Martin Blessing Commerzbank-Chef hält sich bedeckt zur eigenen Zukunft

Es gab Zeiten, da machten Gerüchte zu möglichen Nachfolgern von Martin Blessing die Runde. Nun aber wird darüber spekuliert, ob der Vertrag, der im Oktober 2016 ausläuft, verlängert werden könnte.
Der Chef der Commerzbank steht seit 2008 an der Spitze des Instituts. Quelle: Reuters
Martin Blessing

Der Chef der Commerzbank steht seit 2008 an der Spitze des Instituts.

(Foto: Reuters)

HamburgMartin Blessing lässt sich nicht in die Karten schauen, ob er die Commerzbank über Oktober 2016 hinaus weiter leiten möchte. Das Thema sei noch nicht akut, signalisierte Blessing auf einer Veranstaltung der „Zeit“ in Hamburg.

Er müsse nach seinen Vertragsbedingungen spätestens sechs Monate vor Ende der Laufzeit mit dem Aufsichtsrat über eine Verlängerung verhandeln. Dies sei dann zwischen November und April kommenden Jahres. „In dem Zeitraum, bin ich ganz sicher, bespreche ich das Thema mal mit dem Aufsichtsrat.“

Wie Fitch durch die deutsche Bankenlandschaft pflügt
Deutsche Banken
1 von 10

Banken können sich aus Sicht der Ratingagentur Fitch künftig in einer Krise kaum noch auf staatliche Unterstützung verlassen. Als Konsequenz daraus verpasste Fitch als erste der drei großen Ratingagenturen Mitte Mai Dutzenden Geldhäusern in einem Rundumschlag schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit. Ein schlechteres Langfrist-Rating macht die Refinanzierung für die Institute tendenziell teurer.

Die Fitch-Skala hat 23-Stufen und beginnt bei der Bestnote AAA und reicht bis zu D = Kreditausfall.

Commerzbank
2 von 10

Am härtesten erwischt es die Commerzbank. Ihre Kreditwürdigkeit wird von der US-Ratingagentur gleich um vier Stufen auf jetzt BBB gesenkt. Damit liegt sie nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau.

Der Grund für die strengere Bewertung: Das Institut kann wie alle Geldhäuser nach den neuen EU-Regeln nicht mehr wie in der Finanzkrise darauf setzen kann, vom Staat gerettet zu werden.

Die Agentur macht ihr aber Hoffnung auf eine bessere Note in den nächsten 12 bis 18 Monaten, wenn sie ihre Rendite bis dahin verbessert. Bisher hinke sie beim Gewinn „trotz gradueller Verbesserungen hinter der Konkurrenz zurück“.

Deutsche Bank
3 von 10

Die bisher gleichauf mit der Commerzbank eingestufte Deutsche Bank wird mit „A“ eine Stufe schlechter bewertet. Die Deutsche Bank hat damit ihren Vorsprung etwa auf die Rivalen UBS und Credit Suisse verloren.

Fitch bestätigte die Einstufungen für die britische Barclays („A“), die französischen Großbanken Société Générale („A“) und BNP Paribas („A+“).

Unicredit Bank - Hypo-Vereinsbank
4 von 10

Die Muttergesellschaft der Hypo-Vereinsbank muss ebenfalls eine Herabstufung verkraften, für die Unicredit Bank AG geht es um zwei Stufen abwärts auf „A-“.

Aareal Bank
5 von 10

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank trägt jetzt noch die Note „BBB“ für seine langfristigen Verbindlichkeiten, von zuvor „A-“.

Bayern LB
6 von 10

Selbst mit Landesbanken und Instituten aus dem öffentlichen Sektor, die dem Staat oder Ländern gehören, geht die Ratingagentur härter ins Gericht. Dennoch stufte die Agentur auch die Bayerische Landesbank herab auf „A-“, da eine staatliche Unterstützung noch möglich, aber weniger wahrscheinlich sei.

LBBW
7 von 10

Gleiches gilt für die Landesbank Baden-Württemberg, die ebenfalls jetzt nur noch mit „A-“ bewertet wird.

Der 52-Jährige hatte den Posten des Konzernchefs bei Deutschlands zweigrößter Bank im Mai 2008 übernommen, kurz bevor die Commerzbank in ihre tiefste Krise stürzte und in der Finanzkrise mit 18 Milliarden Euro vom Staat gerettet werden musste.

Die Bank lässt die Krise allmählich hinter sich, denn sie steuert in diesem Jahr auf einen Milliardengewinn zu. Nach sechs Monaten verdoppelte sich der Nettogewinn bereits auf 646 (Vorjahr: 300) Millionen Euro. Blessing sprach von sehr guten Zahlen, nicht nur im Vergleich zu 2014, sondern auch gegenüber den Markterwartungen.

Er warnte allerdings, man dürfe diese Zahlen nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Denn das erste Halbjahr sei traditionell etwas besser als das zweite. „Lassen Sie uns mal gucken, wie das zweite Halbjahr ausgeht.“

Blessing bekräftigte, dass die Bank ihr Schiffsgeschäft weiter abbaue. „Wir werden dieses Thema weiter runterfahren.“ Das Volumen bei Schiffsfinanzierungen von rund 25 Milliarden Euro vor der Finanzkrise sei bis Mitte 2015 auf etwa elf Milliarden Euro gesunken. Der zunehmenden Digitalisierung im Bankgeschäft blickt Blessing für sein Haus gelassen entgegen. „Ich sehe das eher als Chance, denn als Bedrohung.“

  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%