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Minuszinsen Private Banken erwarten keine Negativzinsen für normale Sparer

„Bürger mit normalem Sparbuch“ müssten vorerst keine Minuszinsen fürchten, meint Verbandspräsident Peters. Die EZB-Politik koste deutsche Banken Milliarden.
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Private Banken erwarten keine Negativzinsen für normale Sparer Quelle: dpa
Hans-Walter Peters

Der Präsident des Privatbanken-Verbands will die Sparer beruhigen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die privaten Banken rechnen vorerst nicht damit, dass normale Sparer mit Negativzinsen belastet werden. Der Status quo sollte so sein, dass der „Bürger mit normalem Sparbuch“ davon nicht betroffen seien, sagte der Präsident des privaten Bankenverbandes (BdB), Hans-Walter Peters, am Montag mit Blick auf den aktuellen Minuszins der Europäischen Zentralbank (EZB) von 0,5 Prozent.

Derzeit seien die Geldhäuser, die ihrerseits Minuszinsen erhöben, „noch weit vom normalen Sparer entfernt“. Die Geschäftsbanken müssen den Negativzins für ihre kurzfristigen Einlagen bei der Notenbank berappen.

Einige Kreditinstitute reichen diesen EZB-Strafzins in voller Höhe oder einen Teil davon unter bestimmten Bedingungen auch an private Kunden weiter. Die Zahl der Banken, die Minuszinsen oder auch Verwahrentgelte verlangen, steigt zusehends – inzwischen ist dies von fast 50 Geldhäusern bekannt. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Verbraucherportals Biallo.

Dabei nimmt auch die Anzahl der Geldhäuser zu, bei denen bereits Vermögen ab 100.000 Euro betroffen sind: Biallo zählt aktuell zehn Kreditinstitute. Die meisten der 50 Kreditinstitute berechnet Negativzinsen für Einlagen oberhalb von 500.000 Euro oder sogar einer Million Euro.

Auch Sparkassenpräsident Helmut Schleweis erwartet, dass normale Bankkunden geschont werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Negativzinsen oder Verwahrentgelte für die breite Kundschaft ein Thema werden“, sagte er kürzlich Handelsblatt.

Und: „Kein Sparkassenvorstand möchte von seinen Kunden Negativzinsen verlangen.“ Deshalb würden die Institute dafür arbeiten, diesen Weg nicht beschreiten zu müssen, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Gebrauchsanweisung für Minuszinsen

Solche Aussagen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Das zeigt ein Rundschreiben des Bundesverbands deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), das dem Handelsblatt vorliegt.

In dem Schreiben setzt sich der Lobbyverband der rund 860 Genossenschaftsbanken intensiv mit den rechtlichen Möglichkeiten zur Einführung von Minuszinsen auseinander und schlägt erstmals auch einen Vierstufenplan im Hinblick darauf vor, wie die Institute bei deren Einführung mit Kunden und Öffentlichkeit am besten umgehen sollten.

In der radikalsten Stufe werden dabei Negativzinsen im gesamten Mengengeschäft eingeführt, allerdings auch an Mindesteinlagen geknüpft.

Peters betonte, dass Banken nicht einfach Minuszinsen verlangen dürften. „Man muss vorher mit dem Kunden sprechen.“

Das hat auch der BVR in seinem Rundschreiben klargestellt. Demnach brauchen Banken bei der Einführung von Negativzinsen die Zustimmung der Bestandskunden. Bei neuen Konten können sich die Geldhäuser die Option auf Minuszinsen vertraglich einräumen lassen.

Mit der Weitergabe von Minuszinsen versuchen die Geldhäuser, einen Teil der Kosten an ihre Kunden weiterzureichen. Vor allem aber wollen sie hohe Mittelzuflüsse abwehren. So sind im Geschäft mit Firmenkunden und professionellen Investoren Strafzinsen für hohe Einlagen längst weit verbreitet.

Durch den Negativzins, bei dem die EZB den Banken gewisse Freibeträge einräumt, kalkuliert der Bankenverband mit Belastungen von jährlich fünf Milliarden Euro für die europäischen Banken. Auf die deutschen Banken kämen zwei Milliarden Euro zu. Allerdings könne der Betrag im kommenden Jahr schon wieder steigen.

„Auf europäischer Ebene rechnen wir mit sechs bis sechs bis sieben Milliarden Euro.“ Der Grund sei, dass die Überschussliquidität durch das neue Anleihe-Ankaufprogramm der EZB wieder anschwellen werde, sagte Peters.

Mehr: Sparkassenpräsident Helmut Schleweis kann sich Negativzinsen „für die breite Kundschaft“ nicht vorstellen. Welche Banken die Gebühren erheben, zeigt eine Studie.

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