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Missbrauchsskandal Geschäfte mit Jeffrey Epstein sorgen für neue Probleme bei der Deutschen Bank

Das Institut war Jahrelang die Hausbank des umstrittenen Finanzberaters Jeffrey Epstein. Erst Ende 2018 begann sie, die Verbindungen zu ihm zu kappen.
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Jeffrey Epstein sitzt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft. Quelle: AP
Unternehmer auf der Anklagebank

Jeffrey Epstein sitzt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft.

(Foto: AP)

New York Die Überschrift klang vielversprechend: „Wie ein künftiges Mitglied des Trump-Kabinetts einem sexuellen Serienstraftäter den besten Deal seines Lebens machte“, titelte der Miami Herald Ende November. Es war der Auftakt einer dreiteiligen Serie über den schillernden und umstrittenen Finanzberater Jeffrey Epstein, der zehn Jahre zuvor eine ungewöhnlich lockere Gefängnisstrafe in Florida abgesessen hatte.

Epstein hatte sich damals vor einem Gericht des Bundesstaats Florida zweier Straftaten in Zusammenhang mit Prostitution schuldig bekannt. Während der 13 Monate im Gefängnis konnte er jedoch tagsüber in seinem Büro arbeiten, musste nur nachts für ein paar Stunden zurück hinter Gitter. Allerdings musste er sich auch als Sexualstraftäter registrieren lassen.

Der Artikel ist auch einem Mitarbeiter der Deutschen Bank aufgefallen, der daraufhin, wie Insider berichten, seine Vorgesetzten informiert haben soll. Epstein, dessen Vermögen auf rund 500 Millionen Dollar geschätzt wird, war schließlich ein guter Kunde der Bank.

Gleich mehrere Konten soll Epstein in der Privatbank des Instituts gehabt haben, die sich um Ultrareiche kümmert. Zu weiteren soll er Zugang als Vermögensverwalter gehabt haben, heißt es in Finanzkreisen. Der Artikel aus dem „Miami Herald“ setzte dann einen mehrmonatigen Prozess in Gang, um die Geschäftsbeziehungen zu Epstein zu beenden.

Doch es war zu spät. Epstein wurde Anfang Juli reichte die New Yorker Bundesstaatsanwaltschaft eine neue Klage gegen den 66-Jährigen ein. Sie wirft ihm vor, Dutzende minderjähriger Mädchen missbraucht und zwischen 2002 und 2005 einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut zu haben. Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Epstein weist die Vorwürfe zurück.

Der Fall bringt nun auch die Deutsche Bank ins Rampenlicht. Das krisengeschüttelte Institut kämpft seit Jahren mit einer ganzen Reihe von Skandalen. Es ist auch die Hausbank von US-Präsident Donald Trump, der Epstein von Partys kannte, sich zuletzt jedoch von ihm distanzierte.

Interne Untersuchungen laufen

Die Bank „untersucht die Geschäftsbeziehungen mit Jeffrey Epstein genau und wir sind absolut verpflichtet mit allen wichtigen Behörden zusammenzuarbeiten“, teilte ein Sprecher der Bank in New York mit, wo Epstein seine Konten hatte. Das Institut reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“, das zuerst über Details zu Epsteins Bankkonten berichtet hatte. Trumps Privatbankerin, Rosemary Vrablic, soll jedoch nicht Epsteins Kontaktperson gewesen sein, heißt es im Umfeld der Bank.

Derzeit hat noch niemand die Deutsche Bank beschuldigt, etwas falsch gemacht zu haben. Doch klar ist, dass sich eine ganze Reihe von Behörden Epsteins Finanzen und damit auch die Rolle der Bank ansehen werden. Die Bundespolizei FBI könnte hier genauso aktiv werden wie die New Yorker Staatsanwaltschaft. Auch die Aufseher, allen voran die Federal Reserve, könnte aktiv werden zum Beispiel um sicherzustellen, dass die Bank nicht gegen Geldwäsche-Richtlinien verstoßen hat.

Das Investmentbanking des Instituts hatte lange Zeit einen Ruf, auch mit jenen Kunden noch Geschäfte zu machen, die andere Wall-Street-Häuser ablehnen. So wollte die Bank in Amerikas Finanzzentrum schneller Fuß fassen.

Auch Donald Trump ist Medienberichten zufolge von anderen Banken abgewiesen worden. Epstein war lange Zeit ein lukrativer Kunde von JP Morgan Chase und hatte enge Beziehungen zu James Staley, der nun die britische Barclays-Bank leitet. Ohnehin galt Epstein als bestens verdrahtet, auch zu Bill Clinton und dem britischen Prinz Andrew, wie US-Medien berichten. JP Morgan beendete jedoch 2013 das Verhältnis zu Epstein, der daraufhin zur Deutschen Bank wechselte.

Erst Anfang Juli hatte CEO Christian Sewing einen umfassenden Restrukturierungsplan vorgelegt, bei dem 18.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, viele davon in New York und London, da das Investmentbanking deutlich zurückgefahren werden soll.

Auch politisch kommt der Fall Epstein ungelegen für die Bank, die am Mittwoch ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht. Maxine Waters, die demokratisch Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, hat die Bank in der Vergangenheit als weltweit „einer der größten Geldwäscher“ bezeichnet. Gerade liefert sie sich einen Rechtsstreit mit dem Weißen Haus über die Frage, ob der Kongress Trumps Bankdaten von der Deutschen Bank anfordern darf.

Mehr: Neue Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein: Der Der US-Unternehmer soll potenziellen Zeugen insgesamt 350.000 US-Dollar gezahlt haben.

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