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Manipulationsvorwürfe Finanzwetten gegen Wirecard: Bafin erstattet Anzeige gegen Journalisten

Die Bafin nimmt mehrere Spekulanten und sogar Journalisten der „FT“ ins Visier – wegen Auffälligkeiten rund um die Wirecard-Aktie. Der Verdacht: Betrug.
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Wirecard: Bafin erstatten Anzeige gegen Journalisten Quelle: imago/Sven Simon
Wirecard

Die Börsenaufsicht Bafin hatte in den vergangenen Wochen die Handelsaktivitäten mit Wirecard-Aktien intensiv untersucht.

(Foto: imago/Sven Simon)

München Die Vorfälle um möglichen Betrug beim Handel mit Wirecard-Aktien nehmen eine weitere überraschende Wende. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Börsenaufsicht Bafin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München gegen mehrere Personen gestellt hat, darunter Journalisten der Londoner „Financial Times“.

Die Aufseher hegen den Verdacht, dass Spekulanten in Form einer so genannten Short-Attacke den Kurs der Wirecard-Aktie manipuliert haben. Das bestätigte die Behörde dem Handelsblatt. Zuerst hatte „Spiegel online“ darüber berichtet.

Mit Short-Attacken wetten spekulative Investoren über Leerverkäufe auf den Kurseinbruch einer Aktie. Die Wirecard-Aktien verloren deutlich an Wert, nachdem die „Financial Times“ am 30. Januar zum ersten Mal über den Verdacht von Betrug, Kontomanipulation und Geldwäsche in der Niederlassung des Zahlungsdienstleisters in Singapur berichtet hatte. Danach folgten eine Reihe weiterer Artikel zu den Vorfällen.

Die Börsenaufsicht Bafin hatte in den vergangenen Wochen die Handelsaktivitäten an der Börse intensiv untersucht. Demnach soll es bereits vor Erscheinen des ersten Artikels zum auffälligen Aufbau von Leerverkaufspositionen gekommen sein. Der Verdacht steht im Raum, dass diese Leerverkäufer vorher Informationen über das Erscheinen des Artikels hatten und sich entsprechend positionieren konnten. Mit Leerverkäufen leihen sich Investoren Aktien eines Unternehmens und verkaufen sie. Später setzen sie darauf, diese günstiger zurückkaufen zu können und sie dann an den Verleiher zurückzugeben.

Der Dax-Konzern selbst hatte die Vorwürfe der Zeitung stets bestritten. Zur Aufklärung der Vorwürfe in Singapur hatte das Unternehmen die Kanzlei Rajah & Tann beauftragt. Zu der Untersuchung präsentierte Wirecard Ende März eine dreiseitige Zusammenfassung.

Die Anwälte hatten zwar Verstöße festgestellt, die allesamt auf mangelnde interne Kontrollen hindeuten. In der Summe waren die Auswirkungen auf die Bilanzen früherer Jahre aber gering. Auch Wirecard selbst hatte Ende März beim Münchener Landgericht Anzeige gegen die „Financial Times“ und deren Autor Dan McCrum erstattet.

Die britische Wirtschaftszeitung hatte den Vorwurf der Marktmanipulation in der Vergangenheit als „haltlos“ zurückgewiesen.

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