Milliardenloch Spaniens größte Banken brauchen kein Kapital

Spanische Banken benötigen Gutachten zufolge bis zu 62 Milliarden Euro Finanzhilfe. Die Euro-Länder springen mit Mitteln aus dem EFSF-Schirm bei. Die spanische Regierung wird den Antrag dazu spätestens am Montag stellen.
Update: 21.06.2012 - 22:43 Uhr 25 Kommentare
Vor einer Bankfiliale in Madrid bringen Demonstranten ein Plakat an: „Passen sie bei dieser Bank auf“. Quelle: dapd

Vor einer Bankfiliale in Madrid bringen Demonstranten ein Plakat an: „Passen sie bei dieser Bank auf“.

(Foto: dapd)

MadridDie angeschlagenen spanischen Banken brauchen Gutachten zufolge für ihre Sanierung bis zu 62 Milliarden Euro. Dies geht aus zwei Untersuchungen der Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger hervor. Der Vizegouverneur der spanischen Zentralbank, Fernando Restoy, gab die Ergebnisse am Donnerstag in Madrid bekannt.

Die Euro-Partner wollen Spanien mit Notkrediten bei der Bewältigung der schweren Bankenkrise helfen. Das berichteten Diplomaten am Donnerstag am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Die Eurogruppe hatte bereits vor knapp zwei Wochen signalisiert, den spanischen Banken Rettungshilfe im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Damals war aber der konkrete Bedarf noch offen gewesen.

Die Hilfen sollen zunächst über den provisorischen Rettungsschirm EFSF gewährt werden. Sie sollten später wahrscheinlich auf den permanenten Rettungsfonds ESM übertragen werden, erklärten mehrere mit den Beratungen Vertraute am Donnerstag beim Treffen der Eurogruppe in Luxemburg. Darauf habe sich die Eurogruppe informell verständigt. Da der ESM frühestens erst am 9. Juli an den Start gehe, werde Spanien demnächst den Antrag an den EFSF stellen. Ein Insider sagte, damit sei beim EU-Gipfel in der kommenden Woche zu rechnen.

Die Eurogruppe erwartet bis Montag den offiziellen Antrag Spaniens auf Finanzhilfe für seinen angeschlagenen Bankensektor, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am späten Donnerstagabend nach einer Sitzung der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mindestens 40 Milliarden Euro geschätzt. Ökonomen sprachen von bis 60 bis 80 Milliarden Euro.

Das Euro-Schwergewicht Spanien steht angesichts seiner heftigen Bankenkrise unter dem Druck der Finanzmärkte und muss hohe Risikoprämien für seine langfristigen Staatsanleihen zahlen. Auch Italien ist krisengebeutelt und steht verschärft im Fokus der Märkte.

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25 Kommentare zu "Milliardenloch: Euro-Länder schließen Kapitallücke spanischer Banken"

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  • Egal wie die Situation sich entwickelt, stellen sich für mich folgende Fragen:

    1) Warum wird in Griechenland keine funktionierende Steuerverwaltung aufgebaut incl. Katasteramt?

    2) Warum wird in Griechenland und in anderen Krisenstaaten kein Lastenausgleich eingeführt?

    3) Warum wird für Vermögen keine Zwangsanleihe (niedrig verzinst) aufgelegt?

    4) Warum wird bei Spekulationsgeschäften mit derivativen Insturmenten kein Eigenkapitalanteil von mind. 50 vH verlangt?

    5) Warum werden diverse Finanztrankationen nicht der Kontrolle von nat. Bankaufsichten unterstellt?

    Sofern diese Maßnahmen durchgeführt werden, wäre die Angst vor der Spekualtion unbegründet.

    Es gibt auch positive Signale:

    1) Es sind ca. 60 Mrd Euro bei einem Worst-Case Modell (Parameter sind beschrieben)

    2) Studie: Krisenstaaten holen bei Wettbewerbsfähigkeit kräftig auf

    http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?sektion=wirtschaftpolitik&id=8370555

    Und wer einen Job hat und die Möglichkeit hat, der sollte ein wenig sparen, sich der Gesundheit erfreuen und nach Möglichkeit im hier und jetzt Leben.

  • Finnland will sich nur noch durch Anteile zur Sicherheit als Geldgeber beteiligen.

    Und Deutschland? Guckt in die Röhre ....

  • ok @Pandora0611 - Kauf Dir ne Pistole und erschieß Dich, dann wirst Du das ganze Drama nicht erleben müssen.

  • Eben gefunden:

    http://www.pi-news.net/2012/06/abt-verlorenes-wissen-die-communisten/

  • ich sehe gerade Phoenix. Es ist erschreckend, alle "Politiker" reden nur von den Finanzmärkten, keiner nimmt das Wort Mensch in den Mund.

  • Spanische Banken
    ================
    Die Zahlen sind wie bei Griechenland "geschönt".
    Spanien hat die wahren Zahlen immer zurückgehalten und verscheiert.

    "Spanische Banken benötigen Gutachten zufolge bis zu 62 Milliarden Euro Finanzhilfe. Die Euro-Länder springen mit Mitteln aus dem EFSF-Schirm bei. Die spanische Regierung wird den Antrag dazu spätestens am Montag stellen."

    Am Ende werden sie wohl 300-400Mrd€ brauchen - wenn das reicht!
    Und Deutschland haftet dann mit >30% dafür, da Spanien ausfällt.
    Das Merkel wird es uns wieder als "alternativlos" verkaufen.
    Sie sagte ja auch: "Wir (gemeint ist der Steuerzahler) werden den Euro retten, und koste es (dem Steuerzahler) was es wolle!"
    Und ihr ewiges Mantra: "Scheitert der (T)Euro, dann scheitert Europa; und wenn Europa scheitert, dann gibt es KRIEG!!!"

  • Worum geht es wirklich. Spanische Banken brauchen 62 Mrd. Wenn ich die Medien verfolge, lese und höre ich nur: Wie werden die Märkte reagieren. Ja, wir leben in einer Marktwirtschaft, und wie es scheint in einer FINANZMARKTWIRTSCHAFT.
    Geld kann man nicht essen. Wann kommen wir mal wieder zu einer echten SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT?

  • Jetzt, nachdem der Plan mit dem ESM zumindest verschoben ist, wird man alles raushauen, was geht. Man akzeptiert die Immobilienkredite als Sicherheit, die mit ein Grund für die Überschuldung waren. Man wird demnächst einen kaputten Regenschirm als Sicherheit für eine Milliarde Kredit akzeptieren. Aber das ist nicht so schlimm. Geld kriegt man wieder, da kann man was für tun, vor allem die Jungen, die sowieso noch kein Geld haben. Schlimmer ist, wenn man kein Recht mehr hat, Geld zu erwerben oder wenn es keinen Sinn mehr macht, es zu versuchen, dann ist es aus. Ich freue mich über die heutige Entwicklung.

  • Gutachten lesen!!!
    Oliver Wyman schätzt die möglichen Verluste im negativen Stress-Test-Szenario auf 253 - 274 MRD Euro.
    Diese Summe mindert sich um:
    - 98 MRD Euro an bestehenden Rückstellungen (total provisions)
    - 33 bis 39 MRD Euro an Kapitalüberschuss-Puffer (excess capital buffer)
    - 6 bis 7 MRD Euro Risikoabsicherungen (asset protection schemes)
    - 64 bis 68 MRD Euro an neu generiertem Gewinn !!! (new profit generation)
    = 51 bis 62 MRD Euro Kapitaldefizit
    ALSO: man rechnet mit mehr als 64 MRD Euro an Gewinnen bei den maroden Spanischen Banken !!!
    Rückstellungen und Kapitalüberschuss-Puffer sind noch NICHT durch den Bank-Run in Spanien angegriffen worden (wers glaubt?) !!!
    Das alles bei ("Trommelwirbel") aktuell 92 MRD Euro Marktkapitalisierung aller Spanischer Banken zusammen!!!
    Was für ein Gutachten.
    Und nochmal, damit das hier nicht untergeht, DAS INSOLVENTE SPANISCHE BANKENSYSTEM ERWARTET MEHR ALS 64 MRD EURO PROFIT !!!

  • Keine Leistung ohne belastbare Gegenleistung. Alles andere ist Veruntreuung von Volksvermögen.

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