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Mobiles Bezahlen Das ist die Antwort der Sparkassen auf Google Pay

Am Dienstag ist Google Pay gemeinsam mit vier Banken in Deutschland gestartet. Sparkassen und Volksbanken folgen jetzt mit eigenen Lösungen.
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Kreditkarte ade? Google Pay startet in Deutschland

Frankfurt Auch die Kunden der deutschen Sparkassen können bald kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen. „Die Sparkassen gehen am 30. Juli mit der Mobiles-Bezahlen-App in den Markt“, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Mittwoch auf Anfrage mit.

Ab dann wird es bei den Sparkassen eine eigene Bezahl-App für das Smartphone geben. Einsetzen können die Sparkassen-Kunden dabei sowohl ihre Girokarte als auch ihre Kreditkarte.

Das mobile Bezahlen soll – wie bei Google Pay – auf Smartphones mit Android-Betriebssystemen funktionieren, nicht aber auf iPhones. Der mobile Bezahldienst von Google ist am Dienstag in Deutschland gestartet, gemeinsam mit vier Partnern: der Commerzbank und ihrer Online-Tochter Comdirect, der Smartphone-Bank N26 und dem Zahlungsdienstleister Wirecard. Die BW-Bank und Revolut, ebenfalls eine Smartphone-Bank, werden bald folgen.

Wenn Kunden dieser Geldhäuser Google Pay nutzen wollen, müssen sie die App mit einer Kreditkarte von Mastercard oder von Visa verknüpfen. Mit den deutlich weiter verbreiteten Girokarten, früher EC-Karten genannt, funktioniert der Service allerdings noch nicht. In Deutschland sind rund 110 Millionen Girokarten in Umlauf. Nutzen kann man Google Pay an der Ladenkasse oder beim Onlineshopping.

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wollen das Bezahlen per Smartphone den meisten Kunden ab August anbieten. Sie erweitern für diese Funktion die bestehende VR-Banking-App. Ihre Kunden können sowohl die Girokarte als auch die Kreditkarte einsetzen.

Zwei Volksbanken sind beim mobilen Bezahlen sogar schon Anfang Juni vorgeprescht. Die Volksbank Mittelhessen und die VR Bank Hessen-Land sind damit die Pioniere in der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Auch die Münchner Fidor-Bank ist seit wenigen Tagen mit einem eigenen Angebot am Markt.

Das Bonusprogramm Payback bietet bereits seit zwei Jahren eine App mit Bezahlfunktion an, Payback Pay. Und die Deutsche Bank setzt seit gut einem Jahr ebenfalls auf eine eigene Lösung: Das Angebot können allerdings lediglich etwa 300.000 von acht Millionen Kunden nutzen. Sie brauchen dafür sowohl ein Android-Smartphone als auch eine Mastercard.

Das Problem bei vielen Angeboten ist offenkundig: Nur ein Teil der Bankkunden verfügt überhaupt über eine Kreditkarte – etwa jeder dritte, wie eine Studie der Bundesbank kürzlich zeigte. Der Anteil am Umsatz an der Ladenkasse liegt sogar nur bei fünf Prozent. Ein schneller Erfolg der neuen Bezahlform steht aufgrund dieses Flaschenhalses in den Sternen.

Antwort auf Google Pay

Im Einzelhandel ist die Voraussetzung für das mobile Bezahlen in großen Teilen geschaffen. Rund 60 Prozent der Kassenterminals in Deutschland sind mit NFC-Technik (Near Field Communication), dem Standard für die Funkübertragungen auf kurzer Distanz, ausgestattet. Auch die Smartphones müssen NFC-fähig sein.

Seit längerem wird indes über einen Start von Apple Pay in Deutschland spekuliert. Anders als die Hersteller von Android-Geräten hindert Apple Banken am Zugriff auf die NFC-Schnittstelle seiner Geräte – und reserviert diese für sein eigenes Bezahlsystem, Apple Pay. Der Marktanteil von iPhones lag in den vergangenen Jahren nur bei rund 20 Prozent.

Aufgrund der weiteren Verbreitung von Android-Smartphones ist Google Pay für die deutsche Finanzbranche interessanter. Dennoch wird die App nicht gleich den Durchbruch für das mobile Bezahlen mit sich bringen. Schließlich nutzen deutsche Verbraucher nach wie vor am liebsten Bargeld. Drei Viertel ihrer Einkäufe begleichen sie mit Scheinen und Münzen.

Selbst in vielen Ländern, in denen Google Pay schon länger verfügbar ist, ist das Bezahlen per Smartphone noch nicht wirklich üblich. „Mobile Payment ist immer noch Zukunftsmusik. Die Gründe für den fehlenden Durchbruch sind vielschichtig“, sagt Gökhan Öztürk, Partner beim Berater Oliver Wyman.

Er verweist unter anderem darauf, dass man auch mit Giro- und Kreditkarten bereits kontaktlos bezahlen kann. Bisher habe sich zudem kein Anbieter mit einer flächendeckenden, standardisierten und händlerübergreifenden Bezahllösung an der Ladenkasse durchsetzen können.

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