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Milliardenpleite des Lebensmittelkonzerns Bankern droht im Parmalat-Skandal Prozess

Nach Angaben aus Justizkreisen will die Mailänder Staatsanwaltschaft die Deutsche Bank und drei weitere ausländische Großbanken im Skandal um die Milliardenpleite des Lebensmittelkonzerns Parmalat vor Gericht bringen.

HB MAILAND. Die Ermittler hätten am Freitag bei dem zuständigen Richter beantragt, dass sich 13 Banker und eine italienische Vermögensverwaltungsfirma wegen Beihilfe zur Täuschung von Investoren vor Gericht verantworteten, sagte ein mit der Situation Vertrauter. Bei den Instituten handele es sich neben der Deutschen Bank um die US-Banken Citigroup und Morgan Stanley sowie das Schweizer Kreditinstitut UBS. Der Vermögensverwalter sei Nextra, den Banca Intesa an die französische Credit Agricole verkaufen will. Zudem sei ein Angestellter der Credit Suisse First Boston involviert.

Der Antrag der Staatsanwaltschaft war allgemein erwartet worden, nachdem die Namen der Geldhäuser bereits in einer im März abgeschlossenen Untersuchung aufgetaucht waren. Die Deutsche Bank, Morgan Stanley, CSFB und Nextra lehnten eine Stellungnahme ab. UBS erklärte, die Bank sei bislang nicht informiert worden und habe keinerlei Hinweise, dass sich Mitarbeiter falsch verhalten hätten. Citigroup stellte klar, der Finanzkonzern sehe sich selbst als größtes Opfer von Parmalat.

Alle Institute hatten aber bereits mehrfach eine Schuld an der Insolvenz des italienischen Lebensmittelkonzerns zurückgewiesen, der 2003 unter der Last von 14 Mrd. € Schulden zusammengebrochen war. Im Kern wirft die Staatsanwaltschaft den Managern Marktmanipulation oder gezielte Fehlinformation vor, was in Italien mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. In Ausnahmefällen sind sogar noch höhere Strafen möglich.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte im Mai vergangenen Jahres nach monatelangen Ermittlungen gegen fast 30 ehemalige Parmalat-Manager, Buchprüfer und Banker bei einem Gericht Antrag auf Strafverfolgung gestellt. Erst vergangenen Monat waren elf Beschuldigte zu Haftstrafen von bis zu zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Unter ihnen befand sich auch Fauto Tonna, einer der engen Mitarbeiter von Parmalat-Gründer Calisto Tanzi.

Parmalat befindet sich derzeit unter Insolvenzverwaltung, soll aber im Laufe des Jahres erneut an die Börse gebracht werden. Einige der von den Ermittlern genannten Banken werden dann Anteile an dem deutlich verkleinerten, einst für seine Molkereiprodukte, Säfte und andere Lebensmittel bekannten Unternehmen halten. Dem Emissionsprospekt zufolge kommen sie auf über zehn Prozent, nachdem sie milliardenschwere Kredite in Beteiligungen an der Firma getauscht haben.

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