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Möglicher Zusammenschluss Commerzbank will bei Fusionsgesprächen mit Deutscher Bank rasch Klarheit

In zwei bis drei Wochen soll klar sein, ob die Fusionsgespräche intensiviert werden. Politischen Druck verspürt Commerzbank-Chef Zielke bei den Verhandlungen nicht.
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Er ist mit dem Umbau der Commerzbank und der Neukundengewinnung zufrieden und will daher selbstbewusst in die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank gehen. Quelle: Reuters
Commerzbank-Chef Martin Zielke

Er ist mit dem Umbau der Commerzbank und der Neukundengewinnung zufrieden und will daher selbstbewusst in die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank gehen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Commerzbank will bei den Gesprächen über eine Fusion mit der Deutschen Bank nach Informationen des Handelsblatts rasch Klarheit. Das hat Vorstandschef Martin Zielke Finanzkreisen zufolge am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz mit dem Commerzbank-Aufsichtsrat deutlich gemacht.

In zwei bis drei Wochen soll demnach entschieden werden, ob beide Institute eine Due Diligence starten, sich also gegenseitig detailliert in die Bücher schauen werden. Nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen könne die Due Diligence dann weitere vier bis sechs Wochen dauern. Die Commerzbank wollte sich zu diesen Informationen nicht äußern.

Weiter hieß es, dass Zielke – anders als manche Manager der Deutschen Bank – keinen politischen Druck verspüre, über eine Großbankenfusion zu verhandeln. Die Commerzbank sei von der Politik nicht zu den Gesprächen gedrängt worden, sagte Zielke in der besagten Telefonkonferenz. Der Vorstand habe die Gespräche mit der Deutschen Bank aus freien Stücken aufgenommen und nicht auf politischen Druck hin. Der Bund ist an der Commerzbank nach der staatlichen Rettung des Instituts in der Finanzkrise noch mit gut 15 Prozent beteiligt.

Es sei seine Pflicht als Vorstandschef, strategische Option zu prüfen, betonte Zielke in der Telefonkonferenz. Mit den möglichen Vorteilen einer Fusion mit der Deutschen Bank habe sich der Aufsichtsrat bereits bei seiner Strategiesitzung im Herbst 2018 beschäftigt. Zielke betonte, die Gespräche würden ergebnisoffen geführt. Einige Beteiligte haben jedoch den Eindruck, dass Zielke selbst sehr gerne mit der Deutschen Bank fusionieren würde.

Zielke will „selbstbewusst“ in Gespräche gehen

Die Commerzbank und die Deutsche Bank hatten am Sonntag mitgeteilt, Sondierungsgespräche über eine Fusion zu führen. „Der Ausgang dieser Gespräche ist jedoch offen“, betonte Zielke in einer Erklärung im Intranet der Commerzbank, die dem Handelsblatt vorliegt. „Als verantwortungsvoll handelndes Management schauen wir uns immer alle Optionen im Markt an.“ Am strategischen Schwerpunkt auf Wachstum, Digitalisierung und Effizienz werde sich dadurch nichts ändern.

Die Mitarbeiter forderte Zielke auf, die Bedürfnisse der Kunden trotz der Fusionsgespräche nicht aus dem Blick zu verlieren. „Zeigen Sie unseren Kunden, dass wir gerade jetzt für sie da sind und sie sich auf uns verlassen können.“ Deutschlands zweitgrößte Privatbank habe in den vergangenen Jahren bei ihrem Umbau große Fortschritte gemacht und viele neue Kunden gewonnen. „Darauf können wir sehr stolz sein und werden daher selbstbewusst in diese Gespräche gehen.“

Bei der Telekonferenz des Aufsichtsrats handelte es sich um eine Informationsveranstaltung. Denn grünes Licht für Verhandlungen muss der Aufsichtsrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium haben deutlich gemacht, dass sie gegen eine Fusion mit der Deutschen Bank sind – genauso wie die Mehrheit der knapp 50.000 Mitarbeiter.

Zielke hatte im Herbst 2016 bei der Verkündung der Strategie „Commerzbank 4.0“ den Abbau von 9600 Vollzeitstellen angekündigt. Viele Mitarbeiter fürchten, dass bei einer Fusion mit der Deutschen Bank nun erneut Tausende Arbeitsplätze wegfallen würden. Und sie haben Zweifel, dass eine Integration angesichts der großen kulturellen Unterschiede zwischen beiden Häusern gelingen kann.

Schon die Integration der Dresdner Bank war für die Commerzbank ein Kraftakt. Aber eine Fusion mit der Deutschen Bank könnte das Institut aus Sicht vieler Beschäftigter zerreißen. „Wir haben ein völlig anderes Selbstverständnis“, sagt ein Commerzbank-Mitarbeiter. „Das würde hinten und vorne nicht funktionieren.“ Mehrere Mitarbeiter und Manager haben im kleinen Kreis kundgetan, dass sie die Commerzbank verlassen wollen, wenn es tatsächlich zu einer Fusion mit der Deutschen Bank kommt.

Am Montag wurde außerdem bekannt, dass sich die Commerzbank Finanzkreisen zufolge bei ihren Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank von Goldman Sachs und Rothschild beraten lässt. Die Banken lehnten eine Stellungnahme am Montag ab. An sich kommt diese Meldung aber nicht überraschend, denn die beiden Häuser haben die Commerzbank schon mehrfach in strategischen Fragen beraten. Die Commerzbank hatte sie bereits 2017 nach Übernahme-Avancen ausländischer Geldhäuser angeheuert, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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2 Kommentare zu "Möglicher Zusammenschluss: Commerzbank will bei Fusionsgesprächen mit Deutscher Bank rasch Klarheit"

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  • Die Marktkapitalisierung der Commerzbank und Deutschen Bank im Vergleich zu europäischen Banken wie UBS, ING, BNP Paribas ist extrem gering.
    Das liegt auch an der mit deutscher Übergründlichkeit ausgeführten Regulierung.
    Nach dem Motto "Auf einen Bankmitarbeiter kommen 2 Regulierer, die ihn von der Arbeit abhalten" - und die Bank muss die Regulierer auch noch bezahlen.
    Ist das nicht Wahnsinn?
    Die Politik macht die Banken nieder und wirbt dann für eine Fusion!
    Einfach mal raushalten aus der Wirtschaft, Scholz! Oder mal sauber arbeiten und die Vernunft walten lassen! Was hilft es, wenn ich extrem "brave" Banken habe, die kaputt gehen, weil sie nichts mehr tun dürfen. Europäische Banken, amerikanische Banken und Schattenbanken scheren sich einen Dreck um die deutsche übergenaue Regulierung!

  • Banker aus beiden Lagern bewerben sich schon jetzt bei Vermögenverwaltern etc. Die leitenden Mitarbeiter, die das bisher nicht hinbekommen haben, schaffen das zukünftig auch nicht. Von daher ist der Personalkahlschlag überfällig.

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