kriminellen Machenschaften der Mitarbeiter informiert oder stinkt der Fisch doch zuerst am Kopf, gell Joe?

  • Ich appeliere an's Handelsblatt: Überlegt Euch gut, wem Ihr die Hand reicht und Eure Verbundenheit mit diesem Institut deutlich macht.
    Nach Jahrzehnten Kto-Kunde bei der Deutschen Bank hatte ich vor zwei Jahren diese Bank-Verbindung aufgelöst - für mich ist die DB eine Ganoven-Bank, mit der und mit deren Herrn Ackermann die Dame Merkel eng gekungelt hatte..! Es hätte sich eigentlich als anständige Wirtschafts-Zeitung gehört, diese Verbindung der Bevölkerung nicht vergessen zu lassen..!

  • Vorsicht, Vorsicht verehrtes HB! Erst kürzlich hat Herr Fitschen gewisse informierte Kreise als als Kriminelle bezeichnet. Vielleicht gehören ja jene Suspendierten dazu, die sich jetzt an ihren überbezahlten Vorgesetzten rächen wollen, die mal wieder so tun, als hätten sie von nichts gewußt. Genau diese sind aber die wahren Übeltäter. Wenn sie jetzt behaupten, von nichts gewußt zu haben, dann haben sie offenbar keine Ahnung, was in ihrem Laden läuft oder sie lügen. So oder so sollten sie lieber heute als morgen ihren Hut nehmen, zu Herrn Ackermann in die Schweiz auswandern und nie wieder zurückkommen!
    Auf nimma Wiedaluage!

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