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Michael Hünseler im Interview Vermögensverwalter vermisst Wachstumsfantasien von der Deutschen Bank

Der Geschäftsführer des Vermögensverwalters Assenagon, Michael Hünseler, findet Sewings Strategie „sehr unklar und schwammig“. Kostensenkungen seien keine Strategie.
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„Die Bank fokussiert sich sehr stark auf Kosten, für meinen Geschmack sogar etwas zu sehr.“ Quelle: Assenagon Asset Management S.A.
Michael Hünseler

„Die Bank fokussiert sich sehr stark auf Kosten, für meinen Geschmack sogar etwas zu sehr.“

(Foto: Assenagon Asset Management S.A.)

Aus Sicht von Michael Hünseler hat Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing zwar Verlässlichkeit bewiesen, doch das reicht für ihn nicht aus. Er fordert eine klare Ansage darüber, wo genau die Bank im Kapitalmarktgeschäft punkten will.

Herr Hünseler, enthielt das Ergebnis der Deutschen Bank für Sie mehr Licht oder mehr Schatten?
Die Gerüchte über eine mögliche Notfusion mit der Commerzbank haben für eine gewisse Unruhe gesorgt. Gemessen daran waren die Zahlen nicht so schockierend, wie man hätte befürchten können. Aber gut war das natürlich auch nicht. Die Bank hält an ihrem Ziel von vier Prozent Eigenkapitalrendite in diesem Jahr fest. Wo diese Steigerung herkommen soll, ist mir allerdings noch ein Rätsel.

Vorstandschef Sewing hat eingeräumt, dass sich das Ziel nur halten lässt, wenn das Umfeld nicht erneut so schwierig wird wie im vierten Quartal 2018.
Wenn die Bank noch einmal so ein Quartal wie das vierte Quartal 2018 erleiden sollte, dann könnte dies am Kapitalmarkt zu schweren Zweifeln führen. Es ist zwar noch nicht die Zeit, um die Strategie der Bank für gescheitert zu erklären, aber die Bedenken, ob die Deutsche Bank weiter so bestehen kann, wurden nicht ausgeräumt.

Für Christian Sewing war es die erste Bilanzpräsentation. Welche Bilanz ziehen Sie über sein Wirken?
Er zeichnet sich durch Unaufgeregtheit und Kontinuität aus und bringt damit Ruhe ins Unternehmen. Er hat Verlässlichkeit bei den Kosten bewiesen. Das ist hilfreich, reicht aber leider noch nicht aus.

Was fehlt Ihnen denn?
Mir fehlt zum Beispiel eine klare Aussage der Bank dazu, wo sie im für sie sehr wichtigen Kapitalmarktgeschäft Akzente setzen will. Es genügt nicht, überall dabei zu sein und zu hoffen, dass sich eine Strategie durchsetzt. Die Bank fokussiert sich sehr stark auf Kosten, für meinen Geschmack sogar etwas zu sehr. Was nach wie vor fehlt, ist die Wachstumsfantasie. Kostensenkungen sind keine Strategie, sondern Bestandserhaltung.

Man kann sich Wachstum doch nicht schnitzen. Was soll die Bank da groß erzählen?
Aus meiner Sicht ist sehr unklar und schwammig, wo die Deutsche Bank im Kapitalmarktgeschäft eigentlich den Wettbewerb im Zaum halten und wieder Marktanteile gewinnen möchte. Die meisten Banken stellen sehr plastisch ein Zugpferd heraus, an dem sie sich messen lassen wollen.

Ein entsprechender Fokus bei der Deutschen Bank könnte auch für mehr Motivation der Mitarbeiter sorgen. Ohne klare Orientierung droht der Bank ein weiterer Talentschwund, was wiederum den Weg für einen schleichenden weiteren Abstieg ebnen könnte.

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