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Mögliche Übernahme Anleger verkaufen Aktien der Hongkonger Börse nach Angebot für LSE

Etliche Anleger sehen das Angebot der Hongkonger Börse für das Londoner Pendant offensichtlich skeptisch. Sie verkaufen die Aktien des Unternehmens.
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Der Betreiber der Börse bietet rund 35 Milliarden Euro für die Londoner Börse. Quelle: dpa
Börse Hongkong

Der Betreiber der Börse bietet rund 35 Milliarden Euro für die Londoner Börse.

(Foto: dpa)

Hongkong Anleger haben auf den Flirt der Hongkonger Börse mit dem Londoner Börsenbetreiber LSE am Donnerstag mit Verkäufen reagiert. Die Aktien des asiatischen Unternehmens gaben bis zu 3,8 Prozent nach. Damit blieben die Papiere hinter der Entwicklung des Hang Seng Index zurück, der die Aktienkurse der 50 größten und meistgehandelten Unternehmen an der Hongkonger Aktienbörse abbildet.

Die Hong Kong Exchanges and Clearing (HKEX) hatte am Mittwoch überraschend angekündigt, dem Londoner Börsenbetreiber ein Angebot im Gesamtvolumen von 31,6 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 35 Milliarden Euro) unterbreiten zu wollen.

Die Offerte besteht aus einem Bar- und einem Aktienanteil: HKEX bietet pro LSE-Aktie 20,45 Pfund sowie 2,495 neu ausgegebene HKEX-Anteile. Die Aktien der Londoner Börse legte am Mittwoch daraufhin bis zu 15 Prozent zu und schloss mit einem Gewinn von knapp sechs Prozent. Damit notierten sie aber immer noch etwa 14 Prozent unter dem Angebotspreis – ein Zeichen, dass Anleger skeptisch sind, dass das Geschäft tatsächlich abgeschlossen wird.

Ein Zusammenschluss der Börsenbetreiber in Hongkong und London würde ihnen im Wettbewerb mit den großen US-Konkurrenten ICE und CME helfen. Die LSE will außerdem ihre Präsenz in Asien ausbauen – und ging deshalb eine Kooperation mit der Börse in Shanghai ein.

Knackpunkt ist allerdings die von der LSE im August angekündigte Übernahme des Datenanbieters Refinitiv. Die Offerte aus Hongkong komme nur zum Tragen, wenn der andere Deal nicht stattfinde, sagte HKEX-Chef Charles Li.

Die Londoner wollen Refinitiv für 27 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) vom US-Finanzinvestor Blackstone kaufen, der die Mehrheit an dem Konzern erst 2018 vom Informationskonzern Thomson Reuters, der Mutter der Nachrichtenagentur Reuters, übernommen hatte. Der Kauf wird derzeit von den Kartellbehörden und Finanzaufsehern in den USA, der Europäischen Union und anderen Ländern geprüft.

Analysten und Anleger sind deshalb skeptisch, was die Chancen des Milliarden-Deals angeht. Die Citigroup-Experten verweisen neben dem hohen Preis auch darauf, dass es schwer werden könnte, die Genehmigung der Aufsichtsbehörden zu bekommen.

Für Börsenbetreiber ist es schon länger schwer geworden, mit dem traditionellen Wertpapierhandel Gewinne zu erzielen. Die Margen sind gering und der Erfolg hängt stark von den Launen der Finanzmärkte ab. Viele steigen deshalb wie die LSE mit Refinitiv in das lukrative Datengeschäft ein – auch weil Zusammenschlüsse großer Handelsplätze wegen Bedenken von Kartellbehörden schwierig sind. Das zeigten nicht zuletzt die mehrfach gescheiterten Fusionsversuche von Deutscher Börse und LSE.

Mehr: Die Börse der asiatischen Metropole prescht mit einem Überraschungsangebot für die Londoner Rivalin vor. Dabei planen die Briten selbst einen Deal.

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