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Millionen-Vergütung Aktionärsberater Lewis kritisiert das Top-Gehalt von UBS-Chef Ermotti

Sergio Ermotti soll rund 14 Millionen Franken Vergütung erhalten. Dem Aktionärsberater Glass Lewis ist das angesichts der mauen Aktienkursentwicklung der UBS zu viel.
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Im vergangenen Jahr verdiente der Chef der UBS 14,2 Millionen Franken. Quelle: Reuters
Sergio Ermotti

Im vergangenen Jahr verdiente der Chef der UBS 14,2 Millionen Franken.

(Foto: Reuters)

Zürich Der einflussreiche Aktionärsberater Glass Lewis hält das Gehalt von UBS-Chef Sergio Ermotti für zu hoch. Er ruft die Anteilseigner der Schweizer Großbank dazu auf, den Vergütungsbericht der Bank deswegen auf der kommenden Hauptversammlung Anfang Mai abzulehnen.

Denn die UBS will CEO Sergio Ermotti insgesamt 14,1 Millionen Franken an Vergütung zahlen. Das ist zwar ein winziges bisschen weniger als im Vorjahr. Da verdiente Ermotti 14,2 Millionen. Es sei aber immer noch zu viel, argumentiert Glass Lewis. „Wir glauben nicht, dass den Aktionären der Zusammenhang zwischen Bezahlung und Performance ausreichend aufgezeigt wurde.“

Im Klartext: Angesichts der mauen Aktienkursentwicklung kassiert Ermotti laut Glass Lewis schlicht zu viel. Die Papiere der UBS hatten im vergangenen Jahr um rund ein Drittel nachgegeben.

Seit Februar ging es dann noch weiter bergab, weil ein französisches Gericht die Bank wegen Steuerhinterziehung zu einer milliardenschweren Strafzahlung verurteilt hat. Die Bank legte Berufung ein.

Angesichts dieses Verfahrens rät Glass Lewis den Aktionären bei einem weiteren Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung zur Enthaltung: der Entlastung der Geschäftsführung und des Verwaltungsrats. Der Verwaltungsrat wird von dem deutschen Ex-Bundesbankchef Axel Weber geführt. Wegen der Rechtsrisiken sei es für Aktionäre nicht möglich, mit Sicherheit zu sagen, ob die Entlastung der Führungsriege in ihrem Interesse sei, schreibt Glass Lewis.

Dass Bankchef Sergio Ermotti trotz der Probleme fürstlich entlohnt werden soll, kritisiert Glass Lewis scharf. Man habe erwarten können, dass der Verwaltungsrat die variable Vergütung anpasst, „um die Erfahrung der Aktionäre widerzuspiegeln“, schreibt er.

Laut Glass Lewis ist Ermottis Grundgehalt 44 Prozent höher als das durchschnittliche Gehalt von Schweizer Bankchefs und 67 Prozent höher als im europäischen Durchschnitt. Die UBS vergleiche sich bei der Vergütung ihrer Chefs mit großen US-Banken, „aber wir stellen fest, dass die meisten dieser Banken eine sehr viel höhere Marktkapitalisierung haben“.

Die UBS wies die Kritik zurück: „Wir sind der Meinung, dass wir in unserem Vergütungsbericht klar darlegen, dass sich die Vergütung nach der Leistung ausrichtet“, schreibt die Bank. Das Vergütungsmodell der Bank habe sich seit 2012 nicht geändert und sei von den Aktionären stets stark unterstützt worden.

Zuvor hatte Glass Lewis auch die Gehaltspraxis der Rivalin Credit Suisse kritisiert. Denn deren Chef Tidjame Thiam verdient mit 12,8 Millionen Franken nur geringfügig weniger als Sergio Ermotti.

Auch wenn die Kritik an der Gehaltspraxis der beiden Banken deutlich ausfällt, handelt es sich dabei eher um Warnschüsse. Denn bei beiden Banken rät Glass Lewis zwar zur Ablehnung des Vergütungsberichts, in dem erklärt wird, wie die Bezahlung zustande kommt. Der Tagesordnungspunkt ist aber nicht bindend. Über die Genehmigung des Gehalts für die Geschäftsführung wird separat abgestimmt – und dort empfiehlt der Stimmrechtsberater jeweils ein „Ja“.

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