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Marktmanipulationen Italienische Ermittler fordern 441 Millionen Euro von Deutscher Bank

Mitarbeitern des Geldinstituts wird Marktmanipulation vorgeworfen. Die italienische Staatsanwalt fordert Haftstrafen von bis zu acht Jahren.
Update: 16.05.2019 - 18:33 Uhr Kommentieren
Das Geldinstitut äußert sich nicht zu den Vorwürfen der italienischen Staatsanwaltschaft. Quelle: AP
Deutsche Bank

Das Geldinstitut äußert sich nicht zu den Vorwürfen der italienischen Staatsanwaltschaft.

(Foto: AP)

RomDie Aufarbeitung war langwierig, aber jetzt wird mehr als zehn Jahre nach der vermeintlichen Straftat der Vertuschung von Verlusten bei der italienischen Bank Monte dei Paschi die Deutsche Bank von der Vergangenheit eingeholt. In seinem Schlussplädoyer forderte der Mailänder Staatsanwalt Giordano Baggio am Donnerstag hohe Haftstrafen für die Angeklagten, darunter ehemalige Top-Manager der Deutschen Bank, sowie die Beschlagnahmung von 441 Millionen Euro bei der Deutschen Bank und 445 Millionen bei der japanischen Bank Nomura.

Die Banken lehnten eine Stellungnahme ab, ebenso die Verteidiger. Die Angeklagten haben in dem seit zweieinhalb Jahren andauernden Prozess stets ihre Unschuld beteuert. Das Urteil steht noch aus.

Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt 16 Angeklagten vor, in Zusammenarbeit mit Monte dei Paschi bewusst Verluste der Bank aus Siena vertuscht zu haben. Es geht in dem Verfahren um Vorfälle in den Jahren 2008 bis 2012. Die Anklagepunkte sind Marktmanipulationen, Bilanzfälschung und Täuschung der Regulierungsbehörden.

Für Michele Faissola und Michele Foresti, Ex-Deutschbanker, forderte Staatsanwalt Baggio Haftstrafen von fünf Jahren und acht Monaten und je eine Geldstrafe in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das gilt auch für den ehemaligen CEO von Nomura, Sadq Sayeed.

Acht Jahre Haft und eine Geldstrafe von vier Millionen Euro forderte er hingegen für Giuseppe Mussari, den früheren Verwaltungsratschef von Monte dei Paschi. Für andere ehemalige Manager aus Siena forderte er Strafen von acht, sechs und zwei Jahren. Auf Freispruch plädierte die Staatsanwaltschaft bei den beiden Angeklagten Ivor Scott Dunbar, ehemals Managing Director und stellvertretender Leiter der Global capital markets der Londoner DB-Filiale, und Matteo Angelo Vaghi, dem früheren Chef Italian Sales der Deutschen Bank.

Es geht in dem Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft Siena an die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft Mailand verlegt worden war, um Derivatgeschäfte. Nach Meinung der italienischen Strafverfolger gab es einen illegalen Plan, um Verluste bei Monte dei Paschi mit Hilfe von Derivatengeschäften gezielt zu verschleiern. Die Angeklagten sollen dabei geholfen haben, die Bilanzen der Bank aus Siena zu fälschen.

Die Transaktionen hatten die Spitznamen „Santorini“ und „Alexandria“ nach Hybrid-Fonds, die aufgelegt wurden. Demnach soll die Deutsche Bank 2008 Monte dei Paschi rund 1,5 Milliarden Euro geliehen haben. Ein dritter Fall, „Fresh 2008“ genannt, ist mittlerweile verjährt.

Monte dei Paschi hatte sich damals beim Kauf von Antonveneta von der spanischen Banco Santander verhoben und war in Schieflage geraten. Der Preis betrug damals zehn Milliarden Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft den angeklagten Institutionen und Personen vor, den Gewinn der Bank aus Siena um mehr als eine Milliarde Euro nach oben geschönt zu haben.

Das Ganze kam 2013 ans Licht, erst durch die italienische Bankenaufsicht und dann durch eine Prüfung im Auftrag der deutschen Bankenaufsicht Bafin. Die soll ergeben haben, dass Mitarbeiter möglicherweise interne Indizes gezielt bewegt haben, berichtete Bloomberg, die seinerzeit den Bericht eingesehen hatten.

Die Staatsanwaltschaft fordert die Geldstrafen von der Deutschen Bank und an Nomura, weil die Banken nach einem italienischen Gesetz von 2001 verwaltungsrechtlich verantwortlich sind. Gegen Monte dei Paschi war schon 2017 nach einem Deal und einer Strafzahlung von 600.000 Euro sowie einer Beschlagnahmung von zehn Millionen das Verfahren eingestellt worden. Deshalb wird nur gegen die ehemaligen Banker persönlich ermittelt.

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