Medienbericht US-Aufsicht prüft Hypothekendeals der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank musste bereits 1,4 Milliarden Euro wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte zahlen. Doch offenbar ermittelt die US-Börsenaufsicht jetzt erneut. Diesmal geht es um Vergehen nach der Finanzkrise.
Update: 08.01.2014 - 15:14 Uhr 7 Kommentare
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Falsch bewertete Hypothekenpapiere. Quelle: Reuters

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Falsch bewertete Hypothekenpapiere.

(Foto: Reuters)

BangaloreBanken geraten nun zum ersten Mal auch wegen fragwürdiger Handelsgeschäfte nach dem Höhepunkt der Finanzkrise ins Visier der Ermittler. US-Behörden untersuchen einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge, ob internationale Geldhäuser wie die Deutsche Bank Kunden im Handel mit Hypothekenpapieren übervorteilt haben. Sie sollen die Wertpapiere von 2009 bis 2011 zu künstlich überhöhten oder niedrig gehaltenen Preisen verkauft oder gekauft haben. Damals war der Markt hierfür weitgehend eingefroren, weshalb es kaum transparente Bewertungen gab. Das Blatt berief sich auf Personen, die mit der Untersuchung vertraut seien. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht. Im Umfeld einiger Institute wurden die Ermittlungen am Mittwoch bestätigt.

Ob die Prüfungen zu greifbaren Ergebnissen führen, ist völlig offen. Sie hätten vor weniger als einem Jahr begonnen und stünden ganz am Anfang, hieß es in dem Zeitungsbericht. Bisher hätten die US-Börsenaufsicht SEC und der Sonderermittler für das Banken-Hilfsprogramm der US-Regierung (Sigtarp) nur Anfragen an eine Reihe von Banken gestellt. Sigtarp sei mit von der Partie, weil die Institute die Hypothekenpapiere an Häuser verkauft hätten, die Geld vom Staat erhalten hatten. Die teilweise mehrfach in Wertpapiere gebündelten Hypothekenkredite hatten die Krise geschürt, weil sie rapide an Wert verloren, als die Immobilienblase in den USA platzte.

Unter die Lupe genommen werden laut dem Bericht Geschäfte der Deutschen Bank, von Barclays, Citi, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Royal Bank of Scotland (RBS) und der UBS. Die genannten Banken wollten sich nicht äußern.

Mit den neuen Untersuchungen schwindet die Hoffnung der Banken, dass sie bald wieder aus dem Blickfeld der Ermittlungsbehörden geraten könnten. Die SEC ist gerade dabei, die Aufarbeitung der Finanzkrise abzuschließen. Die ersten Häuser - von JPMorgan bis zur Deutschen Bank - haben Milliarden-Bußen für das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter gezahlt, eine Reihe anderer dürfte in den nächsten Monaten folgen. Im Streit über den Verkauf fragwürdiger US-Hypothekenpapiere aus der Zeit von 2005 bis 2007 hatte die Deutsche Bank kurz vor Weihnachten 1,4 Milliarden Euro gezahlt. Insgesamt hat sie für Rechtsstreitigkeiten mehr als vier Milliarden Euro zurückgelegt.

„Andere Banken haben einen klaren Schnitt unternommen“
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7 Kommentare zu "Medienbericht: US-Aufsicht prüft Hypothekendeals der Deutschen Bank"

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  • Es bleibt schwierig!

    Bei manchen Kommentatoren hat man das Gefühl, sie haben mit gezockt und nun Angst diese horrenden Gewinne wieder zu verlieren (GOEDONGECKO - WILHER). Ja, wer betrügt, hat auch Strafe verdient. Denkt einmal daran, wieviele durch Hunger und Krieg und Arbeitssklaventum von diesen Kapitalhaien in den Tod getrieben werden! Haben die etwa noch Mitleid verdient? Nein, sie müssten endlich rigaros bestraft werden und das erschwindelte Kapital von den Regierungen eingezogen werden! Und deswegen brauchen wir endlich einmal unbestechliche Regierungen die den Mut haben, diesen Kapitalbetrug einzudämmen. Siehe BLACK ROCK
    Die sind mächtiger als die Regierung! Wie darf so etwas überhaupt passieren? Haben da welche geschlafen, oder sogar mit gezockt?
    Diese Organisationen bedeuten das Ende der Welt. Für Geld zerstören sie die Umwelt und versklaven und töten ihre Mitmenschen. Schaut Euch die Umweltkatadtrophen an!
    Sie nehmen von Jahr zu Jahr zu, werden immer schrecklicher! Das ist denen egal! Hauptsache, es bringt Geld! Warum! Sie haben doch schon alles! Sie sind doch auch nur endlich! Sie müssen doch alle einmal sterben! Was nutzt am Ende der Reichtum! Auch in einem goldenem Grabe ist man letztendlich tot.

    Ich haben fertig!

  • Es wird schrierig für die Banken
    Bald wird jeder Gewinn einer Bank als Täuschung ihres Partner ausgelegt werden.
    Als die Immobilienblase in den USA entstand, hörte man von diesen Aufsehern nichts.
    Heute wollen sie mit Aktionismus und maximalen Strafen ihre Kurzsichtigkeit von damals übertünchen.

  • USA? Ist das nicht auch Nato? So unter Waffenbrüdern hackt die eine Krähe der anderen doch kein Auge aus, oder?

  • Wird spannend, wie man in Zukunft noch Gewinne erzielen will. So langsam kommen die Machenschaften der Branche ans Tageslicht. Dabei dürften die Strafzahlungen noch moderat sein. Allein deshalb, weil sonst ein Branchenkollaps ins Haus stünde.

  • "Diese sogenannten Investoren reden von Falschberatung immer nur dann wenn ein Geschäft schief geht und Aufsichtsbehörden unterstützen diese Klagen auch noch."

    Richtig, das kommt von der Gier, die frisst das Hirn, und zwar von beiden Parteien.
    Das Problem ist nur, während sich die Gierigen gegenseitig verklagen, dürfen die weiter machen, während nicht ganz so gierige Leute, die für Geld arbeiten müssen, für solche "Versprechungen" wegen Betrug hinter Gitter wandern.

  • Zitat: "Wenn Fehlverhalten von Mitarbeitern entdeckt wird, wollen Anshu Jain und Jürgen Fitschen rasch Konsequenzen ziehen."

    Wenn es wirklich danach ginge, hätte z.B Anshu Jain, der direkte Verursacher all dieser Probleme der DB, seinen Job als Co-Vorstand erst gar nicht antreten dürfen.

    So viel zur neuen Kultur und der Ehrlichkeit dieses Hauses.

  • wie lange muss ich noch warten bis eine Bank von einem Investor Schadenersatz fordert weil er mit einem Produkt der Bank überdurchschnittlich hohe Gewinne erzielt hat. Diese sogenannten Investoren reden von Falschberatung immer nur dann wenn ein Geschäft schief geht und Aufsichtsbehörden unterstützen diese Klagen auch noch.

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