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Mögliche Mega-Fusion Verdi fürchtet erheblichen Jobabbau bei Super-Landesbank – Bafin zeigt sich offen

Die Gewerkschaft sieht die geplante Megafusion im Sparkassen-Lager kritisch. Die Finanzaufsicht hat dagegen keine grundsätzlichen Einwände.
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Die Gewerkschaft Verdi stellt sich gegen einen Zusammenschluss der Landesbanken und fordert eine Arbeitsplatzgarantie für die Angestellten. Quelle: dpa
Super-Landesbank

Die Gewerkschaft Verdi stellt sich gegen einen Zusammenschluss der Landesbanken und fordert eine Arbeitsplatzgarantie für die Angestellten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Pläne für eine Super-Landesbank treiben Gewerkschaften, die Finanzaufsicht und die Bankenbranche um. Man sehe bei der diskutierten Fusion von Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp „die Gefahr, dass es einen erheblichen Arbeitsplatzabbau geben könnte“, sagte Jan Duscheck, der bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Bankbranche zuständig ist, dem Handelsblatt.

„Sollte ein solches Szenario umgesetzt werden, müsste klar vereinbart werden, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben“, fordert Duscheck. Für Mitarbeiter in den beteiligten Instituten müsse es entsprechende Garantien geben.

Ausgangspunkt für die Fusionsüberlegungen ist die prekäre Lage bei der NordLB, die auf der Suche nach Investoren ist. Neben der Landesbank Helaba haben auch die Commerzbank und mehrere Finanzinvestoren Interesse bekundet. Im öffentlich-rechtlichen Sektor hoffen viele, dass die Helaba den Zuschlag bekommt – und anschließend mit der NordLB verschmilzt. Danach könnte sich das fusionierte Institut dann mit der LBBW, der Deka und der BerlinHyp zusammentun.

Aus Sicht von Duscheck wäre bei der NordLB „eine Lösung innerhalb des Verbundes für alle Beteiligten besser als der Einstieg eines privaten Investors“. Wenn es dann zu weiteren Fusionen kommen sollte und am Ende nur noch ein oder zwei öffentlich-rechtliche Zentralinstitute übrig bleiben, stellt sich aus Sicht von Duscheck allerdings die Frage, ob diese Geldhäuser ihre Aufgabe noch erfüllen können: „Landesbanken haben die sinnvolle Funktion, dass sie auch wirtschaftspolitisch in den Bundesländern oder in Regionen tätig sind“, sagt der Gewerkschafter. „Gerade die dezentrale Aufstellung sorgt dafür, dass sie auf die Märkte in den einzelnen Ländern gerichtet sind.“

Keine grundsätzlichen Einwände gegen die geplante Megafusion hat die Finanzaufsicht Bafin. Eine Super-Landesbank, die auf eine Bilanzsumme von rund 700 Milliarden Euro kommen würde, wäre aus ihrer Sicht nicht per se zu groß, um abgewickelt zu werden. „Wir haben die richtigen Werkzeuge, um auch große Einheiten abwickelbar zu machen“, sagte der für Bankenabwicklung zuständige Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch am Dienstag.

Für ihn ist entscheidend, ob sich durch Fusionen etwas an der Abwickelbarkeit der Institute ändert. Das sei je nachdem, wie Verschmelzungen ausgestaltet werden, eine lösbare Aufgabe. „Banken können sich zusammenschließen zu größeren Einheiten“, sagte Pötzsch. „Das heißt nicht zwingend, dass dadurch die Abwickelbarkeit der neuen Gebilde gefährdet ist.“

Auch Arno Walter, Chef der Commerzbank-Tochter Comdirect, verfolgt die Debatte über eine Super-Landesbank mit Interesse. Durch einen solchen Zusammenschluss könnten die Institute Kosten einsparen, betont Walter. Wichtig sei jedoch auch eine andere Frage: „Wird deswegen das Angebot für den Kunden besser?“

Zudem verweist Walter darauf, dass das Streben nach Größe den Landesbanken in der Vergangenheit nicht immer gutgetan hat. „Es gab mal eine Bank, die versucht hat, so eine Super-Landesbank zu werden – die WestLB“, sagt Walter. Das Düsseldorfer Institut wurde nach einer Serie von Affären und Fehlspekulationen im Jahr 2012 auf Druck der EU-Kommission zerschlagen.

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  • In einem extrem konkurrierenden Umfeld kann die Erhaltung von Arbeitsplaetzen nicht
    die erste Prioritaet der Landesbanken sein.

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