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Möglicher Verkauf Oetker stellt Bankhaus Lampe auf den Prüfstand

Der Lebensmittelkonzern spricht mit Interessenten für sein angeschlagenes Finanzinstitut. Bank sei nicht das Kerngeschäft. Noch ist nichts entschieden.
Update: 18.09.2019 - 16:31 Uhr Kommentieren
Das Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker nimmt verschiedene Szenarien für das konzerneigene Bankhaus unter die Lupe. Quelle: dpa
Bankhaus Lampe

Das Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker nimmt verschiedene Szenarien für das konzerneigene Bankhaus unter die Lupe.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Familienunternehmen Dr. Oetker aus Bielefeld stellt sein traditionsreiches Bankhaus Lampe auf den Prüfstand. Verschiedene Szenarien wie ein Verkauf oder eine Partnerschaft mit einem soliden Investor würden derzeit abgeklopft, sagte ein Dr. Oetker-Sprecher dem Handelsblatt. Er bestätigte, dass seit einigen Wochen mögliche Interessenten angesprochen werden, darunter deutsche Privatbanken und Finanzkonzerne. Der „Platow-Brief“ hatte darüber berichtet.

Die „schwierigen Finanzmärkte“ nennt das Unternehmen als einen Grund für den möglichen Verkauf. Das Umfeld sei für Banken zuletzt nicht leicht gewesen, heißt es. „Das Bankhaus Lampe ist eine solide, aber eben nur kleine Spezialbank.“ Dr. Oetker sei ein Konsumgüterkonzern, betonte der Sprecher. „Bank ist nicht unser Kerngeschäft.“

Im November 2017 hatte die Gruppe nach langem Ringen in der Oetker-Familie bereits seine Schifffahrtssparte verkauft. Die Reederei Hamburg Süd war Ende November 2017 für 3,7 Milliarden Euro an den dänischen Wettbewerber Maersk veräußert worden. Vor ein paar Jahren hat Dr. Oetker auch seine Hotelsparte auf den Prüfstand gestellt. Mit dem Ergebnis, dass die Sparte beibehalten und mit dem Bereich Hotelmanagement sogar noch ausgebaut wurde, betonte der Sprecher.

Derweil gibt es Überlegungen, den langjährigen Streit in der verzweigten Oetker-Familie durch eine Realteilung zu beenden. 2018 setzte der Familienkonzern mit knapp 15.000 Beschäftigten 7,1 Milliarden Euro mit Lebensmitteln, Getränken, Chemie, Hotels und Bankgeschäften um. Eine Veräußerung des Bankhauses Lampe könnte eine komplizierte Realteilung möglicherweise erleichtern.

Das Bankhaus Lampe existiert als unabhängige Privatbank bereits seit 1852. Kunden sind  vermögende Privatanleger, Mittelständler, institutionelle Investoren und Großunternehmen. Das Geschäft lief jedoch zuletzt immer schleppender. Das verwaltete Vermögen sank von 22,4 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 19,1 Milliarden Euro im Jahr 2018. Der Konzernbilanzgewinn stagnierte bei rund 15 Millionen Euro. Operativ wurde allerdings ein Verlust eingefahren.

Lampe kommt um eine Sanierung nicht herum. 38 der insgesamt 626 Stellen sollen in diesem Jahr wegfallen, hieß es im April. „Geschäftsfelder sind operativ defizitär, so dass nur Sondereffekte wie zum Beispiel die Veräußerung von Beteiligungen in der jüngeren Vergangenheit zu einem positiven Geschäftsergebnis geführt haben“, war damals in einer Betriebsvereinbarung zu lesen. Klemens Breuer, der neu eingesetzte Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Bank, spricht von einem „selbst auferlegten Effizienzprogramm“.  

Die Gespräche mit Kaufinteressenten oder Investoren sollen nun in Ruhe weitergehen. „Die Prüfung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium“, heißt es bei Dr. Oetker. Alle Optionen lägen auf dem Tisch. „Wir haben keinen Zeitdruck“, beteuert das Bielefelder Unternehmen.

Mehr: Oetker setzt nach Verkauf seiner Reederei ganz auf Konsumgüter.

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