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Mobiles Bezahlen So will Wirecard den Deutschen die bargeldlose Zukunft schmackhaft machen

Dax-Konzern Wirecard gewährt einen Einblick in die neuesten Entwicklungen des bargeldlosen Zahlens. Vieles davon wirkt heute noch wie Science-Fiction.
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China gilt als Vorreiter beim mobilen Bezahlen. In einem Showroom demonstrierte Wirecard bereits 2018, wie das geht. Quelle: dpa
Kontaktloses Bezahlen über Alipay

China gilt als Vorreiter beim mobilen Bezahlen. In einem Showroom demonstrierte Wirecard bereits 2018, wie das geht.

(Foto: dpa)

München Bezahlen per Handabdruck, ein Spiegel in der Umkleidekabine, der berät, kassiert und dann die Ware nach Hause schickt, oder die Kreditkarte, die gleich für mehrere Währungen konfiguriert ist, so dass keine teuren Fremdwährungsgebühren mehr anfallen: Was heute noch wie Science-Fiction anmutet, könnte schon bald Realität sein. Beim Zahlungsdienstleister Wirecard jedenfalls nimmt dieser technische Fortschritt bereits Konturen an.

Mehr als 100 Kunden aus Handel, IT, Telekommunikation und Banken kamen am Dienstag in der Zentrale des Aschheimer Unternehmens zusammen, um über Entwicklungen zu sprechen, die auch den bargeldverliebten deutschen Kunden den Schritt zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen schmackhaft machen sollen.

Eines der möglichen Szenarien: Der Kunde wählt in einem Geschäft Produkte aus, die beim Verlassen des Ladens automatisch gescannt und bezahlt werden. „Grab & Go Store“ nennt sich das Konzept, das der Dax-Konzern anhand eines fiktiven und mit Gummibärchen und Getränken bestückten Geschäfts an diesem Tag zeigte.

Ein weiteres Zukunftsmodell sind digitale Preisschilder, die gemeinsam mit SES Imagotag entwickelt wurden, dem weltgrößten Unternehmen in diesem Bereich. Via Smartphone scannt der Kunde direkt das Etikett am Regal und bezahlt. Im selben Moment bekommt er Bonuspunkte für den Einkauf und Produktinformationen auf seine App.

„Früher war Wirecard mehr lösungsgetrieben, heute sind wir vermehrt produktgetrieben“, sagt Susanne Steidl. Die Österreicherin ist seit Anfang vergangenen Jahres als Chief Product Officer neu im Vorstand, bei Wirecard ist sie bereits seit dem Jahr 2006.

Innovationen als größter Wachstumstreiber

Für den Zahlungsdienstleister sind Innovationen im Zahlungsverkehr, die oft gemeinsam mit Partnern vorangetrieben werden, heute der größte Wachstumstreiber. Das Segment mit dem sperrigen Namen „Payment Processing & Risk Management“ (PP&RM), in dem Produkte wie Terminals sowie Dienstleistungen von elektronischen Zahlungsvorgängen gebündelt sind, wuchs im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent und trug 86 Prozent zum Gesamtgewinn bei.

Damit sich Kunden an die neuen Produkte wagen, müssen diese möglichst einfach handhabbar sein, ist Martin Guther vom Center of Excellence beim IT-Riesen SAP überzeugt. Im Mittelpunkt steht für viele Branchen der Gedanke einer gemeinsamen Plattform, auf der viele Dinge des täglichen Lebens gemeinsam erledigt werden können.

Vorbild ist China, wo Plattformen wie Alipay oder Wechat Pay nicht nur das Bezahlen übernehmen, sondern auch Kommunikation, Produktinformation und Services bis hin zur Essensbestellung und dem Friseurtermin.

„Die Frage lautet für Unternehmen, ob sie eine eigene Plattform bauen oder an einer größeren Plattform teilnehmen“, stellt Sebastian Hild fest, Spezialist für digitale Plattformen beim Software-Riesen Microsoft. Aus Kundensicht brauche es Vertrauen in die Sicherheit des Systems und den vertrauensvollen Umgang mit sensiblen Daten. Das müsse der Plattformbetreiber bieten.

Wirecard hat zwar eine eigene Plattform, auf der das Unternehmen seine Produkte und Services miteinander verknüpft. Dennoch hat sich der Zahlungsdienstleister zuletzt einem weit größeren Verbund angeschlossen.

Die japanische Softbank, die an vielen namhaften Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen weltweit beteiligt ist, investierte 900 Millionen Euro in Wirecard. Für das Unternehmen sei das auch eine Art Türöffner zu den anderen Softbank-Beteiligungen.

„Speziell in den USA hilft das sehr“, berichtet Susanne Steidl aus der Praxis. Zumal der Zahlungsverkehr dort noch immer sehr stark von Kreditkarten und gar von Schecks geprägt ist. Softbank agiere besonders in den USA proaktiv und stelle Wirecard und seine Systeme überall bei seinen Partnern vor.

Asien ist Vorreiter beim digitalen Bezahlen

Genutzt werden die Möglichkeiten des digitalen Bezahlens aber bislang vor allem in Asien. Bei Kundenevents lassen sie bei Wirecard deswegen gerne Unternehmen reden, die ihren Kunden die neue Art des Bezahlens schmackhaft machen wollen und dafür selbst innovative Ideen entwickelt haben. Als Wirecard Anfang Oktober seinen Investorentag in New York abhielt, sprachen dort auch Vertreter des Telekommunikationsunternehmens AT&T über ihre Erfahrungen.

Wie schnell sich die Welt auf den unterschiedlichen Plattformen verändert, will Wirecard gleich Anfang des kommenden Jahres auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas zeigen. Der Zahlungsdienstleister will dann zusammen mit dem niederländischen Kartendienst Here präsentieren, wie über die Plattform Here Mobility Taxifahrten und gleichzeitig ein Tisch im Restaurant gebucht werden können.

Um eine Beteiligung an Here rissen sich vor vier Jahren alle großen Autohersteller, weil sie das Wissen der Firma brauchten, um das Thema autonomes Fahren vorantreiben zu können. Am Ende machte ein Konsortium aus Audi, BMW und Daimler das Rennen.

Mittlerweile gehören die Zulieferer Bosch und Continental sowie Investoren aus China und Singapur ebenfalls zu den Teilhabern. Here ist seither vom Kartendienst zum Mobilitätsabwickler gewachsen, über dessen Plattform eine Vielzahl von Diensten abgerufen werden kann.

Mehr: Wirecard öffnet sich nur langsam. Anleger fühlen sich unzureichend informiert.

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