Milliardengewinn DZ Bank übertrumpft Deutsche Bank

Die DZ Bank – ein Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken – meldet für 2013 einen deutliche Gewinnsprung. Ein Grund: Anziehende Kurse südeuropäischer Staatsanleihen. Eine Fusion mit der WGZ-Bank ist möglich.
Update: 05.03.2014 - 12:24 Uhr 2 Kommentare
Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Ein Milliardengewinn wird auch für 2014 angepeilt. Quelle: Reuters

Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Ein Milliardengewinn wird auch für 2014 angepeilt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie DZ Bank hat dank der Entspannung in der Euro-Schuldenkrise und guter Geschäfte mit Unternehmen und Fondssparern einen Rekordgewinn eingefahren. Der Vorsteuergewinn kletterte im vergangenen Jahr um gut zwei Drittel auf 2,2 Milliarden Euro, wie das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich blieben 1,47 Milliarden Euro. Der Gewinn fiel damit doppelt so hoch aus wie beim Marktführer Deutsche Bank, der im vergangenen Jahr mit Kosten für den Konzernumbau und Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hatte.

Eine Fusion mit dem zweiten Spizeninstitut des genossenschaftlichen Bankensektors, der WGZ Bank, könnte nach dem Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörden erfolgen. „Wir sollten erst mal diese Übung abwarten und das Ergebnis angucken“, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Mittwoch in Frankfurt. Anschließend sei er jedoch offen, mit WGZ-Bank-Chef Hans-Bernd Wolberg über einen Zusammenschluss zu sprechen, machte Kirsch deutlich. „Er gibt derzeit keine Gespräche, aber es gibt über viele Monate hinweg einen sehr wohlwollenden Blickkontakt mit dem Kollegen Wolberg.“

Wo in der Main-Metropole die meisten Banker arbeiten
Skyline Frankfurt
1 von 16

Deutschlands Finanzplatz Frankfurt: Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat eine Rangliste mit den größten Geldhäusern nach Zahl der Arbeitsplätze zu Ende 2012 erstellt. Die Bank fragte die Institute der Main-Metropole nach der aktuellen Mitarbeiterzahl und der weiteren Stellenplanung. Demnach werden bis Ende 2015 rund 61.300 Menschen am Main in der Bankbranche arbeiten. Das sind rund 1,5 Prozent weniger als zum Stand der jetzigen Umfrage. Der Abbau im Zuge der Finanzkrise fällt jedoch im Vergleich zu anderen Zentren wie New York, London oder Zürich noch moderat aus.

Deutsche Börse
2 von 16

Deutsche Börse - 1600 Mitarbeiter

Zunächst zu den weiteren Institutionen der Finanzwelt. Denn neben Banken gibt es noch andere Finanzdienstleister sowie Aufsichtsbehörden in Frankfurt. So beschäftigt die Deutsche Börse 1600 Mitarbeiter. Im Bild das Gebäude des Handelssaals in der Frankfurter Innenstadt. Fast die gesamte Verwaltung sitzt mittlerweile aber in Eschborn.

Europäische Zentralbank
3 von 16

EZB – 1650 Mitarbeiter

Die Europäische Zentralbank beschäftigt immerhin 1650 Mitarbeiter in Frankfurt. Und es sollen noch deutlich mehr werden, wenn die Zentralbank auch die Aufsicht über Europas Bankensektor übernimmt. Derzeit entsteht in der ehemaligen Großmarkthalle der neue Hauptsitz der Notenbank. Das Gebäude soll Mitte 2014 bezugsfertig sein.

Deutsche Bundesbank
4 von 16

Deutsche Bundesbank – 3650 Mitarbeiter

Die deutsche Zentralbank hat in der Main-Metropole ihren Hauptsitz. Hier arbeiten 3650 der deutschlandweit 10.300 Mitarbeiter.

BHF-Bank
5 von 16

Rang 12: BHF-Bank – 600 Stellen

Nun zu dem eigentlichen Ranking: Der Umfrage zufolge beschäftigt die BHF-Bank in Frankfurt 600 Mitarbeiter. Deutschlandweit sind es rund 1050. Die Privatbank gehörte der Deutschen Bank, wird aber weiterverkauft an den Finanzdienstleistungskonzern RHJ International.

BNP Paribas
6 von 16

Rang 11: BNP Paribas – 750 Mitarbeiter

Die französische Bank BNP Paribas beschäftigt immerhin 750 Angestellte in Frankfurt. Das Institut will künftig in Deutschland stärker um Privat- und Firmenkunden werben. Weltweit beschäftigt das Institut mehr als 200.000 Menschen.

UBS
7 von 16

Rang 10: UBS – 750 Mitarbeiter

Die Schweizer Großbank UBS beschäftigt 750 Menschen. Die Deutschlandzentrale sitzt im Opernturm in Frankfurt. Das Gebäude wurde 2007 bis 2009 errichtet.

Mehrere Anläufe, die weit größere DZ Bank mit der vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven WGZ zu vereinigen, waren in der Vergangenheit an Differenzen zwischen den Vorständen der beiden genossenschaftlichen Institute gescheitert. Das Marktumfeld erfordere es allerdings, dass man sich über dieses Thema in Zukunft wieder Gedanken mache, erklärte Kirsch. Derzeit würden beide Institute bereits in vielen Bereichen zusammenarbeiten, sagte Kirsch. Das Verhältnis könne man durchaus als „Ehe ohne Trauschein“ beschreiben.

Die DZ Bank profitierte 2013 vom steigenden Wert der Staatsanleihen südeuropäischer Länder, deren finanzielle Lage sich im vergangenen Jahr gebessert hat. Aber auch im Kerngeschäft der Frankfurter lief es rund: Die Fondsgesellschaft Union Investment sammelte Milliarden ein, weil Anleger nach der Finanzkrise langsam wieder Mut fassen und Geld anlegen. Auch das Geschäft mit Firmenkunden und Bausparverträgen der Tochter Schwäbisch Hall legte zu. Die Dividende für die Eigentümer soll deshalb um drei auf 13 Cent angehoben werden.

Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Wolfgang Kirsch positive Impulse von der anziehenden Wirtschaft. Er rechnet im Gegensatz zu 2013 allerdings nicht mit positiven Sondereffekten wie Wertaufholungen bei Staatsanleihen. Das Vorsteuerergebnis werde sich deshalb „im Korridor der beiden Vorjahre“ einpendeln, also zwischen 1,3 und 2,2 Milliarden Euro.

Die harte Kernkapitalquote nach dem ersten Umsetzungsschritt der strengeren Basel-III-Regeln stieg bis Anfang 2014 auf 8,6 Prozent. Um für die härteren Anforderungen und den anstehenden Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörden gewappnet zu sein, bereitet die DZ Bank zudem eine rund 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung vor. „Der Vorstand der DZ Bank ist überzeugt, dass unsere Organisation diese besondere Herausforderung im Interesse aller Beteiligten schafft und jeder seinen Beitrag leisten wird“, sagte Kirsch.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Milliardengewinn - DZ Bank übertrumpft Deutsche Bank

2 Kommentare zu "Milliardengewinn: DZ Bank übertrumpft Deutsche Bank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Diese Fusionsgerüchte sind doch ein alter Hut. Die Bankenlandschaft und deren Aufsichtsbehörden sollten froh sein über jedes Institut, dass nicht zu einem schwerfälligen Organismus wird und weiterhin den Wettbewerb sichert.

  • Vor kurzem gab es im HB einen ausgeprochen kritischen Bericht zur wirtschaftl. Situation der Volksbanken und auch der der DZ Bank.Ich habe mich nur gewundert, insbesondere als ich den Namen der Autoren las. Cui bono, war die entscheidende Frage.Vielleicht sollte das HB mal etwas kritischer mit der Meinungsäußerung Dritter umgehen? Ungerüft durchgehen lassen kann das jeder, aber doch bitte noch das HB.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%