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Markt-Turbulenzen Hedgefonds wetten verstärkt auf fallenden Wirecard-Kurs

Keine andere Dax-Aktie steht derzeit so im Fokus wie Wirecard. Die Handelsumsätze sind dabei weit höher als bei allen anderen Indexmitgliedern.
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In den vergangenen Tagen hatten Berichte der „Financial Times“ die Wirecard-Aktie mehrfach zum Absturz gebracht. Quelle: dpa
Wirecard

In den vergangenen Tagen hatten Berichte der „Financial Times“ die Wirecard-Aktie mehrfach zum Absturz gebracht.

(Foto: dpa)

MünchenSoziale Medien sind gewöhnlich nicht das Ding von Markus Braun. Einzige Ausnahme: der Kurznachrichtendienst Twitter. Am Dienstagvormittag meldete sich der Wirecard-Chef mit diesen Zeilen: „Wirecard ist ein sehr starkes Unternehmen mit einer außergewöhnlichen Technologie und wird sogar noch stärker werden. Die Januar-Zahlen indizieren ein Rekord-Q1, und wir erwarten ein sehr erfolgreiches Jahr 2019.“

Am Montag waren die Titel noch um 6,5 Prozent gestiegen, doch einen Tag später konnten die Aktien ihre anfänglichen Kursgewinne von bis zu 4,5 Prozent nicht halten. Sie sind am Mittag binnen Minuten um 7,6 Prozent auf 95,32 Euro gefallen und notierten am Nachmittag an der Marke von 100 Euro.

Händler verweisen auf die Nachricht, wonach Hedgefonds ihre Spekulationen auf einen fallenden Wirecard-Kurs ausgeweitet haben. So hat Odey Asset Management aus London seine Leerverkaufsposition laut Meldung im Bundesanzeiger mittlerweile auf 0,77 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals ausgebaut. Slate Path Capital aus New York hält inzwischen sogar 1,42 Prozent.  

Schon in der Vergangenheit wurde ein niedriger zweistelliger Prozentsatz an Wirecard-Aktien für Wetten gegen das Unternehmen genutzt. Wer diese Strategie wählt, leiht sich die Aktien gegen eine Gebühr, verkauft sie anschließend und hofft, dass der Kurs fällt, um sie dann wieder dem Verleiher zurückgeben zu können. Je tiefer der Kurs gefallen ist, umso günstiger kauft er ein und umso höher ist letztlich sein Gewinn. 

Dass Wirecard-Chef Braun so wie am Dienstag Meldungen über sehr gute Ergebniszahlen verbreitet, sind Anleger aber bereits gewohnt. Die Überraschung darüber hält sich oftmals in Grenzen. So meldete der Zahlungsdienstleister auch wenige Stunden vor Bekanntwerden der ersten Vorwürfe wegen vermeintlicher Fehlbuchungen in der „Financial Times“ am 30. Januar vorläufige Zahlen für das abgelaufene Jahr, die die vorher bereits dreimal angehobenen Prognosen übertrafen. Abgestürzt ist die Aktie danach trotzdem.

Demnach ist 2018 das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach vorläufigen Zahlen um 38 Prozent auf 568,3 Millionen Euro gestiegen. Beinahe im Gleichschritt kletterte der Umsatz um 40 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Ganz ähnlich verlief die Entwicklung im Schlussquartal 2018, als der vorläufige konsolidierte Umsatz um 36 Prozent auf 637,5 Millionen Euro wuchs. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg in dieser Zeit um rund 37 Prozent auf 172,9 Millionen Euro.

Wie ein roter Faden zog sich dabei durch das Jahr 2018, dass der Vorstand um den Chef Markus Braun immer nur moderat die Prognose angehoben hat. Anfang 2018 stand noch die Spanne von 510 bis 535 Millionen Euro, ab dem Frühjahr waren es 520 bis 545 Millionen, zuletzt dann die angesprochenen 530 bis 560 Millionen. Die im Herbst präsentierte Langfristprognose von Wirecard zeigt eine Versechsfachung bei Gewinn und Umsatz bis ins Jahr 2025.

Nach wie vor stehen indes die Vorwürfe um Fehlbuchungen auf Konten und Betrug in Asien im Raum. Am vergangenen Freitag folgte deswegen eine Durchsuchung der Wirecard-Räumlichkeiten in Singapur.

Vor Brauns Tweet äußerte sich bereits Dan McCrum, der Autor der kritischen Berichte in der britischen Wirtschaftszeitung über den Kurznachrichtendienst. Er verwies auf einen Artikel in Australien. Dort und in Neuseeland hatte Wirecard im November angekündigt, sein Geschäft weiter ausbauen zu wollen.

Nach wie vor wird keine Aktie aus dem deutschen Leitindex so stark gehandelt wie Wirecard. Am Montag wurden von dem Dax-Neuling mehr als die doppelte Anzahl der Aktien von Volkswagen, das Zweieinhalbfache von Siemens und das Dreieinhalbfache der Allianz gehandelt. Mehr als 3,35 Millionen der insgesamt 123,5 Millionen im freien Handel befindlichen Aktien gingen um. Das heißt: Rund jede 37. Wirecard-Aktie fand einen neuen Besitzer. Am Dienstag setzte sich dieser Trend fort.

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